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Themenvisitation

Kirche besucht Tante Emma

Kai FuchsThemenvisitation in RodgauThemenvisitation in Rodgau

Bei „Tante Emma“ in Jügesheim ist viel los – auch an diesem heißen Sommervormittag: Engagierte Bürger verteilen nicht nur Lebensmittel, sondern bieten auch Beratung, Infoveranstaltungen, Freizeitangebote und immer wieder ein gutes Wort bei einer Tasse Kaffee. Bürger, Kommune, Wirtschaft und Kirchen ziehen gemeinsam an einem Strick, um Notlagen zu lindern. Pröpstin und Dekan nahmen „Tante Emma“ unter die Lupe.

Kai FuchsThemenvisitation in RodgauThemenvisitation in Rodgau

Wie entwickelt sich die Region, und welche Rolle kann und wird die evangelische Kirche dabei zukünftig einnehmen? An zehn Orten quer durch die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) zwischen Biedenkopf und dem Neckar führt die Landeskirche derzeit so genannte „Themenvisitationen“ zu dieser Frage durch – darunter die zur Stadt Rodgau zählende Kirchengemeinde Dudenhofen. Zusammen mit einer Kommission aus weiteren Kirchenvertreterinnen und -vertretern besuchten die Pröpstin für Rhein-Main, Gabriele Scherle, und der Rodgauer Dekan Carsten Tag die traditionsreiche Kirchengemeinde und sprachen mit Expertinnen und Experten vor Ort über Potenziale und Perspektiven. 

Koch- und Haushaltstipps gehören dazu

Die aus einer Privatinitiative entstandene Einrichtung „Tante Emma“ verteilt nicht nur Lebensmittel an bedürftige Menschen, sondern bietet auch Beratung, Infoveranstaltungen, Freizeitangebote und immer wieder ein gutes Wort bei einer Tasse Kaffee. Jeden Donnerstag haben die Damen der Evangelischen Frauenhilfe Dudenhofen den dort ehrenamtlichen Dienst. Die Frauen um Vorsitzende Edith Koch tun weit mehr als „nur“ Lebensmittel verteilen. Sie geben Koch- und Haushaltstipps und halten auch mal eine Hand, wenn Ermutigung nötig ist. Aus einer Hilfsinitiative, die einmal pro Woche ihre Türen öffnete, ist längst ein professionell geführter Nonprofit-Betrieb geworden, der wochentäglich in einem festen Ladenlokal für Kunden und Klienten da ist, berichtet Mitinitiator Lothar Mark der kirchlichen Besuchergruppe, die sich hier über Entwicklung und Zukunft von Region und Kirche informieren will. 

Visitationen geben Anregungen für die zukünftige Arbeit

Der Besuch einer Delegation aus Vertreterinnen und Vertretern der Evangelischen Kirche bei „Tante Emma“ war Teil einer so genannten „Themenvisitation“, die die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau derzeit durchführt. Visitationen haben in der Kirche eine lange Tradition. In der Regel visitieren sich Kirchengemeinden in regelmäßigen Abständen gegenseitig, um Feedback, Wertschätzung und Anregungen für die zukünftige Arbeit zu geben und zu erhalten. Außerdem vernetzen die Gemeindebesuche Kirchenleitung und Basis – die unterschiedlichen Ebenen kirchlicher Arbeit nehmen einander besser wahr.

Kirchengemeinde ist gut verankert

Immer spielt das Umfeld der Gemeinde eine Rolle, bei einer „Themenvisitation“ ist es sogar im Fokus, sagt Pröpstin Gabriele Scherle. „Hier in Dudenhofen und an neun anderen Orten in der EKHN wollen wir herausfinden, welche Rolle und Bedeutung wir als evangelische Kirche bei der Entwicklung der Region zukünftig einnehmen können und werden. Und mich hat beeindruckt, wie gut verankert die Evangelische Kirchengemeinde Dudenhofen im Gemeinwesen ist – und als wichtiger Akteur bei dessen Gestaltung gewollt und gebraucht wird.“

Die „Tante Emma“ im Rodgauer Stadtteil Jügesheim, in der sich Menschen aus ganz Rodgau ehrenamtlich für Bedürftige engagieren, ist ein Beispiel dafür, welche Rolle auch demografische, soziale und ökonomische Faktoren dabei spielen – und welche Auswirkungen das auf die Angebote und Arbeit einer evangelischen Kirchengemeinde vor Ort hat. Bei „Tante Emma“ engagieren sich – wie in vielen vergleichbaren Einrichtungen – Bürger, Kommune, Wirtschaft und Kirchen gemeinsam, um einen gesellschaftlichen Notstand zu lindern. 

Kirchenleitung bekommt einen Eindruck von der Basis

„Uns geht es bei den Themenvisitationen vor allem um exemplarische Statements zur Situation und Entwicklung vor Ort, um auch der Kirchenleitung einen Eindruck von der Basis wiederzugeben“, erklärt Pröpstin Scherle Sinn und Zweck des Verfahrens. Deswegen standen vor und nach dem Besuch in Jügesheim auch Gespräche und Begegnungen mit weiteren Expertinnen und Experten auf dem Programm: Etwa Rodgaus Bürgermeister Jürgen Hoffmann, mit dem es unter anderem um die Frage nach der Identität einer Stadt und ihrer Einwohner in mehreren selbstbewussten Ortsteilen geht. Dudenhofens Ortsvorsteher Gerald Klein machte im Rahmen einer Ortsführung die Veränderungen in der Wohn- und Infrastruktur des Stadtteils deutlich, und Christina Koch, Pfarrerin der Evangelischen Kirchengemeinde dort, war Gesprächspartnerin zur Rolle von Kirchen und Religionsgemeinschaften in der lokalen Bürgergesellschaft.

Dekan Tag hob am Ende des Tages unter anderem die vielfältigen Verbindungen positiv hervor, die es zwischen der Kirchengemeinde und den kommunalen Vertretern sowie Vereinen bestehen. Kirche ist hier „mitten im Dorf“, was auch der „geborenen Netzwerkerin“ Pfarrerin Koch zu verdanken ist, die seit über zwei Jahren zusammen mit dem Kirchenvorstand die Gemeinde leitet.

Der Gott der Hoffnung
aber erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben,
dass ihr immer reicher werdet
an Hoffnung durch die Kraft des Heiligen Geistes.

(Röm 15,13)

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