Evangelische Kirche in Hessen und Nassau
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Olliver Zobel
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Hessen-Nassauischer Dekan Olliver Zobel wird neuer Propst in Jerusalem

veröffentlicht 23.03.2026

von Peter Bernecker

Dekan Olliver Zobel aus der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) wird neuer evangelischer Propst in Jerusalem. Der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) hat die Berufung, die das Kuratorium der Evangelischen Jerusalem-Stiftung (EJSt) ausgesprochen hatte, auf seiner jüngsten Sitzung am Wochenende bestätigt.

Der 57-jährige Theologe folgt auf Propst Joachim Lenz, der das Propstamt von 2020 an innehatte und Ende Juli 2026 in die Evangelische Kirche im Rheinland zurückkehren wird. Olliver Zobel wird sein Propstamt am 1. Dezember 2026 antreten.

Als Student und Vikar in Jerusalem

Der in Kassel geborene Zobel war von 2002 bis 2019 Pfarrer in Bingen am Rhein, seit 2019 ist er Dekan des evangelischen Dekanats Ingelheim-Oppenheim. Sein beruflicher Werdegang hat ihn wiederholt nach Jerusalem und ins Heilige Land geführt. Als Student und als Vikar arbeitete er an der Evangelischen Erlöserkirche und in der Leitung und Verwaltung der in Latrun bei Jerusalem ansässigen Jesus-Bruderschaft Gnadenthal.

Pastorale Versorgung und Leitungsaufgaben

Die Aufgaben des Propstes in Jerusalem umfassen neben der pastoralen Versorgung der evangelischen Gemeinden Deutscher Sprache in Israel und Palästina auch die Leitung der Stiftungseinrichtungen der EKD in Jerusalem sowie die Repräsentanz der EKD und der Stiftungen gegenüber Kirchen und öffentlichen Einrichtungen im Heiligen Land.

Zobel: Den Funken der Hoffnung nicht verlieren

Zobel ist sich „angesichts der aktuellen Ereignisse bewusst, dass ein Großteil meiner Arbeit Fähigkeiten erfordert, die ich als Notfallseelsorger gelernt habe: einfach da sein und Not in all ihren Formen aushalten, ohne den Funken der Hoffnung zu verlieren.“ Er freue sich aber „auch auf die Begegnungsmöglichkeiten in der Ökumene, im monotheistischen Dialog, mit den Menschen im Land und auch den Besuchenden aus Deutschland.“

Tietz: Wichtige Brückenfunktion

Christiane Tietz, Kirchenpräsidentin der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), sagt zu der Berufung: „Mit Olliver Zobel übernimmt ein theologisch profilierter und zugleich seelsorglich erfahrener Pfarrer aus Hessen-Nassau ein herausgehobenes Amt. Seine Verbundenheit mit Jerusalem, seine Leitungserfahrung und seine geistliche Klarheit machen ihn zu einer überzeugenden Besetzung. Ich bedauere, dass er das Dekaneamt verlässt. Aber ich freue mich sehr, dass ein Pfarrer aus der EKHN diese wichtige Brückenfunktion zwischen Kirchen, Kulturen und Religionen übernehmen wird. Ich wünsche ihm für seine Aufgabe im Heiligen Land in einer herausfordernden Zeit gutes Gelingen und Gottes Segen.“

Bei der Wieden: Verlässliche Präsenz und Dialogbereitschaft

Die Vorsitzende des Kuratoriums der Evangelischen Jerusalemstiftung, Kirchenpräsidentin Susanne Bei der Wieden, hob die aktuell besonders herausgehobene Bedeutung des Propstamtes in Jerusalem hervor: „Es steht für die verlässliche Präsenz unserer Kirche, für Dialogbereitschaft zwischen Religionen und Kulturen und für das unermüdliche Eintreten für Frieden und Gerechtigkeit“, so die Kuratoriumsvorsitzende. „Mit der Berufung von Dekan Olliver Zobel zum Evangelischen Propst für Jerusalem hat das Kuratorium der Evangelischen Jerusalemstiftung eine Persönlichkeit gewonnen, die geistliche Tiefe, Leitungserfahrung und internationale Sensibilität in besonderer Weise verbindet“

Kopania: Geistliche Präsenz herausgefordert

Auch der Auslandsbischof der EKD, Frank Kopania, unterstrich die mit der Aufgabe verbundene Verantwortung: „In einer Zeit großer Spannungen und Unsicherheiten im Nahen Osten braucht es geistliche Präsenz, seelsorgliche Klarheit und den langen Atem des Dialogs. Ich bin dankbar, dass mit Olliver Zobel ein leitungserfahrener, theologisch profilierter und international versierter Geistlicher diese wichtige Aufgabe übernimmt.“

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