
© Tobias Ehrig
Erfolgreicher Kongress des Gemeindepädagogischen Dienstes
veröffentlicht 21.05.2025
von Peter Bernecker
Über hundert Gemeindepädagoginnen und Gemeindepädagogen der EKHN kamen am 19. Mai 2025 zum Jahreskongress des Gemeindepädagogischen Dienstes in die Aula der Evangelischen Hochschule Darmstadt.

© Tobias Ehrig
Unter dem Motto „Mehr Gemeindepädagogik wagen“ standen Austausch, Diskussionen und zukunftsweisende Impulse auf dem Programm.
Grund zu feiern: Mehr Mitsprache für Gemeindepädagog:innen
Neben fachlichem Austausch gab es auch einen besonderen Anlass zur Freude. Gemeindepädagogin Hannah Lieb, Teil des ehrenamtlichen Organisationsteams, betonte: „Wir wollen heute auch ein bisschen feiern.“ Ihre Kollegin Elke Deul, die ebenfalls die Moderation übernahm, ergänzte: „Es ist bärenstark, was wir im Gemeindepädagogischen Dienst erreicht haben.“
Der Grund: Die Kirchensynode hat kürzlich beschlossen, dass künftig auch Mitarbeitende des Gemeindepädagogischen Dienstes in kirchliche Entscheidungsgremien wählbar sind – ein Meilenstein für eine Profession, die an der Schnittstelle von Pädagogik und Theologie arbeitet.
Interprofessionelle Teams als Zukunftsmodell
Seit Jahresbeginn arbeiten in der EKHN die drei kirchlichen Berufsgruppen – Theologie, Kirchenmusik und Gemeindepädagogik – in sogenannten Verkündigungsteams zusammen. Ziel ist es, durch interprofessionelle Zusammenarbeit Synergien zu schaffen und Glaube in der Region erlebbar zu machen.
Professor Dr. Uwe Becker, Präsident der Evangelischen Hochschule Darmstadt, begrüßte diesen Schritt und verwies in seinem Grußwort auf eine weitere wichtige Entwicklung: Die Gründung einer Evangelischen Hochschule Hessen, mitfinanziert vom Land Hessen, sichert den Fortbestand evangelischer Studiengänge wie Soziale Arbeit und Gemeindepädagogik.
Gemeindepädagogik als unverzichtbare Kraft in der Kirche
Auch die neue Kirchenpräsidentin Christiane Tietz würdigte in ihrer Rede den Beitrag der Gemeindepädagogik zur Kirchenentwicklung. Mit ihrer Fähigkeit, Bildungsprozesse anzustoßen, sozialräumlich zu denken und religiöse Zugänge zu eröffnen, leiste die Berufsgruppe einen unverzichtbaren Beitrag. „Kirche ist keine evangelische Kirche, wenn sie diesen Blick außer Acht lässt“, betonte Tietz. Zugleich begrüßte sie die geplante Gründung einer berufsständischen Vertretung für den Gemeindepädagogischen Dienst.
Neue Strukturen: Ein Ständiger Ausschuss entsteht
Ein konkreter Schritt in diese Richtung erfolgte am Nachmittag des Kongresses: Die Teilnehmenden wählten eine zehnköpfige Arbeitsgemeinschaft, besetzt mit Vertreter:innen aller fünf Propsteien. Diese Gruppe wird künftig als Ständiger Ausschuss tätig sein und Impulse für die Weiterentwicklung der Gemeindepädagogik setzen.
Wissenschaftlicher Impuls: Interprofessionelle Zusammenarbeit gestalten
Einen zentralen Beitrag zum inhaltlichen Teil des Kongresses lieferte Professorin Dr. Claudia Schulz von der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg. In ihrem Vortrag präsentierte sie Forschungsergebnisse zur interprofessionellen Teamarbeit in der Kirche.
Sie betonte die Bedeutung einer Kooperationskultur, geteilter Verantwortung und Gleichwertigkeit der Berufsgruppen. Ein Wandel sei nötig – weg von einer „Versorgungslogik“ hin zu zielorientierter Zusammenarbeit über Berufsgrenzen hinweg.
Perspektiven für über eine Million Menschen
In Diskussionsrunden wurden die Impulse aus dem Vortrag vertieft und neue Perspektiven für die Gemeindepädagogik entwickelt. Der intergenerative Ansatz, Angebote für alle Altersgruppen zu schaffen, könnte langfristig etwa 1,3 Millionen Evangelischen in der EKHN zugutekommen.
Der Leitsatz des Kongresses „Mehr Gemeindepädagogik wagen“ wurde damit nicht nur diskutiert, sondern mit konkreten Maßnahmen und Visionen gefüllt – und erscheint aktueller denn je.
Text: Martin Biehl
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