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Instagram

Schönheitswahn in sozialen Netzwerken

KatarzynaBialasiewicz/istockphotoJugendliche gehen kritisch mit ihrem Aussehen umJugendliche gehen kritisch mit ihrem Aussehen um

Egal ob Facebook, Snapchat oder Instagram. Fast jeder benutzt soziale Netzwerke und sie sind kaum mehr aus dem Alltag wegzudenken. Doch soziale Netzwerke haben auch ihre Schattenseiten. Gerade Menschen mit einem selbstverletzenden Verhalten präsentieren im Internet gerne ihr „Schönheitsideal“.

Oft werden unreale Schönheitsbilder vermittelt und Jugendliche fühlen sich unter Druck gesetzt. Bereits vor mehreren Jahren hat die Plattform „Instagram“ das Verbreiten von sogenannten „Pro-Ana-Fotos“  verboten. Pro-Ana steht für Pro-Anorexie – eine Bewegung von Magersüchtigen und Bulimiekranken im Internet. Im Internet, und verstärkt auch in sozialen Netzwerken, tauschen sich die Benutzer aus und es ist regelrecht eine Art „Wettbewerb“ entstanden. Das Motto: Je dünner, desto besser.
Instagram hat zugehörige Hashtags wie zum Beispiel den Hashtag „#proanorexia“ gelöscht. Doch stoppen wird das die Benutzer nicht, schnell haben sich die Benutzer andere Hashtags überlegt, unter denen sie weiterhin ihre Bilder zeigen können. Es ist wie eine Sucht.

Interview mit „Instagrammer“ Lejs Ibrahimovic

Seit 2012 ist er auf Instagram aktiv und erreicht mit seinen Fotos schon knapp 14.000 Menschen. Auf seinem Profil zeigt er Eindrücke aus seinem Leben und von sich.

Lejs, steigert die Plattform dein Selbstwertgefühl?

Lejs Ibrahimovic: Früher war das auf jeden Fall ausgeprägter als heute. Da hatte man weniger Selbstbewusstsein als jetzt, und durch die ganzen Likes kam das schon so, dass man ein stärkeres Selbstwertgefühl hatte. Mittlerweile ist das aber gar nicht mehr so.

Verspürst du Druck dich selber perfekt zu präsentieren?
Ibrahimovic: Ich würde es nicht als Druck bezeichnen. Natürlich achtet man schon irgendwie drauf, dass man gut rüberkommt – auch so wie man dastehen will. Es ist meine eigene Seite, und wenn eine fremde Person auf die Seite kommt, will man ja dass da ein bestimmter Eindruck besteht. Deswegen würde ich schon sagen, dass man sich gut präsentieren will.

Hat Instagram deine Einstellung zum Körper verändert?
Ibrahimovic: Zum Körper nicht wirklich. Trotzdem wird von den Klamotten, vom Gesicht und von den Haaren auf Instagram ein Standard vermittelt. Ich denke man wird in einer gewissen Art unterbewusst beeinflusst.

Wie findest du es, wenn sich zum Beispiel magersüchtige Mädchen auf Instagram präsentieren und andere dazu anspornen mitzumachen?
Ibrahimovic: Natürlich finde ich es nicht gut. Viele Leute lassen sich auch manipulieren. Vor allem auch Instagram sollte aufpassen, dass sowas nicht veröffentlicht wird. 

Ratschläge von Jugendberaterin

Von einem Anstieg der Fälle kann nicht wirklich gesprochen werden. Das Thema nimmt immer mehr Raum ein. Man merkt die gesellschaftliche Wirkung, so Barbara Evangelou, Fachleiterin Familien-, Erziehungs-, und Jugendberatung im Evangelischen Zentrum für Beratung und Therapie am Weißen Stein.

Frau Evangelou, was raten Sie den Jugendlichen?
Barbara Evangelou: Wir versuchen immer für die Betroffenen eine ganz persönliche und individuelle Herangehensweise zu finden, weil die Übergänge eben fließend sind und nicht alle, die zu uns kommen, schon eine massive Essstörung haben. Wenn das wirklich ganz deutlich ist, dass ein Jugendlicher magersüchtig ist und auch solche Verhaltensweisen beschreibt, dann versuchen wir natürlich zu gucken, ob eine ärztliche Abklärung unabdingbar ist. Wenn es nur eine besondere Beschäftigung mit dem Thema Körper und Schönheit ist, dann versuchen wir einfach zu hinterfragen und zu gucken was ist es denn eigentlich und welche Bedürfnislage liegt denn zu Grunde. In der Regel gibt es irgendwas, was auf einer Ebene tieferliegt.

Wie sehen Sie die Rolle von Instagram?
Barbara Evangelou: Ich denke Instagram ist ein „Booster“. Das Thema wird dadurch befördert. Es ist nicht der alleinige Auslöser, sondern es ist immer eine komplexe Situation wo Instagram sicherlich auch seine Rolle spielt. Gerade auch in der Online-Beratung haben wir oft den Fall, dass Jugendliche über sogenannte Pro-Ana Bewegungen erzählen.

Die evangelische Kirche bietet zum Thema Magersucht Hilfe an:

Evangelisches Zentrum für Beratung und Therapie am Weißen Stein
Olof-Palme-Straße 17, 60439 Frankfurt am Main
Familien-, Erziehungs-, und Jugendberatung
Fachleitung: Barbara Evangelou
Telefon 069 5302-220, Fax 069 5302-281
E-Mail: familienberatung@frankfurt-evangelisch.de

Evangelisches Zentrum für Beratung in Höchst
Leverkuser Straße 7, 65929 Frankfurt am Main
Psychologische Beratungsstelle
Paar- und Lebensberatung; Familien-, Erziehungs- und Jugendberatung
Fachleitung: Judith Rosner
Telefon 069 7593672-10, Fax 069 7593672-11
E-Mail: psychologischeberatung.hoechst@frankfurt-evangelisch.de

Online-Beratung des Fachverbandes bke (Bundeskonferenz für Erziehungsberatung e.V.) für Eltern und Jugendliche unter www.bke-beratung.de

[Manuel Lapuente]

Siehe, jetzt ist die Zeit der Gnade, siehe, jetzt ist der Tag des Heils!

2. Korinther 6, 2

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von Hans Genthe

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