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Vorausblick Synode

Neue Synode startet: Zwischen Wahlen und Weltgeschehen

EKHNDominikanerkloster FrankfurtDominikanerkloster Frankfurt

Auftakt für die neue Zwölfte Kirchensynode: Am Donnerstag konstituiert sich das Gremium im Frankfurter Dominikanerkloster neu. Gewählt wird dabei auch ein neuer Präses. Kirchenpräsident Jung hat angekündigt, ein Jahr vor dem 500. Geburtstag der Reformation bei seinem traditionellen Bericht gleich die ganze protestantische Welt in den Blick zu nehmen.

Volker RahnPräses der 11. Kirchensynode: Ulrich OelschlägerUlrich Oelschläger: der Präses der Elften Kirchensynode hat angekündigt, auch für die Zwölfte ins Rennen zu gehen.

Darmstadt, 30. Mai 2016. Von Donnerstag bis Samstag (2. bis 4. Juni) tritt in Frankfurt am Main die neue Zwölfte Synode der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) zu ihrer konstituierenden Sitzung zusammen. Die Tagung der 140 Delegierten des mit einem Parlament vergleichbaren Gremiums wird von Alterspräses Imre Istvan (Wiesbaden) eröffnet. Im Mittelpunkt zahlreicher Wahlvorgänge steht dabei die Entscheidung über den neuen Vorsitz der Synode. Der bisherige Präses Dr. Ulrich Oelschläger (Worms) hat im Vorfeld signalisiert, für eine erneute Kandidatur zur Verfügung zu stehen. Die Wahl ist für Donnerstag vorgesehen.

Synode setzt erste Akzente in Frankfurt

Erste inhaltliche Akzente können die Delegierten mit der Entscheidung über den Charakter der synodalen Ausschüsse setzen. So entschied die zurückliegende Synode, neben vorgeschriebenen Fachausschüssen wie etwa für Finanzen und Theologie weitere beispielsweise zu Fragen der Ökologie oder der Jugend einzusetzen. Darüber hinaus muss auch die Zahl der ehrehrenamtlichen Gemeindemitglieder festgelegt werden, die die Synode in die Kirchenleitung entsendet. Schließlich wird der Herborner Theologieprofessor Peter Scherle die Synodalen in die Kirchenordnung einführen und sie über ihre Rechte und Pflichten noch einmal eingehend informieren.

Kirchenpräsident nimmt die Welt in den Blick

Traditionell steht in der ersten Synode des Jahres auch der Bericht des hessen-nassauischen Kirchenpräsidenten zur Lage in Kirche und Gesellschaft auf dem Programm. Dr. Volker Jung will sich am Freitagvormittag mit der weltweiten Situation der evangelischen Kirche 499 Jahre nach der Reformation auseinandersetzen. Er wird dabei unter anderem darstellen, wie eng die Kirchen heute über alle Ländergrenzen hinweg miteinander verbunden sind und welch hohe Verantwortung sich daraus in der „einen Welt“ global und lokal für Christinnen und Christen ergibt. Zudem ist ebenfalls am Freitag ein schriftlicher Bericht des Leiters der Kirchenverwaltung, Heinz Tomas Striegler, zur aktuellen Finanzsituation der EKHN vorgesehen.

Aktuelle Zahlen zur Zwölften Kirchensynode  

Nach dem Abschluss der Kirchenvorstandwahlen 2015 wurden nach sechs Jahren Amtszeit turnusgemäß alle synodalen Gremien in der hessen-nassauischen Kirche neu besetzt. Die Zwölfte Kirchensynode, deren Delegierte durch die Dekanatssynoden gewählt sind, wird demnach 140 Sitze haben (2010: 153). 127 Kirchensynodale sind dabei gewählt (2010: 138). Unter anderem durch die Neuordnung der Dekanate sind dies weniger als beim Start der alten Legislatur vor sechs Jahren. Hinzu kommen aktuell 13 von der Kirchenleitung berufene weitere Synodale. Diese sollen sich vor allem mit ihren besonderen Kenntnissen beispielsweise aus der Wissenschaft einbringen. Darunter sind auch zwei Vertreter der theologischen Fakultäten im Kirchengebiet. Jeweils ein weiteres Mitglied ist für die Evangelisch-Reformierte Stadtsynode in Frankfurt und den Reformierten Konvent berufen. Knapp 60 Prozent des Synodalen gehörten bereits der bisherigen Synode an. Unter den gewählten Mitgliedern sind 43 Pfarrerinnen und Pfarrer. Damit ging ihr Anteil gegenüber 2010 um etwa 1,5 Prozent auf knapp 34 Prozent zurück. Der Anteil der Frauen unter den gewählten Synodalen ist gegenüber 2010 um rund fünf Prozent auf 37 Prozent gestiegen. Der durchschnittliche Synodale ist rund 55 Jahre alt.

Hintergrund zur Synode

Die Synode ist gemäß der Kirchenordnung das „maßgebende Organ“ der hessen-nassauischen Kirche. Sie erlässt Gesetze, besetzt durch Wahl die wichtigsten Leitungsämter und beschließt den Haushalt. Als das maßgebende Organ geistlicher und rechtlicher Leitung trifft sie auch wichtige kirchenpolitische Entscheidungen. Ausschüsse und regionale Arbeitsgruppen bereiten die Entscheidungen vor. Geleitet wird die Synode vom Kirchensynodalvorstand mit einem oder einer Präses. Gemäß Kirchenordnung sollen möglichst zwei Drittel der gewählten Synodalen nichtordinierte Gemeindemitglieder sein, ein Drittel Pfarrerinnen und Pfarrer. Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) hat rund 1,6 Millionen Mitglieder in 1151 Gemeinden und 2016 einen Jahresetat von rund 578 Millionen Euro. Ihr Kirchengebiet reicht in etwa von Biedenkopf im Norden bis Neckarsteinach im Süden. Rund ein Viertel des Kirchengebiets gehört zwischen Diez und Worms auch zu Rheinland-Pfalz.

 

Aktuelle Entscheidungen können Sie auf EKHN.de und bei Twitter unter Hashtag #ekhnsynode verfolgen.

Die detaillierte Tagesordnung, den vorläufigen Zeitplan und alle Synodenunterlagen erhalten Sie online: www.ekhn.de/ueber-uns/aufbau-der-landeskirche/kirchensynode/termine-und-plaene.html 

Die kompletten Unterlagen der Tagung  liegen hier direkt zum Download bereit: www.kirchenrecht-ekhn.de/list/synodalds

 

 

 

Glück ist Verbundenheit,
also eben nicht die unverbundene Selbststeigerung,
die alles andere benutzt zur eigenen Optimierung.

(Fulbert Steffensky)

Johannes 1,16

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von Quelle: gettyimages, rusm

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