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Seelsorge für Menschen mit Behinderung: Begleitung, die jede Stimme ernst nimmt
veröffentlicht 28.04.2026
von Online-Redaktion der EKHN
Wenn Einschränkungen den Alltag schwer machen, braucht es jemanden, der wirklich zuhört. Die Behindertenseelsorge bietet Menschen mit Beeinträchtigungen und ihren Angehörigen Raum für Austausch, Begleitung und neue Perspektiven, damit Teilhabe und Inklusion leichter gelingen.
Seelsorge für Menschen mit Behinderung unterstützt Betroffene und ihre Angehörigen in Situationen, in denen sie Begleitung, Orientierung oder einfach ein offenes Ohr brauchen. Sie richtet sich an Menschen mit geistigen, psychischen oder körperlichen Beeinträchtigungen und stärkt ihre Teilhabe in Kirche und Gesellschaft.
Im Mittelpunkt steht die Erfahrung: Jeder Mensch ist wertvoll und wird mit seinen Bedürfnissen ernst genommen. Die Behindertenseelsorge der EKHN knüpft an das Beispiel Jesu an, der Menschen unabhängig von ihren Fähigkeiten oder Einschränkungen zugewandt begegnete (z. B. Mk 10,46–52; Mk 7,31–37).
Ziel der Seelsorge ist es, Barrieren abzubauen, Gemeinschaft zu ermöglichen und Menschen mit Behinderung sowie ihre Familien im Alltag, im Glauben und in Krisen zu unterstützen. Sie begleitet Gemeinden, Einrichtungen und Dekanate dabei, Inklusion aktiv zu leben und Räume zu schaffen, in denen alle dazugehören.
Anlaufstellen und Ansprechpersonen:
Ev. Behindertenseelsorge der EKHN
Pfarrstelle Pfarrerin Christiane Esser-Kapp
Pfarrer Karl Endemann
Pfarrstelle VI Nachbarschaftsraum 2 Mitte Mainz
Pfarrer Rolf Haller
Pfarrstelle Ev. Behindertenseelsorge der EKHN
Pfarrerin Petra Schramm
Pfarrstelle Ev. Behindertenseelsorge der EKHN
LEBENSWEISEN Möglichkeiten für Menschen mit Behinderung und chronischer Erkrankung
Leiter Dr. Volker Landgraf
Gehörlosenseelsorge
Die Gehörlosenseelsorge begleitet gehörlose und schwerhörige Menschen sowie ihre Angehörigen. Dabei richten sich die Angebote an Menschen aus, die in Gebärdensprache kommunizieren. Die Gehörlosenseelsorge organisiert Treffen, Gottesdienste, Ausflüge und Veranstaltungen, bei denen Menschen miteinander in Kontakt kommen und sich austauschen können. ie ist ökumenisch offen und sorgt dafür, dass zentrale Angebote der evangelischen Kirche wie Verkündigung, Seelsorge, Bildungsarbeit und diakonische Unterstützung barrierefrei zugänglich sind.
Eine eigene Website informiert über aktuelle Termine, Angebote, Kontaktmöglichkeiten sowie Orientierungshilfen für Gemeinden und kirchliche Einrichtungen:
Schwerhörigenseelsorge
Die Schwerhörigenseelsorge unterstützt hörgeschädigte Menschen und ihre Angehörigen dabei, am gesellschaftlichen und kirchlichen Leben vollständig teilzuhaben. Sie bietet Beratung, Begleitung und praktische Hilfen – immer mit Blick auf die individuellen Bedürfnisse und die jeweilige Lebenssituation. Viele Betroffene suchen Orientierung in Fragen rund um Hörverlust, Technik, Kommunikation, Tinnitus oder rechtliche Möglichkeiten.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Gestaltung hörbarrierefreier Veranstaltungen. Gemeinden und Einrichtungen erhalten Beratung zu Kommunikation, Visualisierung und Raumgestaltung, damit Gottesdienste, Treffen und Veranstaltungen für Menschen mit Hörbeeinträchtigung gut zugänglich sind. Kirchen und Gemeinderäume können zudem Zuschüsse für technische Hörhilfen erhalten. Darüber hinaus organisiert die Schwerhörigenseelsorge Aktionstage, Vorträge, Seminare und Weiterbildungen.
Sehbehinderten- und Blindenseelsorge
Die Sehbehinderten- und Blindenseelsorge (SBS) begleitet Menschen mit Sehbeeinträchtigungen und stärkt ihre Teilhabe in Kirche und Gesellschaft. Viele Engagierte bringen sich ehrenamtlich ein, gestalten Netzwerke und möchten sichtbar zur evangelischen Kirche dazugehören. Die SBS unterstützt sie dabei und fördert zugleich barrierefreie Räume und eine inklusive Haltung.
Zu den Angeboten gehören seelsorgerliche Begleitung, die Koordination regionaler Gruppen, Begegnungsangebote, Freizeiten und Seminare. Ein regelmäßiger Rundbrief erscheint in Schwarzschrift, Blindenschrift und als Hörangebot. Außerdem berät die SBS Kirchengemeinden, Dekanate und Einrichtungen, die ihre Angebote für sehbehinderte und blinde Menschen zugänglich gestalten möchten.
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