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Älter werden

Stadtbücherei Frankfurt zeigt: „Das Alter in der Karikatur“

yuri/istockphoto.com4 Senioren gucken in die Kamera und lachen.Lachende Senioren.

Pippi Langstrumpf mit Falten und Altersflecken. Das ist nur eine Karikatur, die seit dem 17.06.2015 in der Frankfurter Stadtbücherei ausgestellt wird.

Gerhard Haderer/ Franziska PolanskiFlyer zur Ausstellung „Das Alter in der Karikatur".Flyer zur Ausstellung „Das Alter in der Karikatur".

Lässig zurückgelehnt, den linken Arm auf die Lehne des Gartenstuhls gestützt, lacht dem Betrachter Pippi Langstrumpf entgegen. Doch das Bild wäre keine Karikatur, wenn die Romanfigur Astrid Lindgrens nicht noch etwas anderes zeigen würde: Pippi ist gealtert. Der Körper ist der einer alten Frau, die Arme sind faltig und mit Altersflecken bedeckt. Das Bild „Botox-Boom“ des österreichischen Karikaturisten Gerhard Haderer ist Teil der Ausstellung „Das Alter in der Karikatur“, die von Mittwoch 17.06.2015 bis 10. Juli 2015 in der Frankfurter Stadtbücherei zu sehen ist. Das Projekt von Diakonie Hessen, Innerer Mission und Evangelischem Regionalverband gehört zum Rahmenprogramm des Deutschen Seniorentags, der vom 2. bis 4. Juli in Frankfurt am Main stattfindet.

„Im Humor platzen Gefühle und Ängste hervor, die sonst politisch nicht korrekt sind“

Rund 100 Karikaturen, vom Poster bis zur Postkarte, hat Kuratorin Franziska Polanski zusammengetragen. Zu sehen sind Karikaturen von Greser&Lenz, Gerhard Mester, Franziska Becker, Gerhard Haderer, Peter Gut und anderen, die in den vergangenen zehn Jahren entstanden. Die Ausstellung gliedert sich in die Bereiche „Körperbilder im Alter“, „Das Alter erleben“, „Alt und Jung“, „Neue Bilder des Alters“ und „Der alte Mann und die alte Frau. „Im Humor platzen Gefühle und Ängste hervor, die sonst politisch nicht korrekt sind“, erläutert Polanski. In den Karikaturen setze sich der Betrachter unbewusst mit seinen Gefühlen über das Alter auseinander. Lachen wirke oft befreiend. „Der Humor ist das Tor zum Unbewussten.“

Ängste vor dem Alter thematisieren

Polanski ist Leiterin eines Forschungsprojekts an der Universität in Heidelberg. Sie untersucht Altersbilder in der Karikatur aus den vergangenen vierzig Jahren. Rund 2.500 Karikaturen analysierte die Wissenschaftlerin bereits dafür. „Das Altersbild hat sich verändert“, erklärt sie. Die negativen Altersbilder hätten in den vergangenen Jahren zugenommen. „In der Karikatur sind alte Menschen zu gebrechlichen Figuren und ästhetisch weniger ansprechend geworden.“ Dies widerspreche der tatsächlichen Entwicklung. „Das große Thema unserer Gesellschaft ist das aktive Alter. Themen wie Demenz und Pflege finden abseits statt“, sagt Polanski. Demenz mache Familien oft Angst. „Ich will mit der Ausstellung diese Ängste vor dem Alter thematisieren und in den Diskurs bringen.“

„In den Karikaturen wird man mit seinen eigenen Alters-Stereotypen konfrontiert“

Dagmar Jung von der Diakonie Hessen holte die Zeichnungen nach Frankfurt. „Wir wollen uns dem Thema Alter vielfältig nähern“, sagt sie. „In den Karikaturen wird man mit seinen eigenen Alters-Stereotypen konfrontiert“, sagt Jung. „Das Lachen darüber ist oft befreiend.“ Auch die Potenziale des Alters seien ein großes Thema. „Das Älterwerden ist das größte Arbeitsfeld der Diakonie“, sagt Jung. „Wir wollen mitwirken und die Gesellschaft gestalten." Die Stadtbibliothek sei Ort für viele Generationen und deshalb gut für eine solche Ausstellung geeignet.

Religion ist das,
was uns unbedingt angeht.

(Paul Johannes Tillich)

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