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Industrie 4.0

Vierte industrielle Revolution: Wo bleibt der Mensch?

Stock photo © josemoraesIndustrieroboterAutomatisierung und Digitalisierung haben seit Jahrzehnten in der Industrie Einzug gehalten, doch die "Industrie 4.0" will einen Schritt weiter gehen

Die so genannte „Industrie 4.0“ soll einen neuen Innovationsschub bringen. Unternehmen können dann ganze Wertschöpfungsnetzwerke hoch flexibel in nahezu Echtzeit optimieren. Was bedeutet das für die Arbeitszeit und den Arbeitsschutz von Arbeitnehmern? Darüber haben sich jetzt Vertreter der evangelischen Landeskirchen in Rheinland-Pfalz ausgetauscht.

Schnell noch ein paar dienstliche Mails lesen, während die Kinder nebenan im Wohnzimmer spielen – in der modernen Arbeitswelt verschwimmen zunehmend die Grenzen zwischen Beruf und Freizeit. Über die Risiken und die Chancen einer „Schönen neuen Arbeitswelt“ diskutierten Vertreterinnen und Vertreter der evangelischen Landeskirchen in Rheinland-Pfalz und von Gewerkschaften gestern bei einem Fachgespräch im Julius-Lehlbach-Haus in Mainz. Als Gastgeber begrüßte Dietmar Muscheid, Vorsitzender DGB Rheinland-Pfalz/Saarland, und warb dafür, den Wandel in der Arbeitswelt frühzeitig zu erkennen und im Sinne der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu gestalten.

Neu über Arbeitsschutz nachdenken

„Was Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ganz neue Freiheiten eröffnet und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf durchaus erleichtern kann, birgt gleichzeitig große Risiken und verunsichert die Beschäftigten. Anforderungsprofile und Arbeitsabläufe ändern sich und die Beschäftigten sollen ständig Schritt halten. Neue Formen der Arbeit verlangen deshalb, dass wir über Arbeitsschutz neu nachdenken. Flexible Arbeitszeitmodelle für das Alter, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, offensive Mitbestimmungsmöglichkeiten und nicht zuletzt faire Bezahlung müssen die Leitplanken sein für die Arbeit der Zukunft“, so Dietmar Muscheid.  

Industrie 4.0 – vierte industrielle Revolution  bringt Veränderungen

Wie können Veränderungen in der Arbeitswelt im Sinne der Menschen gestaltet werden? Auch die evangelischen Landeskirchen arbeiten hier an Antworten: „Es gibt kluge und innovative Lösungen für gute Arbeit 4.0. Kirchlicherseits möchten wir genauer sehen und verstehen, welche Digitalisierungsschübe sich derzeit in der Industrie, im Handwerk, rund um die damit verbundenen Serviceleistungen vollziehen“, so Kordula Schlösser-Kost, Referentin für Sozialethik im Landeskirchenamt der Evangelischen Kirche im Rheinland, die an dem Treffen teilnahm. 

Dabei bezieht sich Kordula Schlösser-Kost auf das Projekt "Industrie 4.0", das Bundesregierung und Industrie unterstützen. Der Begriff soll verdeutlichen, dass eine vierte industrielle Revolution im Gange ist. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung erklärt, worum es geht: Die  „Industrie 4.0“ zielt darauf ab, Produkte zu individualisieren, aber unter den Bedingungen einer hoch flexibilisierten Großserienproduktion. Dabei können Kunden und Geschäftspartner direkt in Geschäfts- und Wertschöpfungsprozesse eingebunden sein. Mit intelligenteren Kontroll- und Entscheidungsprozessen sollen Unternehmen und ganze Wertschöpfungsnetzwerke in nahezu Echtzeit gesteuert und optimiert werden. 

Kirche will Entwicklung mitgestalten

Über diese Entwicklung macht sich die Sozialethik-Referentin Gedanken: „Wir fragen deutlich danach, welche Veränderungen sich für die Menschen, bei den klassischen Arbeitsplätzen vollziehen. Was bedeutet es für Arbeitszeit und Arbeitsschutz, wenn jemand von zu Hause aus arbeitet? Wird es eine Vielzahl digitaler Selbständiger geben? Kirche möchte hier mitdenken und gemeinsam mit den Akteuren diskutieren im Prozess für die Zukunft der Arbeit. Dazu dient dieses Fachgespräch zwischen Kirchen und Gewerkschaften in Rheinland-Pfalz.“

Schutz der Menschen im Arbeitsprozess

„Da wir das ganze Ausmaß und die Folgen der Digitalisierung in der Arbeitswelt heute noch gar nicht abschätzen können, müssen wir unser Augenmerk besonders auf den Schutz der Menschen im Arbeitsprozess legen. Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau unterstützt die Sozialpartner bei dieser Aufgabe“, ergänzt Pfarrer Andreas Klodt, Dekan des Evangelischen Dekanats Mainz.

Glück ist Verbundenheit,
also eben nicht die unverbundene Selbststeigerung,
die alles andere benutzt zur eigenen Optimierung.

(Fulbert Steffensky)

Johannes 1,16

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von Quelle: gettyimages, rusm

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