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Schulden

Stellenrückgang bei Schuldnerberatung des Diakonischen Werks Gießen

Svanblar/istockphoto.com

„Wir liegen im Trend. Das zeigt sich in der nach wie vor hohen Nachfrage“, sagte der Leiter der Gießener Schuldnerberatung. Dort wurden 2014 über 800 Menschen wegen Geldsorgen beraten.

Trotz guter Wirtschaftsdaten bleibt die Schuldnerberatung des Diakonischen Werks Gießen stark gefragt. Im vergangenen Jahr haben die vier Berater insgesamt 828 verschuldeten Menschen geholfen, wie der Leiter der Schuldnerberatung, Werner Ruppel-Sinn, am Dienstag sagte. Bundesweit seien fast zehn Prozent der erwachsenen Bevölkerung verschuldet. „Wir liegen im Trend. Das zeigt sich in der nach wie vor hohen Nachfrage.“ Die Wartezeit für ein Erstgespräch beträgt in Gießen vier bis fünf Monate.

Zeitgleich stagniere die Finanzierung der Schuldnerberatung auf dem bisherigen Niveau, kritisierte die Sozialarbeiterin Doris Graf-Lutzmann. Die Mittel von Stadt und Landkreis seien trotz Tarifsteigerungen nicht erhöht worden. Im vergangenen Jahr sank daher die Stellenanzahl von 3,6 auf drei Stellen. Das Gesamtbudget der Schuldnerberatung beträgt 350.000 Euro pro Jahr. 59 Prozent finanzieren Stadt und Landkreis Gießen sowie die EU. Den Rest trägt das Diakonische Werk.

„Die Komplexität der Fälle steigt“, berichtete Graf-Lutzmann. Hilfesuchende kämen mit „vielen unterschiedlichen Problemen existenzieller Art“. Sie hätten „deutlich mehr Randprobleme“ wie Sucht, Eheprobleme oder Unterhaltszahlungen, ergänzte Ruppel-Sinn. Einen Schwerpunkt bildeten Menschen aus dem Hartz IV-Bezug, gefolgt von verschuldeten Arbeitnehmern, die immerhin ein Drittel der Ratsuchenden ausmachten. Die Zahl der verschuldeten Selbstständigen sank im vergangenen Jahr von sechs Prozent auf 2,2 Prozent.

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