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Nacht der Bibel

Video: Die Bibel anfassen, hören, sehen und erleben

Erika von BassewitzVier Schauspieler sitzen auf der Bühne und lesenSchauspieler erzählen Geschichten aus der Bibel an der Frankfurter Goethe-Universität

Die erste Nacht der Bibel übertrifft alle Erwartungen. Mehrere Hundert begeisterte Besucher wollten am Mittwochabend in einer lauen Sommernacht die Bibel neu erfahren.

Erika von BassewitzMann beäugt Herodestempel in MiniaturAuch die Ausstellung des Bibelmuseums kommt gut an. Hier: Der Herodestempel

Die Frankfurter Goethe-Universität wird 100 Jahre alt. Zu diesem Jubiläum haben der Fachbereich Theologie und die EKHN-Stiftung zur Nacht der Bibel eingeladen. „Vieles in unserer Kultur - auch Goethe- versteht man ohne Bibel-Kenntnisse nicht“, erklärt Theologie-Professor Stefan Alkier die Bedeutung der Bibel auch für Nicht-Christen bei der Eröffnung. Zudem wolle man den Bürgern die Bibel näher bringen, denn die Goethe-Universität sei eine Bürger-Universität.

Bibel für alle Sinne

Mit einem vielseitigen Programm sprechen die Veranstalter die Sinne der Menschen an: Im rot ausgeleuchteten Saal erzählen etablierte Schauspieler und Schauspielerinnen Geschichten aus der Bibel von Moses bis zur Bergpredigt, wobei sie jede halbe Stunde von Musikern abgelöst werden - eine Mischung aus Klassik, Jazz, Rock und Soul. Filmfreunde können den Abend mit insgesamt sieben Filmen verbringen, während Bücherfreunde in den verschiedensten Bibeln für Kinder und Erwachsene stöbern. 

Schlangen im Beduinenzelt

Zur gleichen Zeit wimmelt es rund um das Beduinenzelt des Bibelmuseums von Schlangen – sehr zum Vergnügen der Besucher im vollbesetzten Saal. Sie haben beim Bibliolog über den Sündenfall Evas die Rolle der verführerischen Schlange übernommen. Frank Muchlinsky, Pfarrer und Journalist bei evanglisch.de, leitet die Fragen. Warum will die Schlange, dass Eva in den Apfel beißt? Jeder darf sich melden, falsche Antworten gibt es nicht. „Es ist eine ganz neue Selbsterfahrung, man lernt dabei viel über die Bibel, aber auch über sich selbst“, erklärt der Redakteur. Der Bibliolog basiert auf einer jüdischen Tradition, bei Texten nicht nur die Buchstaben zu interpretieren, sondern auch das, was nicht gesagt wird. Es sei eine „Erlebnisreise“, auf die Muchlinsky die Menschen mitnehme, keine Vorlesung. „Total interessante Methode, super spannend“, sagt eine Besucherin. „Man kann einfach mitmachen.“ Auch der Kinderbibelstand, die Lesungen, das Kino und die Musik kommen gut an. 

Mehr Besucher bei der Nacht der Bibel als erwartet

„Es ist wunderschön. Wir mussten überall Stühle dazu stellen“, berichtet Christian Stein vom Fachbereich, der mit seinen Studierenden die Nacht der Bibel mit vorbereitet hat. Allein 250 Anmeldungen gab es im Vorfeld, viele Besucher sind auch spontan gekommen. „Wir wollten nichts angestaubtes, sondern raus aus dem Elfenbeinturm und mit den Leuten ins Gespräch kommen“, erklärt der Theologe. Ihm ist es auch wichtig, mit Menschen zu reden, die wenig Bezug zur Theologie, dafür aber Fragen haben. „Wir wollen auch nach außen kommunizieren, was wir hier tun.“ Die Nacht der Bibel war als einmaliges Event geplant, aber eine Folgeveranstaltung kann er sich gut vorstellen. Ideen hätte er genug. Aber er hat auch gemerkt, dass die Wissenschaftler Kooperationspartner brauchen, die Erfahrung mit Großveranstaltungen haben wie die EKHN-Stiftung. Daran soll es nicht scheitern: Auch die Geschäftsführerin der EKHN-Stiftung Friederike von Bünau ist von dem Format begeistert: „Sicher kann man das wiederholen.“

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Nächte der Kirchen in Hessen und Nassau

Ich merke, der weite Raum
entsteht nicht in mir und durch mich.
Er entsteht, weil andere da sind,
die mir Räume eröffnen,
gnädig umgehen mit meinen Schwächen,
sich einsetzen für einen menschenwürdigen Umgang
mit allen Menschen.

(Melanie Beiner zu Psalm 31,9)

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