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Nikolaus - den Nächsten Freude schenken

© gettyimages, anikaartNikolaustagWas steckt im Stiefel? Am Nikolaustag mit kleinen Aufmerksamkeiten seine Wertschätzung zeigen - hinter dem Brauch steckt eine lange christliche Tradition.

Mit Süßigkeiten und viel Freude im Bauch – so starten viele Kinder und Erwachsene am 6. Dezember in den Tag. Ein Lieblingsmensch hat vielleicht kleine Geschenke in den Stiefel gesteckt, der am Abend zuvor vor der Zimmertür aufgestellt wurde. Der Brauch, an diesem Tag anderen etwas Gutes zu tun, wurzelt in den christlichen Legenden über Bischof Nikolaus von Myra, der Anfang des 4. Jh. n. Chr. Kindern und armen Menschen geholfen haben soll.

Wie lässt sich die Idee des Schenkens mit Glauben verbinden?

Der Nikolaustag lädt auch dazu ein, sich einen Moment der Stille zu gönnen. In Gedanken oder im Gebet können Erinnerungen daran auftauchen, die sich auf diese Frage beziehen: Womit hat mich Gott schon beschenkt? Vielleicht taucht ein Gefühl der Dankbarkeit auf.
Aber auch die Erfahrung, dass manchmal nicht genug da ist, nicht genug Geselligkeit, nicht genug Geld, lässt sich vor Gott bringen. Gerade in Zeiten der Inflation fühlen sich viele Menschen existenziell herausgefordert. Würde Nikolaus heute leben - er hätte auf die Not der Menschen reagiert. Deshalb lässt sich Gott darum bitten, dass bei den Menschen, die etwas zu geben haben, die Kraft und der Geist der tatkräftigen Nächstenliebe eines Nikolaus in ihre Herzen einziehen möge. Passend dazu lautet der biblische Wochenspruch: "Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen." (MT 5,7) 

Liturgischer Wegweiser zum Nikolaustag

Ist der Nikolaustag auch in der evangelischen Kirche ein besonderer Tag?

Was Nikolaus von Myra den Menschen mit seinen guten Taten vermittelt hat, gilt auch heute als so bedeutsam, dass der Nikolaustag am 6. Dezember in der Evangelischen Kirche Deutschlands seit dem Jahr 2018 als offizieller Fest- und Gedenktag im evangelischen Kirchenjahr gilt. Dabei ist er aber kein gesetzlicher Feiertag in Deutschland. Doch es gab Zeiten, in denen der Nikolaus einen schweren Stand in der evangelischen Kirche hatte.

Ganz im Gegenteil zur katholischen und orthodoxen Kirche, in denen Nikolaus zu einer der beliebtesten Heiligen wurde. Seine Figur wurde mit den unterschiedlichsten Bräuchen verbunden. Im 16. Jahrhundert wird berichet, dass der Nikolaus nachts Gaben in die Schuhe der braven Kinder gesteckt haben soll.

Doch dann schafften die evangelischen Reformatoren die Heiligenverehrung ab, 1535 wurde in evangelischen Gebieten auch die Bescherung durch den heiligen Nikolaus beendet. Bei evangelischen Christen sollte seitdem Gott selbst bescheren: An Weihnachten, als „heiliger Christ“. So entwickelte sich die Vorstellung des Christkindes. Mittlerweile hat der der Nikolaustag wieder seinen festen Platz im evangelischen Kirchenjahr.

Wurzeln des Nikolaustages

Aus welchem Land kommt der Nikolaus?

Tatsächlich sind über den Nikolaus, der auf dem Gebiet der heutigen Türkei gelebt haben soll, mehrere Legenden überliefert.  Zuverlässige Quellen gibt es über ihn aber kaum. Heute wird angenommen, dass sich hinter seiner Figur zwei Persönlichkeiten verbergen: Nikolaus von Pinara und Nikolaus von Myra. Die Überlieferungen sind untrennbar in den Legenden über Nikolaus von Myra verschmolzen.

Rita Deschner, Maler: unbekanntNikolaus von MyraNikolausikonen gehören zu beliebten Souvenirs in Myra, wo Nikolaus als Bischof amtierte. Heute heißt der Ort Demre und liegt in der Türkei.

Die älteste Version seines Lebenslaufes stammt aus dem Jahr 880 n. Chr. , Nikolaus von Myra soll aber um das Jahr 300 n. Chr. gelebt haben – zwischen seinen Lebzeiten und den Aufzeichnungen liegen also 580 Jahre. Die unterschiedlichen Verfasser berichten, dass Nikolaus in der Stadt Patara geboren sein soll, ihre Ruinen liegen heute auf dem Gebiet der heutigen Türkei. Sein Vater soll Epiphanius geheißen haben, seine Mutter Johanna. Mit 19 Jahren wurde Nikolaus zum Priester geweiht. Nikolaus soll auch ins Heilige Land gepilgert sein. Als er zurückkehrte, wurde er in Myra zum Bischof gewählt - daher zeigen ihn ältere bildliche Darstellungen mit bischöflicher Amtstracht.

Nachdem seine Eltern an der Pest gestorben sind, erbte er ihr Vermögen und konnte dadurch Hilfsbedürftige unterstützen. Die überlieferten Legenden schildern ihn vor allem als Nothelfer. So soll er drei unschuldig verurteilte Feldherren vor deren geplanter Hinrichtung gerettet haben. Man sah ihn als einen heiligen Retter an, der bei Armut hilft, aus Todesgefahr rettet und aus anderen Nöten befreit.

Warum feiert man den Nikolaustag am 6. Dezember? 

In den evangelischen, katholischen und orthodoxen Kirchen ist der 6. Dezember als Gedenktag dem Nikolaus gewidmt. Er soll sich auf seinen vermuteten Todestag am 6. Dezember 343 beziehen.
Zudem berichtet das Ökumenische Heiligenlexikon, dass der 6. Dezember auch als Geburtstag der antiken Göttin der Jagd, Diana, gilt. Nikolaus soll mehrere Tempel zerstört haben, die Diana gewidmet waren. Der Gedenktag des Nikolaus am 6. Dezember liegt also auf dem selben Tag, an dem zuvor in der antiken Welt der Geburtstag dieser Göttin gefeiert wurde.

Warum gilt Nikolaus als Überbringer von Geschenken?

Heute ist vor allem der Nikolaus als Gabenbringer bekannt. Dahinter steckt folgende Legende:

Nikolaus hilft drei Schwestern in Not

Ein verarmter adliger Vater dreier Töchter steckt in finanziellen Schwierigkeiten. Um sein Gesicht als Adliger nicht zu verlieren, scheidet das Betteln für ihn aus. Aber irgendwie muss der Unterhalt verdient werden – und auch die Mitgift für die drei Töchter. Also beschließt der Vater, dass alle drei Töchter, wohlerzogene Mädchen, sich prostituieren müssen. Davon hört der junge Nikolaus, der zu diesem Zeitpunkt noch nicht Bischof war, wohl aber gerade ein stattliches Erbe angetreten hatte. Nikolaus zögert nicht lange: In der Nacht wirft er durch das geöffnete Fenster der Mädchen einen Klumpen Gold. Das wiederholt er, bis alle drei Kinder versorgt sind. In der dritten Nacht lauert der verarmte Adlige dem Wohltäter auf, um ihm zu danken. Nikolaus antwortet bescheiden, dass er nichts weiter als die Pflicht eines Christen getan hätte.

Eine weitere Geschichte über den Nikolaus ist für Kinder nacherzählt - mit einem passenden Rezept:

Hungersnot in Myra - mit Rezept für Nikolausbrot (PDF)

Warum trägt der Nikolaus einen roten Mantel?

In den Jahrhunderten nach dem Beginn der Neuzeit haben sich die Vorstellungen über die Figuren miteinander verwoben. Die Figur des Nikolauses begann in einigen Regionen auch an Weihnachten die Kinder zu bescheren - die Person des Weihnachtsmannes verselbstständigte sich. Der selbe Ursprung lässt sich aber anhand des Namens herleiten: Der holländische Weihnachtsmann heißt Sinterclaas, der amerikanische Santa Claus. Und Claas, Claus oder Klaus sind Abkürzungen des Namens Nikolaus.
Aus der Bischofstracht wurde im Laufe der Zeit ein roter Mantel mit weißem Pelz. Die Kopfbedeckung der Bischöfe, die Mitra, wich einer roten Zipfelmütze.

So warten Kinder bis heute unabhängig von der Konfession in einigen Regionen Deutschlands an Weihnachten auf das Christkind, in anderen auf den Weihnachtsmann.

Dass die pausbäckige Gestalt vom rotgekleideten, dicken Mann mit dem weißen Bart eine Werbe-Erfindung von Coca-Cola aus dem Jahr 1931 ist, wird immer wieder gern behauptet. Diese Behauptung stimmt aber nicht: Der Weihnachtsmann wurde schon vor dieser Werbekampagne so dargestellt. Die Cola-Plakate haben allerdings sicher dazu beigetragen, dass das Bild vom rot-weißen Weihnachtsmann auf der ganzen Welt bekannt geworden ist.

© Multimediaredaktion ekhn.de

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Hat der Nikolaus wirklich gelebt?

Hinter dem Nikolaustag steckt der Bischof Nikolaus von Myra, der tatsächlich gelebt haben soll. In einer Slideshow erklärt das „Sonntagsblatt“ die Legende, deren Spuren bis in die Gegenwart reichen.

Es geht darum, die Menschen zu werden,
die wir in Gottes Augen sind.
Und es geht darum, das zu leben,
was wir in Gottes Augen sind!

(Volker Jung)

Volker Jung

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von Quelle: gettyimages, stockam

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