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Musik in der Bibel

Kai Mühleckzu sehen sind. Metallbecken, ein Schofar aus einem Widderhorn, eine Handpauke in der Größe eines Tamburins.So haben Instrumente zur Zeit der Bibel ausgesehen.

Welche Musik hat Jesus eigentlich gehört? Vor 2000 Jahren gab es noch keine Möglichkeit, Musik aufzunehmen und es war unüblich, Tonfolgen aufzuschreiben. Originale Melodien sind deshalb nicht überliefert, den Klang der Musik kann man aber rekonstruieren. Die Instrumente aus der Zeit der Bibel, wie Schofar und Zimbel, sind nämlich noch bekannt.

„Zu Zeiten der Bibel war das Instrumentarium noch sehr begrenzt“, erklärt der Theologe und Archäologe Martin Peilstöcker. Auch der Stellenwert der Musik sei ganz anders gewesen: „Instrumentale Musik gab es nur in der Liturgie, an Festen und im Krieg.“ Musik sei etwas Besonderes gewesen, ganz im Gegensatz zu unserer heutigen Dauerbeschallung.

Unterhaltungsmusik

Obwohl nicht ständig und überall Musik gespielt wurde, gab es eine Art Unterhaltungsmusik. Martin Peilstöcker erklärt: „Wir wissen von Musiker-Figuren und Bildern, dass oft Rohrflöte, Leier und ein Schlaginstrument, zum Beispiel eine Handpauke, zusammen gespielt wurden.“ Zum Tanzen habe man sich auch mit Zimbeln selbst den Takt gegeben. Wie die Melodien geklungen haben, könne man allerdings nicht mehr sagen. Sven Lichtenecker, Museumsbetreuer im Bibelhaus Erlebnismuseum und Lehrbeauftragter an der Goethe Universität für Religionswissenschaft, erinnert auch an David: „Die Bibel erzählt von David, der die Leier, ein harfenartiges Instrument, gespielt hat und zwar nicht während der Liturgie – eindeutig Musik zur Unterhaltung.“ Mindestens so bekannt, wie König David, sind die Posaunen von Jericho. Man wisse relativ sicher, dass das Ereignis nicht stattgefunden habe. „Aus der Geschichte kann man aber schließen, dass Instrumente auch im Krieg benutzt wurden, um die Gegner mit der Lautstärke einzuschüchtern –  Wobei man das wohl eher Krach nennen konnte“, lachen beide.

Liturgische Musik

Der Schofar ist das traditionelle jüdische Instrument. Es ist aus einem Widderhorn hergestellt, in das am spitzen Ende ein Loch gebohrt wird, sodass man hinein blasen kann. Sven Lichtenecker kann den Schofar spielen: „Man kann nicht wirklich Melodien spielen. Der Schofar eignet sich eher zum Signale geben. Genau dafür wurde und wird er auch benutzt.“ Martin Peilstöcker ergänzt: „In der jüdischen Liturgie wird es eingesetzt, um zum Beispiel Anfänge und Enden zu verkünden.“ Der Schofar wurde sowohl im Jerusalemer Tempel eingesetzt, als auch in den kleinen Gemeinden. Martin Peilstöcker meint, es sei möglich, dass sogar Jesus den Schofar geblasen habe. „Bräuche aus dem Ägyptischen Raum haben nach und nach Einzug in den Tempel erhalten. So ist auch die Posaune in den Tempel gekommen. Sie wurde an einer bestimmten Stelle auf einem Eckturm des Tempels über Jerusalem geblasen, um Feiertage und Gebete anzukündigen“, berichtet Peilstöcker. Die Posaune sei allerdings mit der Zerstörung des Tempels 70 n.Chr. verschwunden.

Von Konrad Waßmann

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Wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi.

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