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Von 59 Künstlern gestaltet

Nachdruck der Bessunger Bibel erschienen

DekanatPfarrer Manfred Raddatz mit der Bessunger Bibel

Die Idee hatte Manfred Raddatz von Anfang an. „Ich wurde immer wieder danach gefragt“, sagt der frühere Pfarrer der Petrusgemeinde. Jetzt liegt der er Nachdruck der Bessunger Bibel vor. Am 4. Oktober stellt Dekanin Ulrike Schmidt-Hesse den Nachdruck in der Bessunger Kirche vor.

Viel Liebe und Mühe haben die Herausgeber Manfred Raddatz und Horst-Dieter Bürkle vom Arbeitskreis Bessunger Bibel in die Ausgabe gesteckt. Denn der Nachdruck enthält noch viel mehr als das Original. Er erzählt die ganze Entstehungs- und Nutzungsgeschichte der zum 1000-jährigen Jubiläum der Bessunger Kirche 2002 entstandenen Bibel.

Ein Unikat, das 59 Künstler gestaltet haben

Dabei handelt es sich um ein Unikat, das 59 Darmstädter Künstlerinnen und Künstler mit insgesamt 72 Arbeiten zu biblischen Texten gestaltet haben, darunter Susanne und Ariel Auslender, Thomas Duttenhoefer, Annegret Soltau und Matthias Will. Damit verstehe sich der Begleitband als „Schlüssel zum Original“, wie Manfred Raddatz es in seinem Vorwort ausdrückt.

500 gedruckte Exemplare existieren

Am Erntedanksonntag, 4. Oktober, um 17 Uhr, wird der Nachdruck in der Bessunger Kirche, Am Kapellberg 2, in Darmstadt durch Dekanin Ulrike Schmidt-Hesse vorgestellt. Hausherr Pfarrer Stefan Hucke und die Initiatoren und Herausgeber Manfred Raddatz und Horst-Dieter Bürkle halten zudem Grußworte. 500 Exemplare sind gedruckt. Das Buch wird ab der Präsentation im Buchhandel für 38 Euro erhältlich sein.

Der Nachdruck enthält ein Vorwort von Pfarrer Dr. Markus Zink, dem Referenten für Kunst und Kirche der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, unter dem Titel „Du sollst dir (k)ein Bild machen“. Auf 142 Seiten sind danach jeweils links die biblischen Texte und rechts das Kunstwerk dazu abgedruckt.

Das Wissen um die Bibel für nachfolgende Generationen erhalten

Ganz am Ende sind ausführlich Vorgeschichte und Entstehung der Bessunger Bibel festgehalten, dazu Berichte aus dem Darmstädter Echo und eine Vielzahl an Fotos. „Wichtig war uns, das Wissen um die Bessunger Bibel auch für nachfolgende Generationen zu erhalten“, so Raddatz. Große Sorgfalt haben die Herausgeber auch auf das Verzeichnis der beteiligten Künstlerinnen und Künstler auf den letzten Seiten des Nachdrucks verwendet.

Wie entstand die Idee zur Bessunger Bibel?

Entstanden ist die Idee zur Bessunger Bibel in der Ökumenischen Gemeinderunde in Bessungen, nachempfunden einem 1000 Jahre alten Perikopenbuch Heinrichs II. In einer Urkunde, in der der damalige Kaiser dem Bischof von Worms das Jagdrecht in Bessungen schenkte, wurden der heutige Darmstädter Stadtteil und damit auch die Kirche im Jahre 1002 erstmals erwähnt.

Ökumenisch und religionsübergreifend geprägt

Manfred Raddatz hat das Bibelprojekt vor rund 20 Jahren federführend auf den Weg gebracht. Sie ist nicht nur ökumenisch geprägt, sondern auch religionsübergreifend gestaltet und enthält auch jüdische Beiträge.

„Die Skala der künstlerischen Ausdrucksformen ist breit und hat mit frühen Bibel-Bebilderungen nurmehr relativ wenig gemein“, beschreibt Horst-Dieter Bürkle im Nachwort das ökumenische Jahrtausend-Werk.

Darin geht er auch auf die künstlerische Darstellung biblischer Motive durch die Jahrhunderte und auf einzelne Kunstwerke der Bessunger Bibel ein. Bürkle selbst hat als Fotograf und Reprograf zwei Blätter der Bessunger Bibel gestaltet und war bei Original und Nachdruck für Layout und Grafik verantwortlich.

Bessunger Bibel wanderte als Austellungsstück durch Gemeinden

Nach einem Festgottesdienst zum 1000-jährigen Jubiläum von Kirche und Stadtteil lag die Bessunger Bibel erst einmal ein Jahr lang in einer eigens angefertigten Vitrine in der Bessunger Kirche aus. Dann wanderte sie 16 Jahre lang durch Bessunger und andere Gemeinden, evangelische, katholische und freikirchliche.

Nur mit Handschuhen wird umgeblättert

Auch im Offenen Haus hat sie voriges Jahr im Foyer ausgelegen. Jede Woche wird vorsichtig und mit Handschuh eine Seite umgeblättert. „Von Ferne erinnert die Wanderung der Bessunger Bibel an den Weg der Bundeslade des Volkes Israel durch die Wüste“, so Raddatz im Nachwort. In diesem Jahr ist sie wieder in ihrer Heimatkirche angekommen. 

Ich merke, der weite Raum
entsteht nicht in mir und durch mich.
Er entsteht, weil andere da sind,
die mir Räume eröffnen,
gnädig umgehen mit meinen Schwächen,
sich einsetzen für einen menschenwürdigen Umgang
mit allen Menschen.

(Melanie Beiner zu Psalm 31,9)

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