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Wirkung zählt: Kirche veröffentlicht vorläufige Mitgliederzahlen für 2025
veröffentlicht 16.03.2026
von Pressestelle der EKHN
Über 17 Millionen Menschen gehören in Deutschland weiter zur evangelischen Kirche, mehr als 1,2 Millionen davon zur EKHN. In Gemeinden, Kitas, Beratungsstellen und diakonischen Einrichtungen engagieren sich täglich Tausende Haupt- und Ehrenamtliche für andere. Für die EKHN zählt dabei vor allem eines: Kirche wirkt dort, wo sie für Menschen da ist. So sieht es auch Kirchenpräsidentin Christiane Tietz.
Seit fast acht Jahrzehnten bieten die 1.026 Gemeinden der EKHN und ihre über 20.000 Beschäftigten und rund 60.000 Ehrenamtlichen Gemeinschaft, Halt und Orientierung. Ziel ist eine Kirche von und für Menschen. Entscheidend sind dabei nicht allein Zahlen, sondern das Engagement und die Wirkung kirchlicher Arbeit vor Ort.
Rund 17 Millionen Evangelische in Deutschland
Am 16. März 2026 haben die christlichen Kirchen in Deutschland ihre aktuellen statistischen Zahlen veröffentlicht. Danach gehörten der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) Ende vergangenen Jahres 17,4 Millionen Menschen an. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das – vor allem durch Sterbefälle und Kirchenaustritte – einem Rückgang um rund 3,2 Prozent. Die EKHN verzeichnete nach vorläufigen Berechnungen 1.229.556 Mitglieder (2024: 1.269.605). Damit liegt der Rückgang ebenfalls bei rund 3,2 Prozent und auf dem Niveau der EKD. Im Jahr zuvor hatte der Verlust in der EKHN noch bei 3,71 Prozent gelegen.
Mitgliederrückgang in Hessen-Nassau abgeflacht
Nach einer vorläufigen Auswertung wurden in der EKHN 2025 rund 7.700 Kinder und Erwachsene getauft (2024: 7.284). Durch Eintritte kamen der Prognose zufolge 1.300 Menschen neu zur Kirche hinzu (2024: 2.032). Durch Todesfälle verlor die EKHN im vergangenen Jahr etwa 22.600 Mitglieder (2023: rund 17.141). Gleichzeitig traten im Jahr 2025 etwa 26.000 Menschen aus der Kirche aus – die Austrittskurve flacht damit im Vergleich zu den Vorjahren ab (2024: 27.000; 2023: 29.000; 2022: 31.000). Genaue Zahlen für das Jahr 2025 werden erfahrungsgemäß im Juni 2026 erwartet.
Kirche engagiert sich stark in der Gesellschaft
Kirchen bieten Raum für Gottesdienst, Seelsorge und Begegnung und begleiten Menschen in wichtigen Momenten ihres Lebens – von der Taufe über Trauungen bis zur Begleitung am Lebensende. Darüber hinaus engagieren sich Kirche und Diakonie bundesweit in vielen gesellschaftlichen Bereichen. Sie betreiben Kindertagesstätten und Schulen, unterhalten Beratungsstellen, begleiten Kranke und Pflegebedürftige und unterstützen Menschen in sozialen Notlagen.
Ein gutes Beispiel sind die Kitas. So ist die Zahl der evangelischen Kita-Plätze in Deutschland zuletzt leicht gestiegen: 465.747 Plätze standen im vergangenen Jahr zur Verfügung (Vorjahr: 463.697). Auch die EKHN trägt dazu wesentlich bei: Sie bietet rund 40.000 Kita-Plätze. Fast 4.000 Fachkräfte arbeiten dafür in knapp 600 Einrichtungen.
Kirchenpräsidentin Tietz: Vertrauen und Hoffnung stärken
Hessen-Nassaus Kirchenpräsidentin Christiane Tietz sagt zu den aktuellen Kennzahlen 2025: „Jeder Kirchenaustritt schmerzt uns, denn hinter jeder Entscheidung steht ein Mensch, der sich von der Kirche entfernt hat. Das fordert uns heraus, noch genauer hinzuhören: Was erwarten Menschen heute von Kirche, wo haben wir möglicherweise Vertrauen verloren und wo können wir neu anknüpfen? Ich bin aber auch froh, dass die Zahl der Austritte weiter zurückgeht. Und ich freue mich sehr, dass sich wieder mehr Menschen taufen lassen. Ich erlebe jeden Tag, wie engagiert sich unsere 20.000 Mitarbeitenden und 60.000 Ehrenamtlichen in unserer Kirche und für die Gesellschaft einsetzen. In vielen Gesprächen mit unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen höre ich, dass die Relevanz der Kirche nicht von unserer Größe abhängt, sondern von dem, was die Gesellschaft heute braucht: Vertrauen und Hoffnung, Begegnung und Gemeinschaft. Viele Menschen suchen nach Sinn, Gemeinschaft und Orientierung – gerade in unsicheren Zeiten. Dass wir für sie da sind, stärkt auch die Gesellschaft. Ich bin überzeugt: Es gibt viele Gründe in der Kirche zu bleiben und Kirche gemeinsam weiterzuentwickeln. Wir wollen noch mehr als bisher Vertrauen und Hoffnung stärken. Uns ist wichtig, verschiedene, auch neue Formen von Begegnung und Gemeinschaft zu ermöglichen, bei Segensangeboten und mit den vielen Ideen, die Gemeinden haben, um Orte der Begegnung vor Ort zu schaffen, zum Beispiel mit einem Café oder einer Werkstatt. Weil Glaube und christliche Werte nicht mehr so wie früher von Generation zu Generation weitergegeben werden, wollen wir unsere Arbeit mit, für und von Kindern und Jugendlichen weiter intensivieren.“
