Evangelische Kirche in Hessen und Nassau
Eine junge Frau mit Helm in der Tischlerlehre

© gettyimages, sturti, ekd Illustration

Mit dem Start in den Beruf warten ganz neue Erfahrungen auf dich - damit bist du nicht allein
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Die 8 wichtigsten Tipps für Azubis: So meisterst du erfolgreich deine Ausbildung

veröffentlicht 26.08.2026

Endlich kannst du zeigen, was du kannst - und damit dein eigenes Geld verdienen. Mit dem Start in die Ausbildung beginnt ein neuer Lebensabschnitt. Manchmal läuft nicht alles rund am neuen Arbeitsplatz. Wie du Herausforderungen gut meisterst, zeigen Expertinnen und Experten aus der evangelischen Kirche.

Mit dem Start in die Ausbildung beginnt für dich ein neuer Lebensabschnitt. Du verdienst eigenes Geld, lernst ganz unterschiedliche Menschen kennen und wirst dich persönlich und beruflich weiterentwickeln

"Herzen hoch für dich!" am 1. September

Das muss gefeiert werden! Die evangelische Kirche möchte alle, die eine Ausbildung beginnen und das wollen, am 1. September 2026 segnen. Bei der Aktion „Herzen hoch für dich!“ steigen Schaumherzen in den Himmel, die symbolisch für die Hoffnungen und Wünsche der Auszubildenden stehen. Außerdem wird den Azubis der Segen zugesprochen.

Unsere Expertinnen und Experten:

  • Diplom-Medienwirtin Dunja Arnold-Kramer koordiniert die Verwaltungsausbildung in der Kirchenverwaltung der EKHN. Sie begleitet und fördert Auszubildende, Studierende und Praktikant*innen auf ihrem Weg ins Berufsleben.
  • Pfarrerin Tanja Bergelt leitet die Fachstelle Personalberatung im Institut für Personalberatung, Organisationsentwicklung und Supervision in der EKHN. Sie bietet Laufbahnberatung, Coaching, Bewerbungstraining, Potenzialdiagnostik und Beratung in Personalauswahlverfahren an. 
  • Der studierte Kindheitspädagoge Florian Gantner gehört zum Team des Projektes „MaBiG – Mitarbeitendenbindung und -gewinnung“ in der EKHN. Sein Anliegen ist es, Auszubildende und erfahrene Mitarbeitende zu begleiten, damit sie in ihrer Arbeit gestärkt werden und gerne langfristig in der EKHN bleiben.
  • Verwaltungswirtin Julia Löwel ist Projektebeauftragte  für „MaBiG – Mitarbeitendenbindung und -gewinnung“.

In deiner Ausbildung wirst du dich über viele Erfolge freuen, aber manchmal läuft nicht alles rund – und genau dafür haben Expertinnen und Experten aus der evangelischen Kirche ihre besten Tipps für dich zusammengestellt.

1. Unsicher am Anfang? Stelle Fragen

Am Anfang erwartet niemand von dir, dass du perfekt bist. Du kannst Fehler machen, um daraus zu lernen. Um Wichtiges zu erfahren, ermutigt Laufbahnberaterin Tanja Bergelt dazu, Fragen zu stellen: „Es gibt keine dummen Fragen.“ Fragen und Antworten kannst du in einem Heft oder im Smartphone notieren – das hilft, sich klar auszudrücken und gut vorbereitet zu sein. 
Gut ist, wenn du eine feste Ansprechperson hast: deine Ausbildungsanleiterin, deinen Mentoren oder einen vertrauenswürdigen Mitarbeitenden.
Was auch hilft: Vergleiche dich weniger mit anderen. Du kannst dich eher fragen: „Was sind deine Stärken? Was kannst du ändern, damit es dir gut geht?“

2. Müde nach dem Arbeitstag? Energie tanken

Der Arbeitsalltag fordert anders als die Schule, du kommst später nach Hause. Ausbilderin Dunja Arnold-Kramer weiß: „Es ist am Anfang ganz normal, sich auch mal erschöpft zu fühlen. Dein Körper braucht ein bisschen Zeit, um sich an den neuen Rhythmus zu gewöhnen.“ Finde heraus, was dir wieder Energie gibt: vielleicht ein Telefonat, Musik, Kochen oder eine Runde Sport. Jetzt geht es auch darum, Freundschaften zu pflegen, sich zu bewegen und ausreichend zu schlafen.

3. Dein Chef kritisiert deine Arbeit? Sieh es als Lernchance

Kritik kann dich voranbringen. Personalberaterin und Pfarrerin Tanja Bergelt legt dir ans Herz: „Kritik bewertet dich nicht als Person, sondern nur dein Verhalten – und das kannst du ändern.“ Es hilft, genau zuzuhören, wenn eine vorgesetzte Person dein Arbeitsergebnis kritisiert. Kritik ist eine Lernchance. Wenn du von Anfang an alles perfekt umsetzen würdest, bräuchtest du nichts mehr zu lernen. Und wer dich mit Respekt kritisiert, signalisiert auch: „Ich engagiere mich, um dich voranzubringen.“

4. Praxisschock? Gib dir Zeit, anzukommen

Manche Azubis erleben nach den ersten Wochen Zweifel. Das ist nicht ungewöhnlich, denn die Anfangszeit ist oft die schwierigste überhaupt im Job. Keine Sorge: Nach und nach wachsen die meisten rein. Bevor man eine Ausbildung zu früh abbricht, sollte man erst einmal weitermachen. In größeren Unternehmen können oft Lösungen gemeinsam gefunden werden, so kann beispielsweise ein Azubi in eine andere Filiale wechseln. 
Wenn du gerade einen Durchhänger hast, kannst du dir deine Erfolge bewusst machen. Wenn du das digitale Berichtsheft ausfüllst, wird dir deutlich, was du schon gelernt hast.
„Wenn deine Erwartungen an den Beruf und die Realität aber über längere Zeit sehr weit auseinandergehen, dann sprich mit vertrauten Personen darüber“, empfiehlt die Projektbeauftragte Julia Löwel. 

5. Du erlebst Schwierigkeiten? Stehe respektvoll für dich ein

Es kann ausnahmsweise vorkommen, dass sich etwas unfair anfühlt, du zu wenig Neues lernst oder dich sehr belastet fühlst. Formuliere klar, was dich genau stört und stelle Fragen dazu. Zum Beispiel: „Im Ausbildungsplan steht diese Fertigkeit. Könnten Sie mir bitte sagen: Wer zeigt sie mir und wann?“ Florian Gantner aus dem Projekt MaBiG empfiehlt: „Triff dich mit anderen Azubis und tausch dich mit ihnen aus. Vielleicht gibt es dort ähnliche Schwierigkeiten und es wurde schon über Lösungen gesprochen.“ Zudem kannst du mit einem vertrauenswürdigen, erfahrenen Mitarbeiter, einer Lehrkraft in der Berufsschule, deinen Eltern oder deiner Patin über dein Anliegen sprechen und nach deren Einschätzung fragen.
Wenn du deine Fragen stellst, solltest du dich respektvoll und höflich ausdrücken. So vermeidest du, dass aus deinem Anliegen ein Konflikt entsteht. 

Anlaufstellen bei Schwierigkeiten in der Ausbildung

Erste Tipps für Ausbilder:innen und Unternehmen:

  • Das Onboarding ist für Azubis besonders wichtig: z.B. Begrüßung mit Vorstellungsrunden, eingerichtete E-Mail-Adresse und vorbereitetes Arbeitsumfeld, feste Terminen für Gespräche, einen Ordner mit Ablaufplan und Wochenplan, etc.
    Zu den Onboarding-Empfehlungen auf MaGiB-Seite
  • Durch ein Mentorin- oder Patenprogramm erhalten Auszubildende Ansprechpersonen, die sie unkompliziert auch bei alltäglicheren Fragen ansprechen können.
  • Konstruktive Fehler- und Konfliktkultur etablieren, um offen über Schwierigkeiten zu sprechen und gemeinsam Lösungen zu finden.

6. Du hast einen Konflikt mit einem Vorgesetzten oder Mitarbeitenden? Lass dich beraten

Konflikte gehören zur Arbeitswelt. „Wenn es zu einem echten Streit kommt, könntest du vorschlagen, das Gespräch zu verschieben, um die schwierigen Punkte in Ruhe zu besprechen“, so die Erfahrung von Julia Löwel. Das gibt dir Zeit, um dir Beratung zu holen, denn einen Streit am Arbeitsplatz solltest du nicht alleine mit dir ausmachen, sondern mit Vertrauten darüber sprechen. Du könntest zum Beispiel zum Betriebsrat oder zur Mitarbeitervertretung gehen. Bevor ein neues Gespräch vereinbart wird, kannst du darum bitten, dass z.B. eine Person aus dem Betriebsrat daran teilnimmt. Wenn es soweit ist, erkläre respektvoll und mit ruhiger Stimme deine Perspektive, am besten ohne einer anderen Person Vorwürfe zu machen. 

7. Was bereichert das Berufsleben? Soft Skills, die dich stark machen

Fachwissen ist wichtig, aber Soft Skills entscheiden oft darüber, wie gut man im Team und mit Kundinnen und Kunden klarkommt und wie sicher man sich fühlt. Laufbahnberaterin Tanja Bergelt sagt: „Du bringst viele Begabungen mit, die du gut im Beruf und im Privaten einsetzen kannst. Darauf kannst du vertrauen.“ Ein Gedanke, der viele Azubis stärkt: Du bist als Mensch wertvoll, auch wenn mal etwas schiefgeht. Dieser Gedanke kommt aus dem christlichen Glauben. Er hilft dir, Fehler einzuordnen und weiterzulernen. In der Praxis zeigt sich, dass Werte, die in vielen Religionen und Kulturen ähnlich sind, das Berufsleben bereichern: Respekt, Wertschätzung, Authentizität, Offenheit, nicht bewerten, sondern verstehen wollen. Dunja Arnold‑Kramer beschreibt es so: „Gute Zusammenarbeit entsteht, wenn man die andere Person nicht bewertet, sondern als Persönlichkeit respektiert und erkennt was sie Positives mitbringt.“ Diese Haltung hilft dir, dich im Team zu integrieren, Konflikte zu vermeiden und selbstbewusst aufzutreten. 

8. Ausbildungsplatz gesucht? Die evangelische Kirche könnte passen

Wenn du noch nach einer Ausbildung zur oder zum Erzieher:in oder zur:m Verwaltungsfachangestellten suchst, lohnt sich ein Blick in die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau. Julia Löwel hat eine klare Empfehlung für dich: „Die Kirche ist eine richtig coole Arbeitgeberin. Hier kannst du eine große Gemeinschaft erleben und etwas Sinnvolles tun.“ Und sie verspricht dir: Nein, du musst hier nicht jeden Tag beten. Julia Löwel lädt dich ein: „Wenn du Freude daran hast, in einer Kita oder in der Verwaltung zu arbeiten, darfst du dich gerne bei uns bewerben!“

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