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EKHN trauert um Helmut Harsch
veröffentlicht 07.07.2026
von Pressestelle der EKHN
Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) trauert um Pfarrer und Prof. i. R. Dr. Helmut Ludwig Harsch, der am 1. Juni 2026 im Alter von 97 Jahren verstorben ist.
Von 1974 bis 1991 lehrte er als Professor für Seelsorge am Theologischen Seminar in Friedberg und prägte in dieser Zeit die Ausbildung einer ganzen Generation von Pfarrerinnen und Pfarrern. Zuletzt lebte er in Nürnberg.
Engagement für Seelsorge und Pastoralpsychologie
Mit großem Engagement setzte sich Harsch dafür ein, seelsorgliche Kompetenz und wissenschaftliche Erkenntnisse miteinander zu verbinden. Zu einer Zeit, in der pastoralpsychologische Ansätze und humanwissenschaftliche Perspektiven in der Kirche noch kontrovers diskutiert wurden, warb er mit Überzeugung für ihren Wert in der theologischen Ausbildung und für die kirchliche Praxis. Sein Verständnis von Ausbildung beschrieb er als eine „authentische Begegnung im Horizont der Liebe Gottes“, die stets auch die Auseinandersetzung mit der eigenen Person einschließt.
Mehrere Jahre leitete er zudem als Direktor das Theologische Seminar in Friedberg und gestaltete dessen Entwicklung maßgeblich mit. Sein Wirken war geprägt von fachlicher Kompetenz und dem Anliegen, angehende Pfarrerinnen und Pfarrer auf ihren Dienst in Kirche und Gesellschaft vorzubereiten.
Würdigung durch die Kirchenleitung
„Er hat unsere Kirche als engagierter Theologe und überzeugter Seelsorger und Pastoralpsychologe wesentlich mitgeprägt und eine ganze Generation von Pfarrerinnen und Pfarrer ausgebildet“, sagt Stellvertretende Kirchenpräsidentin Ulrike Scherf im Namen der Kirchenleitung der EKHN.
Sie fährt fort: „Auch wenn ich ihn selbst nicht mehr als Ausbilder in Friedberg erlebt habe – ich habe mein Vikariat dort Ende Januar 1991 begonnen, drei Tage vor seinem offiziellen Eintritt in den Ruhestand, so habe ich doch viel von ihm gehört und durch die Erzählung älterer Vikarinnen und Vikare ein Bild seines Wirkens erhalten können.“
Stationen seines Lebens und Wirkens
Vor seiner Berufung nach Friedberg leitete Harsch die Evangelische Erziehungs-, Ehe- und Familienberatung in München. Seine vielfältigen wissenschaftlichen und praktischen Erfahrungen – unter anderem aus Studien- und Ausbildungsaufenthalten in den USA sowie seiner psychoanalytischen Ausbildung – brachte er gewinnbringend in Lehre und Forschung ein. Gemeinsam mit Gisela Kottwitz gründete er 1975 die Deutsche Gesellschaft für Transaktionsanalyse und setzte damit weit über die EKHN hinaus wichtige Impulse für Seelsorge und Pastoralpsychologie.
Geboren wurde Harsch 1929 in Calw/Württemberg. Er studierte evangelische Theologie in Erlangen und Tübingen, bevor er zunächst in der Evangelisch-methodistischen Kirche arbeitete, von dort in die Bayerische Landeskirche und schließlich in die EKHN wechselte. Er war verwitwet und hatte eine Tochter.
Die Trauerfeier findet am 29. Juli 2026 um 11 Uhr in der Evangelischen Kirche in Langenhain-Ziegenberg statt.



