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Diakonie: Rühl folgt Gern

Wechsel an der Spitze der Diakonie Hessen

EKHN/RahnViele fröhliche und bekannte Gesichter bei der Stabsübergabe der Diakonie Hessen (v.l.): Horst Rühl, Ursula Bouffier, Volker Bouffier, Malu Dreyer, Wolfgang Gern, Martin Hein, Karl Heinrich Schäfer, Ulrike Scherf, Volker JungViele fröhliche und bekannte Gesichter bei der Stabsübergabe der Diakonie Hessen (v.l.): Horst Rühl, Ursula Bouffier, Volker Bouffier, Malu Dreyer, Wolfgang Gern, Martin Hein, Karl Heinrich Schäfer, Ulrike Scherf, Volker Jung

Bei einem festlichen Gottesdienst ist der Vorstandsvorsitzende der Diakonie Hessen, Wolfgang Gern, verabschiedet und sein Nachfolger Horst Rühl eingeführt worden. Auch eine Ministerpräsidentin und ein Ministerpräsident waren dabei.

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Malu Dreyer und Wolfgang Gern Horst Rühl und Ministerpräsident Volker Bouffier (vorne links im Bild) Großer Bahnhof bei der Stabsübergabe u.a. mit Ministerpräsidentin Dreyer und Ministerpräsident Bouffier Festlicher Himmel, festlicher Wechsel an der Diakoniespitze in Wiesbadens Marktkirche 2016
Diakonie HessenHorst Rühl (l.) ist neuer Vorstandsvorsitzender der Diakonie Hessen, Er löst Wolfgang Gern (r.) ab.Horst Rühl (l.) ist neuer Vorstandsvorsitzender der Diakonie Hessen, Er löst Wolfgang Gern (r.) ab.

Wiesbaden, 13. April. 2016. „Die Stärke unserer Gesellschaft misst sich auch am Wohl derer, die in Not sind und die aus Not zu uns flüchten.“ Dies sagte Pfarrer Dr. Wolfgang Gern, Vorstandsvorsitzender der Diakonie Hessen, heute Nachmittag im Gottesdienst in der Wiesbadener Marktkirche anlässlich seiner Verabschiedung. Der Theologe, der seit dem Jahr 2000 Vorstandsvorsitzender des Diakonischen Werks in Hessen und Nassau war und seit dem Jahr 2013 in dieser Funktion der neu gegründeten Diakonie Hessen vorstand, nannte damit im Blick auf die Verfassung der Schweiz einen Grundgedanken, der seine Arbeit als Vorstandsvorsitzender geprägt hat. Im Blick auf den Grundsatz der Bundesrepublik Deutschland führte er einen weiteren prägenden Aspekt an: „Gottes Kraft ist in den Schwachen mächtig. Das ist das biblische Herzstück. Es ist das Verdienst der Mütter und Väter des Grundgesetzes, dieses biblische Herzstück aufgenommen zu haben. Für uns als Christen in Diakonie und Kirche heißt das nichts anderes als: Gott will, dass wir Verantwortung füreinander übernehmen.“ Dafür habe er immer einstehen wollen. „Dafür wollen wir arbeiten. Und vor allem dafür gibt es unsere Kirchen mit ihrer Diakonie.“ Der scheidende Vorstandsvorsitzende der Diakonie dankte für „das menschliche Miteinander, für das Lernen voneinander, für den großen Reichtum an Begabungen und Gaben, für alle gewachsene sozialpolitische Gemeinsamkeit.“

Der neue Vorstandsvorsitzende Pfarrer Horst Rühl sagte in seiner Ansprache in der Marktkirche, es sei eine vordringliche Aufgabe der Diakonie, die Frage nach dem, was Menschen brauchen, immer wieder zu stellen. Er schloss daran an: „Es ist dann auch die ‎politische und gesellschaftliche Aufgabe der Diakonie, die Antworten hörbar und die verzweifelten Schreie unüberhörbar zu machen. Manchmal stellvertretend, manchmal als Sprachrohr, auch für die, die als unsere Mitglieder die konkrete Arbeit mit den Menschen verantworten. Dafür ist eine aufmerksame und wachsame Diakonie nötig.“ Im Blick auf die zurückliegende Kommunalwahl sagte Horst Rühl, der seit 2012 Landespfarrer der Diakonie Kurhessen-Waldeck war und seit 2013 theologischer Vorstand der Diakonie Hessen ist: „Mir scheint mancher Wahlzettel ein solcher Hilferuf zu sein. Menschen empfinden sich in ihrer Not abgedrängt, ausgegrenzt und gefährdet.“ Man müsse von 12 Prozent aller Menschen in unserem reichen Hessenland ausgehen, die von Armut gefährdet seien. Der nächste Landessozialbericht böte daher eine große Chance zur Wahrnehmung: „Erfolgreiche Politik kann sich gerade dadurch auszeichnen, dass sie alle Bürgerinnen und Bürger im Blick hat. Teilhabe ist die Chance zur verantwortlichen Mitgestaltung der Gesellschaft. Hier weiß sich die Diakonie mit allen Wohlfahrtsverbänden in Hessen einig darin, dass wir den politisch verantwortlichen Menschen in Hessen in dieser Wahrnehmung deutliche Verstärker und kooperative Partner sein können und wollen."

Kirchenpräsident Dr. Volker Jung, Evangelische Kirche in Hessen und Nassau

Der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Dr. Volker Jung, verabschiedete Dr. Wolfgang Gern im Gottesdienst in den Ruhestand. Der Kirchenpräsident würdigte Gern als „Theologen der Leidenschaft und Mitleidenschaft“. Diakonie sei für ihn immer ein Ausdruck dafür gewesen, dass „Liebe das Tatwort des Glaubens ist“. Dabei habe er den evangelischen Wohlfahrtsverband unter anderem als „sozialpolitisches Gewissen“ der Kirchen profiliert. Herausragend sei Gerns Bemühen gewesen, Diakonie stets eng als unauflöslich mit der evangelischen Kirche verbunden zu begreifen. Gerns Kernsatz „Diakonie ohne Kirche wird geistlos, Kirche ohne Diakonie wird lieblos“ habe Maßstäbe gesetzt. Jung dankte ihm für seine „Leidenschaft und Kompetenz“ sowie für die „persönliche Freundschaft und Weggemeinschaft“.

Bischof Dr. Martin Hein, Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck

Der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Prof. Dr. Martin Hein, führte Pfarrer Horst Rühl in das Amt des Vorstandsvorsitzenden ein. „Das Eintreten für andere, für die Schwachen, für die Benachteiligten, für die Fremden zieht sich wie ein roter Faden durch die biblische Überlieferung. Hier liegt der Ursprung unseres diakonischen Ethos“, sagte der Bischof.

Man traue es Horst Rühl zu, dieses verantwortungsvolle Amt in schwierigen Zeiten auszufüllen und ihm eine deutliche Prägung geben zu können: „zum Nutzen der Diakonie als eines großen Sozialverbandes, aber mehr noch zum Nutzen der vielen Menschen, für die unsere Diakonie einsteht.“ Rühl könne sich darauf verlassen, dass in dem Vertrauen, das ihm ausgesprochen werde, Gott selbst wirke und dass der Ruf in dieses Amt sein Ruf sei.

Dr. Wolfgang Gern hatte vor dem Beginn seiner Tätigkeit als Vorstandsvorsitzender im Diakonischen Werk in Hessen und Nassau mit Sitz in Frankfurt am Main im Jahr 2000 seit 1996 bis 2000 die Leitung des Seminars für kirchlichen Dienst in der Industriegesellschaft (Gossner Mission) in Mainz inne. Zuvor war er mehrere Jahre Pfarrer in Reichelsheim/Odenwald. (Vita Dr. Wolfgang Gern unter: www.diakonie-hessen.de/ueber-uns/organe/vorstand).

Der neue Vorstandsvorsitzende Horst Rühl leitete bis zu seiner Vorstandstätigkeit im Landesverband von 2007 bis 2012 das Waldecksche Diakonissenhaus Sophienheim, Bad Arolsen. Berufsbegleitend hatte er in Heidelberg Diakoniewissenschaften studiert. Von 1986 bis 2007 war er in Hanau als Pfarrer der Evangelischen Marienkirchengemeinde tätig. (Vita Horst Rühl unter: www.diakonie-hessen.de/ueber-uns/organe/vorstand).

Grußworte in der Marktkirche im Anschluss an den Gottesdienst

Diakonie-Präsident Ulrich Lilie, Diakonie Deutschland

Diakonie-Präsident Ulrich Lilie sagte in seinem Grußwort in Anschluss an den Gottesdienst: „Dr. Wolfgang Gern ist ein engagierter und streitbarer Menschenfreund, der mit Empathie für den Einzelnen und Kompetenz für die Sache das Soziale aus dem Geiste des Evangeliums gestaltet und als Gestaltungsaufgabe für Dickbrettbohrer versteht. Ich freue mich, dass Horst Rühl aus dem gleichen Geist mit großem Moderationstalent und mit einem Bewusstsein für Kontinuität das Renommee und die sehr gute politische Vernetzung der Diakonie Hessen gemeinsam mit den Vorstandskollegen und allen Mitarbeitenden weiter entwickeln wird.“

Ministerpräsident Volker Bouffier, Hessen

Der Hessische Ministerpräsident Volker Bouffier betonte in seinem Grußwort: „Dr. Wolfgang Gern ist ein Streiter und Kämpfer für das Soziale in Kirche und Politik: fachlich versiert, unermüdlich und leidenschaftlich für die Menschen engagiert. Dabei hat er nicht nur der Diakonie in den vergangenen 16 Jahren eine starke Stimme gegeben, sondern er sprach für jene, die in unserer Gesellschaft keine laute Stimme haben. Dr. Wolfgang Gern war ein Mahner für soziale Gerechtigkeit – in Hessen und in ganz Deutschland.“ Er wünschte Dr. Wolfgang Gern für seine weitere Zukunft alles Gute: „Für Ihre Arbeit in Ruanda, einem der Krisenländer unserer Erde, wünsche ich Ihnen von Herzen alles Gute.“ Den Nachfolger und neuen Vorstandsvorsitzenden der Diakonie Hessen hieß  Ministerpräsident Bouffier in seinem Amt willkommen. „Ich bin mir sicher, Pfarrer Horst Rühl wird die Arbeit der Diakonie Hessen erfolgreich fortsetzen. Lieber Herr Rühl, ich freue mich auf die kommende Zusammenarbeit.“

Malu Dreyer, Ministerpräsidentin Rheinland Pfalz

Ministerpräsidentin Malu Dreyer sagte bei der Verabschiedung: „Als ein Mensch mit christlicher Überzeugung hat Dr. Wolfgang Gern die Ungerechtigkeit, die sich aus Armut und Ungleichheit ergibt, nicht akzeptiert. Er hat sich als Sprecher der Nationalen Armutskonferenz und als Vorstandsvorsitzender des Diakonischen Werks in Hessen und Nassau mit außergewöhnlichem Engagement für die benachteiligten Menschen in unserem Land eingesetzt. Das Diakonische Werk ist seit jeher ein wichtiger Partner der Landesregierung. Für die vielfältige und stets vertrauensvolle Zusammenarbeit möchte ich Dr. Wolfgang Gern ganz besonders danken. Er hat soziale Wirklichkeit gestaltet und kann auf einen beeindruckenden Lebenslauf zurückblicken. Seinem Nachfolger Horst Rühl wünsche ich für seine neue Aufgabe alles Gute und Gottes Segen.“

Thomas Domnick, Diözesancaritasdirektor Caritasverband für die Diözese Mainz

Thomas Domnick, Diözesancaritasdirektor und Vorstandsvorsitzender der LIGA der freien Wohlfahrtspflege in Hessen, übergab an Dr. Wolfgang Gern für die „geschwisterliche ökumenische Zusammenarbeit“ die Skulptur des „Barmherzigen Samariters“ und sagte bei der Verleihung: „Dr. Gern stellt Konventionen in Frage, wenn es um die Würde und das Wohlergehen des Anderen geht.“

Pfarrer Joachim Bertelmann, Vorsitzender Aufsichtsrat Diakonie Hessen

Pfarrer Joachim Bertelmann, der Vorsitzende des Aufsichtsrats der Diakonie Hessen, sagte abschließend: „Pfarrer Dr. Gern hat als Sprecher der Nationalen Armutskonferenz und in der aktuellen Flüchtlingsdebatte deutliche Spuren seines positiven Wirkens hinterlassen. Dabei ist es ihm gelungen, die Botschaft des Evangeliums unmittelbar in die konkrete politische Debatte einzubringen. Bei der Fusion der beiden Diakonischen Werke Hessen-Nassau und Kurhessen-Waldeck hat er wesentlich dazu beigetragen, dass Diakonie und Kirche mit einer Stimme sprechen. Der Aufsichtsrat dankt Dr. Gern für seinen unermüdlichen Einsatz. Pfarrer Horst Rühl kommt die Aufgabe zu, die besondere Chance der Diakonie Hessen in ihren Ausdifferenzierungen, als Werk der Kirche, als Mitgliederverband und als Spitzenverband der Liga der Wohlfahrtspflege zu profilieren. In jeder Gemeinde und jeder Stadt im Einzugsgebiet der Diakonie Hessen sind Menschen ehrenamtlich und/oder beruflich diakonisch engagiert. Seine großartige Fähigkeit, Menschen zu begeistern und miteinander in einen Dialog einzutreten wird ihm helfen, für die Kirchen und die Diakonie Hessen ,neue Schätze‘ zu heben.“

Stichwort: Diakonie Hessen

Die Diakonie Hessen – Diakonisches Werk in Hessen und Nassau und Kurhessen-Waldeck e.V. ist der soziale Dienst der Evangelischen Kirchen in Hessen und Nassau und Kurhessen-Waldeck. Als Landesverband unterstützt sie ihre über 430 Mitgliedseinrichtungen im gesamten Gebiet des Bundeslandes Hessen, in Teilen von Rheinland-Pfalz und im thüringischen Schmalkalden. 30 regionale Diakonische Werke bieten in den Regionen praktische Hilfe auf vielen Gebieten. Es gibt mehr als 1.300 Einrichtungen, Angebote und ambulante Dienste in der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe, Alten- und Krankenpflege, Sucht- und Behindertenhilfe, Migrations- und Flüchtlingsarbeit sowie in der Beratung von Menschen mit sozialen Schwierigkeiten. Die Diakonie Hessen ist Träger des Evangelischen Fröbelseminars, das an den Standorten Kassel und Korbach sozialpädagogische Fachkräfte ausbildet.

An der Spitze des Landesverbandes steht ab dem 1. Mai Pfarrer Horst Rühl als Vorstandsvorsitzender. Den Vorstand komplettieren Dr. Harald Clausen, Juristischer Vorstand, und Wilfried Knapp, Kaufmännischer Vorstand. Ende des Monats geht der bisherige Vorstandsvorsitzende Pfarrer Dr. Wolfgang Gern in den Ruhestand.

Stichwort: Aufsichtsrat Diakonie Hessen

Den Vorsitz im Aufsichtsrat der Diakonie Hessen, dem Kontrollgremium, hat Pfarrer Joachim Bertelmann, seine Stellvertreterin ist Pfarrerin Esther Gebhardt. Dem Aufsichtsrat gehören Vertreter der Mitglieder der Diakonie Hessen, der Evangelischen Kirchen in Hessen und Nassau und Kurhessen-Waldeck sowie der Gesamtausschüsse der Mitarbeitervertretungen an. Der Vorsitzende der Mitgliederversammlung ist der ehemalige langjährige rheinland-pfälzische Innenminister Karl Peter Bruch (SPD), stellvertretende Vorsitzende ist Margret Artzt.

Mehr Informationen, Texte und Bilder vom Stabwechsel in der Diakonie Hessen unter:
www.diakonie-hessen.de

 

 

Seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht.

Lukas 21, 28

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von david-hertle / unsplash

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