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Wachstum und Liebe

Weisheit Salomos zum Erntedankfest

istockphoto, shapechargeFlieger spielenDank an alle, der der Liebe Raum und Halt geben

Für Pfarrer Johannes Misterek bietet das diesjährige Ernte-Dankfest eine gute Gelegenheit, all jenen bewusst „Danke“ zu sagen, die ihren Liebsten Zeit und Raum gegeben haben, um zu wachsen. Dazu gehört es ab und zu auch, die eigenen Wünsche und Bedürfnisse zurück zu nehmen.

Im Alten Testament gibt es eine bekannte Geschichte, die uns auf die Spur jener Schöpferkraft führt, der wir uns alle verdanken. Zwei Frauen streiten um ein Kind. Vor dem König Salomo beanspruchen beide das Kind für sich. Was soll der König tun? Woran erkennt er, wer die rechtmäßige Mutter ist? Noch dazu in einer Zeit ohne DNA-Test? Der König baut auf die Kraft der Liebe und fällt sein sprichwörtlich gewordenes salomonisches Urteil. Er befiehlt seinen Dienern, ein Schwert herbeizuholen, um das lebendige Kind in zwei Teile zertrennen zu lassen, um es „gerecht“ aufzuteilen. Während die eine Frau selbst jetzt noch auf ihr Recht pocht und einverstanden ist, reagiert die wahre Mutter ganz anders. Sie verzichtet auf ihr Kind, damit es nur lebe! Es heißt: „Ihr mütterliches Herz entbrannte in Liebe für ihren Sohn.“ (1. Könige 3,26) Diese Geschichte zeigt: Das liebende Herz nimmt sich selbst freiwillig zurück, damit das Kind leben kann.

Zeit und Raum für das geliebte Gegenüber einräumen

Freiwillige Selbstzurücknahme ist das Kennzeichen der Liebe. Wir können lieben, weil wir selber von klein auf die Erfahrung gemacht haben, geliebt zu werden: von Eltern und Großeltern, den Geschwistern, von Freunden, von den Menschen, die uns in ihr Herz geschlossen haben. Wer liebt, der nimmt sich selbst freiwillig zurück und räumt dem Geliebten Zeiten und Räume im eigenen Leben ein, die nur ihm/ihr gehören. Gott hat uns Menschen ins Herz geschlossen, Dich und mich. Das hat er uns durch seinen Sohn Jesus gezeigt. Er nimmt sich selbst zurück, bis zum Tod am Kreuz, damit wir leben können. Durch Jesus haben wir einen ewigen Platz im Leben Gottes, heute schon.

Danke!

Das diesjährige Ernte-Dankfest bietet eine wunderbare Gelegenheit, all jenen einmal bewusst „Danke“ zu sagen, die sich um meinetwillen freiwillig selbst zurückgenommen haben. Die mir, damit ich mich entwickeln konnte, Zeit und Raum in ihrem Leben eingeräumt haben. Aber nicht nur im Kreise meiner Liebsten, sondern auch mit Blick auf unsere Gemeinwohl: der freiwilligen Feuerwehr zum Beispiel, den vielen Ehrenamtlichen in den Parteien, wohltätigen Organisationen etc. Warum all diesen Menschen nicht einmal bewusst „Danke“ sagen für ihren uneigennützigen Dienst? Und Gott! Seine freiwillige Selbstzurücknahme eröffnet uns Lebensraum. Gott sei Dank!

Ein gesegnetes Erntedankfest wünscht herzlich,

Ihr Pfarrer

Johannes Misterek, Ev. Kirchengemeinde Massenheim

Siehe, jetzt ist die Zeit der Gnade, siehe, jetzt ist der Tag des Heils!

2. Korinther 6, 2

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von Hans Genthe

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