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Ökumenischer Gottesdienst auf dem Hessentag 2025 begeistert mit Theater, Musik und Dialog
veröffentlicht 16.06.2025
von Anna-Luisa Hortien, Online-Redaktion der EKHN
Auf dem Hessentag 2025 in Bad Vilbel feiern katholische und evangelische Kirchen einen ökumenischen Eröffnungsgottesdienst – mit Bühne, Botschaft und Begeisterung.
Mit Musik, Theater und einem starken theologischen Impuls ist auf dem Hessentag 2025 ein außergewöhnlicher Gottesdienst gefeiert worden: Das Bistum Mainz und die evangelischen Kirchen hatten gemeinsam zum ökumenischen Eröffnungsgottesdienst auf die Bühne der Wasserburg in Bad Vilbel eingeladen. Rund 500 Gäste erlebten unter dem Motto „Das ganze Leben – eine Bühne?“ eine mitreißende Feier des Glaubens. Für musikalische Highlights sorgten „BoN“, die Band der evangelischen Auferstehungsgemeinde Bad Vilbel, sowie das Bläserensemble „BiHuN“. Humorvolle und tiefgründige Akzente setzte das Duo „Superzwei“, das mit Songs und Wortwitz durch das Programm führte.
Umgang mit den eigenen Rollen
In ihrer Dialogpredigt zum Text aus Prediger 3 „Alles hat seine Zeit“ gingen EKHN-Kirchenpräsidentin Prof. Dr. Christiane Tietz und Ordinariatsdirektorin Stephanie Rieth, Bevollmächtigte des Generalvikars des Bistums Mainz, auf die Rollen ein, die jede und jeder im eigenen Leben einnimmt – manchmal auch unfreiwillig.
„Bei Gott ist die Zeit, du selbst zu sein.“
Christiane Tietz
„Manche Rollen suchen wir uns selbst aus, aber es gibt auch Rollen, die uns von außen zugeschrieben werden“, so Tietz. „Gott kennt alle meine Rollen. Und Gott sagt: Mir gegenüber musst du keine Rolle spielen. Bei Gott ist die Zeit, du selbst zu sein.“ Tietz machte aber auch deutlich: „Ich hoffe, dass Gott manchen Rollen deutlich widerspricht.“
Rieth ergänzte: „Bei mir bleibt das Bild aus diesem Gottesdienst hängen, dass Gott der Regisseur ist. Aber nicht der, der uns von oben sagt, was wir spielen sollen.“ Vielmehr sei er ein Regisseur, „der uns begleitet und ermutigt. Einer, der uns kennt – und zum guten Leben befähigt. Und der Freude daran hat, wenn unser Leben mit all den Rollen, die wir darin ausfüllen müssen, gelingt.“
Verbindung von Glaube und Theater
Die Verbindung zu den Bad Vilbeler Festspielen, an deren Spielort – der Wasserburg – der Gottesdienst gastierte, stellte Schauspielerin Barbara Stollhans her, die die Szene aus William Shakespeares „Wie es euch gefällt“ rezitierte, die dem Hessentagsgottesdienst seinen Titel gab: „Die ganze Welt ist eine Bühne“. So hieß es dann auch im Song von Superzwei, die anschließend gemeinsam mit Schauspielerin Stollhans von Pfarrerin Mey und Pfarrer Bockholt interviewt wurden und einen Einblick in ihren persönlichen Glauben und ihre Lebenseinstellung gaben.
Musikalisch begeisterten „BoN“, die Band der Auferstehungsgemeinde Bad Vilbel, und das Bläserensemble „BiHuN“ (Bläser in Hessen und Nassau), die den Gottesdienst stimmungsvoll mit Klassikern wie auch modernen Liedern begleiteten. Pfarrerin Ulrike Mey (Evangelische Auferstehungsgemeinde) und Pfarrer Dieter Bockholt (Katholische Pfarrei St. Nikolaus) repräsentierten die Kirche vor Ort.
Gelebte Inklusion
Pfarrer Carsten Tag für die Diakonie und Regina Freisberg für die Caritas übernahmen das Fürbittengebet. Der gesamte Gottesdienst wurde durch zwei Gebärdendolmetscher für die rund 30 anwesenden Gehörlosen in Gebärdensprache übersetzt. Den Fürbittenruf „Bitte, Gott, schau auf uns“ führte deshalb die ganze Gottesdienstgemeinde in Gebärdensprache aus. Dolmetscherin Kerstin Groß zeigte, wie es geht.
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