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Wieder wundern – einen Moment aus der Zeit fallen
veröffentlicht 17.06.2026
von Impulspost-Team
Studien belegen: Das Gefühl, unter Zeitdruck zu stehen, hat bei Jung und Alt in den letzten zwei Jahrzehnten zugenommen. Aussagen wie „alles wird immer schneller“ oder „ich fühle mich ständig gehetzt“ sind keine individuellen Klagen, sondern spiegeln tiefgreifende gesellschaftliche Veränderungen wider. Digitale Medien, soziale Netzwerke und Künstliche Intelligenz treiben diesen Wandel besonders voran. Das steigende Tempo verändert nicht nur Abläufe, sondern auch unser Zeitempfinden. Alles beschleunigt sich, Kultur verändert sich schnell, die Lebenswelten der Generationen driften auseinander. Zeit ist längst mehr als die Abfolge von Tagen, Monaten und Jahren. Wir spüren sie als Dringlichkeit, Bedrohung, Hoffnung oder Stillstand.
Die neue Impulspost greift dieses Thema auf. Sie zeigt: Die Kirche bietet ein anderes Verständnis von Zeit und schafft Räume, um der scheinbaren Logik der Beschleunigung etwas entgegenzusetzen.

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Was bleibt auf der Strecke, wenn alles schneller wird?
Die Beschleunigung hinterlässt Spuren: Überforderung, Vereinsamung, Kontrollverlust. Viele klagen, sie könnten sich auf nichts mehr einlassen. Laut einer aktuellen Forsa-Umfrage fühlen sich 82 Prozent der 16- bis 70-Jährigen gelegentlich stark belastet, 41 Prozent häufig oder sehr häufig unter Druck. Hauptursachen sind beschleunigte Arbeitsprozesse, verdichtete Freizeit, die Gleichzeitigkeit von Krisen und die ständige Präsenz sozialer Medien. Der Soziologe Hartmut Rosa beschreibt es so: „Die Zeit wird subjektiv immer knapper, obwohl wir objektiv mehr davon haben. Die Welt erscheint als ‚rasender Stillstand‘ – alles bewegt sich, aber nichts berührt uns noch wirklich. “
"Und sie wunderten sich..."
Wie wäre es, nicht alles sofort zu erklären oder zu kontrollieren, sondern Raum für echtes Erleben zu schaffen?
Das Wundern hat in der biblischen Tradition einen festen Platz. Im Neuen Testament begegnet uns das griechische Wort "thaumazo" – staunen, sich wundern – oft im Zusammenhang mit dem Leben und Wirken Jesu. Menschen staunen über Heilungen, unerwartete Wendungen und Gottes Werke. Besonders eindrücklich zeigt sich das Wundern in der Weihnachtsgeschichte (Lukas 2,18). Dort führt es zu einem kurzen Moment der Überraschung. Es verändert die Wahrnehmung: Menschen werden aufmerksam, erzählen das Erlebte weiter und lassen sich berühren und verwandeln von etwas, das größer ist als ihre bisherigen Erfahrungen.
Wundern heißt demnach, Gewissheiten zu unterbrechen und in Verbindung zu treten mit der Welt und mit Gott. Gerade in Krisenzeiten schenkt diese Haltung Hoffnung, weil sie über Angst und Überforderung hinaus auf Gottes Möglichkeiten verweist.

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Einen Moment aus der Zeit fallen
Die Impulspost antwortet darauf mit dem Motiv des Wunderns und Staunens. In einer Kultur, die stark von Verfügbarkeit, Erklärung und Optimierung geprägt ist, eröffnet das Wundern eine alternative Haltung. Es unterbricht Routinen, irritiert vertraute Wahrnehmungen und schafft einen Moment des „Aus-der-Zeit-Fallens“. Die Impulspost lädt dazu ein, sich berühren zu lassen, Bekanntes neu zu sehen und spielerisch in Beziehung zu treten – mit der Welt, anderen Menschen und Gott. Dabei geht es nicht darum, neue Anforderungen zu stellen oder Entschleunigung zur Leistung zu machen. Schon der Moment des Öffnens soll innehalten lassen.
Wer der Welt mit Offenheit begegnet, statt sie nur zu durchlaufen oder zu nutzen, kann sich wieder berühren lassen – von Menschen, Momenten, Dingen, von Gott.
Deshalb: Lassen Sie sich irritieren. Staunen Sie. Lassen Sie sich verwundern – mit der Impulspost 2026 und im Advent in Ihrer Gemeinde!

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