
© Rolf Oeser
Letzter Universitätsgottesdienst von Prof. Dr. Kristian Fechtner in der Christuskirche
veröffentlicht 18.03.2026
von Pressestelle der EKHN
Mit einem feierlichen Universitätsgottesdienst und der offiziellen Entpflichtung durch Kirchenpräsidentin Dr. Christiane Tietz endet am 29. März 2026 eine Ära: Prof. Dr. Kristian Fechtner blickt auf 19 Jahre als Universitätsprediger der JGU Mainz zurück.
Am Sonntag, 29. März 2026, hält Prof. Dr. Kristian Fechtner um 11.15 Uhr in der Christuskirche Mainz seinen letzten Universitätsgottesdienst als Universitätsprediger. Dabei nimmt die Kirchenpräsidentin Dr. Christiane Tietz der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau die offizielle Entpflichtung vor.
Tietz würdigt den langjährigen Universitätsprediger: „Ich bin dankbar, dass Prof. Dr. Kristian Fechtner in seiner Person die Verbindung von universitärer Theologie und kirchlicher Praxis verkörpert hat. Als Universitätsprediger war er für fast zwei Jahrzehnte das verlässliche Gesicht des klassischen Universitätsgottesdienstes in Mainz. Dieser zeichnet sich nicht nur durch eine besondere Verbindung von Wort und Musik aus, sondern auch dadurch, dass es ein Gottesdienst mit universitärem Hintergrund für Menschen in der Stadt und der Region ist.“
Prof. Dr. Kristian Fechtner ist seit 2002 Professor für Praktische Theologie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU). Im Februar 2026 hielt er seine Abschiedsvorlesung. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt in der gegenwärtigen gottesdienstlichen Praxis; dabei verbindet er theologische Reflexion mit Beobachtungen aus Kirche und populärer Kultur. Sein jüngstes Buch „Mild religiös“ widmet sich unauffälligem Christentum und moderater Religiosität in der Spätmoderne. Darüber hinaus war er viele Jahre Sachverständiger in der Liturgischen Konferenz der EKD und mehrere Jahre Landessynodaler der Evangelische Kirche in Hessen und Nassau.
Seit 2007 war er Universitätsprediger an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. In dieser Funktion verantwortete er die monatlichen Universitätsgottesdienste, gestaltete die Liturgie und predigte selbst. Jährlich hielt er zudem die Predigt zum Weihnachtsoratorium am 1. Weihnachtstag – für viele ein unverzichtbarer Teil ihres Weihnachtsfestes.
„Kristian Fechtner hat das ihm übertragene Amt des Universitätspredigers in den vergangenen 19 Jahren immer lebendig und nahbar ausgefüllt. In seinen Predigten in den Universitätsgottesdiensten in der Mainzer Christuskirche hat er aktuelle Themen und Fragestellungen der christlichen Theologie adressiert und diese ganz selbstverständlich in die feierliche Liturgie des Gottesdienstes eingebunden“, betont Prof. Dr. Georg Krausch, Präsident der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. „Dafür möchte ich ihm im Namen der Universität herzlich danken.“
Der Universitätsgottesdienst, der regelmäßig 250 bis 300 Besuchende aus Universität, Stadt und Region anzieht, besteht in seiner heutigen Form seit annähernd 70 Jahren. Er zeichnet sich durch eine bewusst klassisch gehaltene Liturgie und die enge Verbindung von Wort und Musik aus. Der Mainzer Bachchor führt in jedem Gottesdienst eine Kantate auf. Rückblickend betont Prof. Dr. Kristian Fechtner die geistliche Bedeutung dieser Form: „Gottesdienstlich zählt nicht nur, wenn etwas neu und innovativ ist. Originalität ist keine liturgische Primärtugend – stimmig muss es sein, sorgsam gestaltet und herzensnah.“ Und weiter: „Viele Menschen spüren die Anmut klassischer Formen. Es gibt durch Liturgie, Musik und Predigt eine Kraft des Vertrauten, die Zeitgenossinnen und Zeitgenossen heute stärkt.“
Das Amt des Universitätspredigers an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz geht historisch auf die „Ordnung der evangelischen Universitätspredigten“ zurück, die Prof. Dr. Dr. Wilhelm Jannasch, Gründungsdirektor der Evangelisch-Theologischen Fakultät der JGU, bereits im November 1946 vorgelegt hatte. Im August 1948 schließlich wurde Jannasch zum ersten Universitätsprediger der JGU berufen. Ihm folgten im Amt: Prof. Dr. Dr. Manfred Mezger (1958-1976), Prof. Dr. Gert Otto (1976-1988), Prof. Dr. Rainer Volp (1989-1998), Prof. Dr. Stephan Weyer-Menkhoff (2001-2006) und schließlich Prof. Dr. Kristian Fechtner (2007-2026). Die Anfänge des Amts des Universitätspredigers an der JGU sind unter anderem im neuen Band „Aufbruch in Ruinen. Beiträge zur Geschichte der Evangelisch-Theologischen Fakultät Mainz“ nachgezeichnet – verfügbar als Open-Access-Publikation in der Reihe „Beiträge zur Geschichte der Universität Mainz“ unter https://www.vandenhoeck-ruprecht-verlage.com/reihe/beitraege-zur-geschichte-der-universitaet-mainz.
Das könnte dich auch interessieren

EKHN-Pionierin Christel Keller-Wentorf verstorben
Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) trauert um eine profilierte Wegbereiterin der feministischen Theologie und der wissenschaftlichen Erforschung christlicher Spiritualität: Prof. Dr. Christel Keller-Wentorf ist im Alter von 83 Jahren verstorben, wie die Familie mitteilte.


