
© Haus der Stille, Frankfurt
Trauer um Kirchenmusikerin Christa Reich
veröffentlicht 16.09.2026
von Jutta Winkler und Stefan Küchler
Am 9. September 2026 ist Prof. Dr. Christa Reich im Alter von 89 Jahren verstorben.
Mit Christa Reich verliert die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau eine Kirchenmusikerin, die die kirchenmusikalische Arbeit über Generationen in der Landeskirche wesentlich mit beeinflusst hat.
Christa Reich studierte Anglistik, Kirchenmusik und Theologie. Neben der praktischen Chorleitung galt ihr Interesse vor allem dem Gemeindegesang, der Liturgik und der Hymnologie.
Besonders die Erforschung der Psalmen und ihrer liturgischen Gestaltungsmöglichkeiten lagen ihr, auch in ökumenischer Weise, am Herzen. Dies fand Ausdruck in der Übernahme einer Professur für Kirchenmusik und Hymnologie an der Universität Mainz. Darüber hinaus unterrichtete sie als Dozentin die Fächer Klavier, Liturgik, Bibelkunde und Glaubenslehre an der Frankfurter Kirchenmusikschule.
Auch in der Gesangbucharbeit war sie aktiv beteiligt, am Evangelischen Gesangbuch ebenso wie in Beratungsprozessen zum EGplus.
Nach dem Tod ihres Mannes, Landeskirchenmusikdirektor Philipp Reich, übernahm sie 1986 die Leitung der „Hessischen Kantorei“, eine Aufgabe, der sie sich bis 2017 widmete. Unzählige Gemeinden hat sie mit diesem Ensemble besucht. Zum Konzept gehörte das monatliche Singen in Abendmusiken vor allem in kleinen Gemeinden, die keine hauptberuflich verantwortete Kirchenmusik haben. Das Repertoire des Chores wurde von ihr kontinuierlich erweitert, neben Chormusik der Renaissance und des Barock traten zahlreiche Uraufführungen.
Mit ihrem Wirken hat sie Generationen von Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusikern geprägt, mit ihrem wissenschaftlichen Wirken hat sie Maßstäbe gesetzt.
Die EKHN ist ihr zu großem Dank verpflichtet, ihr Wirken bleibt unvergessen.
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