
© Peter Bongard
Freudentränen in der Sommerhitze: Annähernd 600 Paare haben sich am vergangenen Wochenende, dem bislang heißesten des Jahres, auf dem Gebiet der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) und der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) kirchlich trauen oder segnen lassen.
Die Aktion #einfachheiraten fand an 33 teils ungewöhnlichen Feierorten der beiden benachbarten Landeskirchen statt: neben festlich geschmückten Kirchen beispielsweise am nordhessischen Edersee, auf dem Christenberg im Landkreis Marburg-Biedenkopf, in der Klosteranlage Eberbach im Rheingau und im Jagdschloss Kranichstein bei Darmstadt. Insgesamt waren es mehr als 240 Trauungen und über 330 Segnungen.
Bundesweit haben nach ersten Schätzungen mehr als 5000 Paare Gottes Segen für ihre Liebe rund um das Datum 26.6.2026 zugesprochen bekommen – ohne lange Vorbereitungszeit, hohen organisatorischen Aufwand oder große Kosten. Neben Segnungen, zum Beispiel für Partnerschaften, Verlobungen oder Ehejubiläen, waren an 370 Orten auch evangelische kirchliche Trauungen möglich.
Brautkleider, Sneaker, Freudentränen
„Brautkleider neben Sneaker, Tränen der Freude und der Rührung, Geschichten, die das Leben schreibt: #einfachheiraten hat zwei Tage gezeigt, wie Kirche ist – herzlich, offen, einfühlsam und voller Segen“, resümiert die für die Aktion in Hessen-Nassau zuständige Pfarrerin Pia Baumann vom Zentrum Verkündigung der EKHN. Was leicht und sonnig daherkam, sei das Ergebnis intensiver Vorbereitung gewesen, theologisch wie organisatorisch. Froh und dankbar zeigt sich Baumann über das Engagement der Beteiligten in Haupt- und Ehrenamt: „Sie haben Orte geschaffen und Momente geschenkt, die bleiben. Sie haben mit den Paaren ihre Liebe gefeiert, diese gewürdigt und gesegnet. So wie es individuell gut war: mal mit leisen, zarten Tönen, mal überschwänglich fröhlich. Und immer mit Feingefühl.“
Kühle Kirchen waren heißbegehrt
„Mit der Aktion ‚einfach heiraten‘ zeigen wir als Kirche bewusst, dass wir uns auch auf andere Orte einlassen: draußen, am See, im Wald. Dieses Jahr war die kühlere Kirche der meistbegehrte Ort für eine Segnung oder Trauung“, ergänzt Pfarrerin Margit Zahn vom Organisationsteam der EKKW. Alle angemeldeten Paare seien gekommen, aufgrund der Hitze hätten jedoch weniger Menschen spontan das Angebot genutzt als im Vorjahr. Dennoch stimme sie dem Eindruck einer der Ehrenamtlichen zu: „So viele glückliche Menschen habe ich selten gesehen.“
Aktion geht in die Verlängerung
In der EKKW startete die diesjährige Aktion #einfachheiraten bereits am 6. Juni in Marburg, in der EKHN am 19. Juni in Mainz. Am 29. August gibt es in Hessen noch weitere Möglichkeiten, Ja zu sagen oder Segen zu empfangen: im südhessischen Langen und im Kloster Eberbach im Rheingau. Und auch im kommenden Jahr wird es die Möglichkeit geben, bei #einfachheiraten dabei zu sein. Die Aktion findet dann rund um den 2.7.2027 statt. Weitere Informationen: www.einfachheiraten.info
Hintergrund
Die Aktion #einfachheiraten wurde bundesweit gemeinsam von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und zwölf Landeskirchen gestaltet – so viele wie noch nie. Die beiden benachbarten Landeskirchen EKHN und EKKW haben bereits Erfahrung: 2025 ließen sich 650 Paare in Hessen und Teilen von Rheinland-Pfalz segnen oder trauen. Neben evangelischen Trauungen sind Segnungen – etwa für Partnerschaften, Verlobungen oder Ehejubiläen möglich. Für eine Trauung muss das Paar bereits standesamtlich verheiratet sein und mindestens eine Person der evangelischen Kirche angehören. Für Segnungen sind keine formalen Voraussetzungen nötig.
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