
Die Sensibilität für geistlichen Missbrauch schulen
Infos
14.08.2026 10:00 – 16:30 Uhr
Geistliches Zentrum Nieder-Weisel
Johanniterstraße 7
35510 Butzbach
Sonstiges
50,-€ (inkl. Mittagsimbiss, Getränke und Kursgebühr)
zur Anmeldung
„Bei euch soll es nicht so sein“ (Mk 10, 43) – Die Sensibilität für geistlichen Missbrauch schulen
Die Sensibilität für missbräuchliche Beziehungen innerhalb der christlichen Kirchen ist in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen. Zunehmend ist von spirituellem Missbrauch oder vom Missbrauch geistlicher Autorität die Rede. Doch was genau ist damit gemeint? Der Studientag geht dieser Frage aus der Perspektive geistlicher Begleitung und Seelsorge nach und veranschaulicht sie anhand von Fallbeispielen. Ziel ist es, ein differenziertes Verständnis geistlichen Missbrauchs zu entwickeln und neben emotionalen und mentalen Manipulationen auch seine spezifisch spirituelle Dynamik zu erschließen: geistlicher Missbrauch kann als eine Form von Idolatrie bzw. Götzendienst verstanden werden. Geistlicher Missbrauch soll aus der Perspektive Geistlicher Begleitung in den Blick genommen werden. Der Schwerpunkt liegt auf der Prävention in Seelsorge und geistlicher Begleitung. • Wo liegen eigene Versuchungen, aus Begeisterung oder Sendungsbewusstsein heraus andere zu beeinflussen, zu lenken oder unter Druck zu setzen? • Wo liegen Versuchungen (eigene Verführbarkeiten), sich von manipulativen Dynamiken seitens der Begleiteten beeinflussen oder unter Druck setzen zu lassen? Abschließend wird ein kurzer Ausblick gegeben auf den sensiblen Umgang mit Menschen, die geistlichen Missbrauch erfahren haben. Dabei werden erste Hinweise für eine verantwortungsvolle Begleitung von Betroffenen aufgezeigt. Der Studientag richtet sich an alle, die in Seelsorge, geistlicher Begleitung oder kirchlichen Leitungszusammenhängen tätig sind und ihre Wahrnehmung schärfen sowie ihre Praxis reflektieren und vertiefen möchten. Hinweis: Im Rahmen der Reihe der Vortrags- und Begegnungsabend im Ordenshaus hält Dr. Hannah A. Schulz am 13. August um 19.30 Uhr einen Vortrag zu dem Thema: „Wenn Glaube heilt – und wenn er verletzt: Eine traumatherapeutische Betrachtung“. Der Eintritt ist frei. Interessierte sind herzlich willkommen. Referentin: Dr. Hannah A. Schulz, systemische Supervisorin und Therapeutin, Referentin und Autorin zum Thema geistlicher Missbrauch, Exerzitienbegleiterin. Veröffentlichungen: Bei euch soll es nicht so sein! Missbrauch geistlicher Autorität, Würzburg 2022. Durch Nebel hindurch: Aus ignatianischer Sicht geistlichen Missbrauch erkennen und überwinden, Würzburg 2022. Leitung: Johannes Misterek, Pfarrer am Geistlichen Zentrum; Pfarrerin Kerstin Offermann, im Zentrum Verkündigung der EKHN, Referat Geistliches Leben
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