
Gesprächsbereit: Antisemitismus und postkoloniale Theorie - Der „progressive“ Angriff auf Israel, Judentum und Holocausterinnerung
Infos
28.04.2026 19:00 – 21:00 Uhr
Stadtbibliothek Friedberg
Augustinergasse 8
61169 Friedberg
Fortbildungen / Seminare / Vorträge
keine
Vortrag und Gespräch mit Dr. Ingo Elbe
„Gesprächsbereit“ – Eine Veranstaltungsreihe des Deutschen Koordinierungsrates der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit (DKR) Vortrag und Gespräch mit Dr. Ingo Elbe, Oldenburg Einlass ab 18:30 Uhr Die Postcolonial Studies sind im akademischen und kulturellen Bereich inzwischen vielfach tonangebend. Sie werden von dem Gedanken geleitet, dass sich koloniale Spuren im Wissenssystem und in den sozialen Strukturen von Gesellschaften auch nach dem Ende der formalen Kolonialherrschaft finden. Sie beanspruchen zudem, mit dem Prinzip der „Kolonialität“ einen Schlüssel zum Verständnis von Judentum, Zionismus und Schoa gefunden zu haben. An dem Abend wird der ausgewiesene Experte Dr. Ingo Elbe über die theoretischen Verzerrungen aufklären, die dadurch entstehen. Dazu gehören die begriffliche Auflösung des Antisemitismus in Rassismus, die Relativierung des Holocaust zum Kolonialverbrechen, die Dämonisierung Israels und die Ausblendung des islamischen und arabischen Antisemitismus. Zudem werden in Vortrag und Gespräch auch die politischen Konsequenzen dieses Diskurses thematisiert, die seit dem Massaker der Hamas vom 7. Oktober 2023 weltweit die Gestalt einer beispiellosen Welle des ‚progressiven‘ Hasses auf Israel annehmen. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie es möglich wurde, dass an westlichen Elite-Universitäten inzwischen angesehene Intellektuelle das Massaker der Hamas als Befreiungsakt feiern und Student:innen offen zum Mord an Zionist:innen aufrufen. Dr. Ingo Elbe ist wissenschaftlicher Mitarbeiter und Privatdozent am Institut für Philosophie der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. Letzte Publikationen u. a.: Probleme des Antirassismus.“ Postkoloniale Studien, Critical Whiteness und Intersektionalitätsforschung in der Kritik, Berlin 2022 (als Mitherausgeber); Hannah Arendts Bild des Holocaust – mit einem Ausblick auf seine postkolonialen Erben, in: A. Stahl/M. Seul u.a. (Hg.): Erinnern als höchste Form des Vergessens. (Um-) Deutungen des Holocaust und der Historikerstreit 2.0, Berlin 2023; „By Any Means Necessary“ – Authoritarianism and the Potential for Violence in Anti-Zionist Postcolonial Discourse, in: Israel Journal of Foreign Affairs, July 2025. Livestream: https://www.youtube.com/@DeutscherKoordinierungsratGCJZ/streams Eine Anmeldung für den Besuch der Veranstaltung vor Ort ist erforderlich: https://doo.net/veranstaltung/214594/buchung Bitte führen Sie ein gültiges Ausweisdokument mit sich.
