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Polizeiseelsorge

Viele Polizist:innen fühlen sich mit Respektlosigkeit konfrontiert

© gettyimages, ekh-picturesPolizeiautoViele Polizist:innen nehmen ihren Auftrag ernst, die öffentliche Sicherheit und Ordnung zu bewahren

Nach Aussagen des Polizeipfarrers Martin Schulz-Rauch stoße manches Verhalten von Demonstrant:innen bei Polizist:innen auf Unverständnis. Dabei haben viele Polizist:innen großen Respekt vor dem Recht auf Versammlungsfreiheit. Nach den Einsätzen können Seelsorgegespräche helfen, die emotionalen Belastungen anhand neuer Perspektiven zu verarbeiten.

(epd). Polizistinnen und Polizisten fühlen sich nach den Worten des hessen-nassauischen Polizeipfarrers Martin Schulz-Rauch bei der Ausübung ihres Dienstes oft respektlos behandelt. Dies empfänden die Beamten als belastend, sagte der Theologe dem Evangelischen Pressedienst (epd) in Frankfurt am Main.

Unverständnis bei Polizei, wenn Demonstrant:innen nicht auf gesetzeskonforme Anweisungen reagieren

Wenn bei Demonstrationen wie am vergangenen Wochenende in Lützerath Gruppen von Teilnehmern sich nicht an die gesetzeskonformen Maßnahmen der Polizei hielten, erzeuge dies Unverständnis bei den Beamten: «Im Rahmen ihres Auftrags, die öffentliche Sicherheit und Ordnung zu garantieren, haben die Polizisten großen Respekt vor dem Recht auf Versammlungsfreiheit.»

So stoße es bei den Polizisten auf Unverständnis, wenn Demonstranten Platzverweise nicht befolgten oder sich trotz Aufforderung weigerten, einen Platz zu räumen: «Viele Beamte regieren innerlich genervt: 'Muss das denn sein?'» Die Polizei versuche stets, eine Lage zu deeskalieren, indem sie Demonstranten mehrfach zur Einhaltung von Regeln auffordere, etwa einen Platz zu räumen. Wenn Demonstranten dies nicht befolgten und Zwangsmaßnahmen nötig seien, wähle die Polizei die mildestmögliche angemessene Maßnahme. Der Vorwurf von Polizeigewalt basiere in vielen Fällen auf der Unkenntnis von Einsatzregeln. «Eine Festnahme als solche ist noch keine Polizeigewalt», sagte Schulz-Rauch.

Zielscheibe von Beschimpfungen rechtsradikaler Demonstrierender

Wenn etwa bei rechtsradikalen Demonstrationen Gegendemonstranten die Beamten mit dem Ruf beschimpften: «Deutsche Polizisten schützen die Faschisten», würden sie das Recht auf Versammlungsfreiheit völlig verkennen. Davon abgesehen lehnten die allermeisten Beamte rechtsradikales Gedankengut entschieden ab.

Ärger, Belastungen und Selbstvorwürfe im Seelsorgegespräch ansprechen

Nach einer Demonstration werde der Einsatz und die Anwendung von Zwangsmaßnahmen unter Einschluss von belastenden Situationen nachbesprochen. Eine Polizeipfarrerin oder ein Polizeipfarrer biete Beamten in Seelsorgegesprächen die Möglichkeit, Ärger, Belastung oder Selbstvorwürfe auszusprechen und das Ereignis aus einer anderen Perspektive zu betrachten, etwa eine Demonstration für mehr Klimaschutz in den gesamtgesellschaftlichen Rahmen einzuordnen.

Polizeiseelsorge in der EKHN

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(Volker Jung)

Volker Jung

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von Quelle: gettyimages, stockam

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