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Urteil zu Intersexualität

Verfassungsrichter fordern drittes Geschlecht im Geburtenregister

pikepicture/istockphoto.com

Die EKHN begrüßt das Urteil zur Intersexualität vom Bundesverfassungsgericht. Die Richter haben damit dem Gesetzgeber eine Aufgabe bis Ende 2018 gestellt.

Ein intersexueller Mensch hatte geklagt, sein Geschlecht (weiblich) solle im Geburtenregister zu „inter“ oder „divers“ verändert werden. Das Standesamt lehnte den Antrag ab, so dass die Person vor Gericht zog. Sie verlor bisher vor allen Instanzen. Nun hat ihr das Bundesverfassungsgericht Recht gegeben. „Durch die bloße Eröffnung der Möglichkeit eines weiteren Geschlechtseintrags wird niemand gezwungen, sich diesem weiteren Geschlecht zuzuordnen. Allerdings müssen in einem Regelungssystem, das Geschlechtsangaben vorsieht, die derzeit bestehenden Möglichkeiten für Personen mit Varianten der Geschlechtsentwicklung, sich als weiblich, männlich oder ohne Geschlechtseintrag registrieren zu lassen, erhalten bleiben“, heißt es aus Karlsruhe.

Die EKHN begrüßt das Urteil 

Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau hat das Urteil des Bundeverfassungsgerichts begrüßt, ein drittes Geschlecht im Geburtsregister einzutragen. „Das ist ein wichtiger Schritt für Menschen, die sich bisher keinem der beiden Geschlechter zuordnen konnten und ein Meilenstein auf dem Weg zu mehr Akzeptanz in der Gesellschaft“, sagte der Sprecher der EKHN, Volker Rahn. Die evangelische Kirche setze sich seit längerem dafür ein, dass die Rechte von intergeschlechtlichen Menschen geachtet werden. 

Zuletzt hatte Kirchenpräsident Volker Jung betont, dass es beispielsweise eine der Lehren der Reformation sei, eingefahrene Denkmuster immer wieder neu zu überprüfen. Das gelte auch für den Blick auf Menschen mit unterschiedlichster sexueller Orientierung. Basis müsse das Vertrauen in die Liebe Gottes bleiben, der das Leben in seiner Vielfältigkeit geschenkt habe. Aufgabe bleibe es, sich selbst und andere „anzunehmen“.

Als Begründung führen die Verfassungsrichter das im Grundgesetz geschützte Persönlichkeitsrecht an. In Karlsruhe wurde beschlossen, dass der Gesetzgeber nun bis Ende 2018 neben männlich und weiblich für ein drittes Geschlecht eine Regelung treffen muss. Dieser Begriff soll eine positive Bezeichnung des Geschlechts sein. Bisher hatten intersexuelle Menschen nur die Möglichkeit den Eintrag im Geburtsregister leer zu lassen.

Intersexuelle Menschen können genetisch, anatomisch oder hormonell nicht eindeutig dem weiblichen oder männlichen Geschlecht zugeordnet werden.

Christus spricht: Ich bin der gute Hirte. Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben.

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