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Für Respekt und Vielfalt: Gemeinsam Rassismus überwinden in Kirche und Gesellschaft
veröffentlicht 24.06.2026
von Online-Redaktion der EKHN, EKHN-Pressestelle
Rassismus begegnet Menschen oft im Alltag – manchmal offensichtlich, manchmal indirekt. Die evangelische Kirche arbeitet daran, wie wir respektvoller miteinander leben können: in Gemeinden, in kirchlichen Einrichtungen und in unserer Gesellschaft. Gemeinsam können wir dazu beitragen, dass Vielfalt selbstverständlich wird und wir als Gemeinschaft anstehende Herausforderungen anpacken können.
Was ist Rassismus?
Rassismus ist eine Form der Diskriminierung und eine Ideologie, die Menschen aufgrund ihres Aussehens, ihres Namens, ihrer (vermeintlichen) Kultur, Herkunft oder Religion in Gruppen einteilt und abwertet. Häufig betrifft das Menschen, die als Schwarz, farbig oder nicht‑weiß wahrgenommen werden. Rassismus schafft eine Trennung in „Wir“ und „Andere“. Die „Anderen“ werden dabei als weniger wert oder weniger gut eingestuft („Othering“). So entstehen Ausgrenzung, Benachteiligung und manchmal auch Gewalt.
Weil jeder Mensch von Gott mit Würde ausgestattet ist, setzt sich die EKHN für ein respektvolles, rassismuskritisches und diskriminierungsfreies Miteinander ein.
In Krisen wird deutlich, wie wichtig gesellschaftlicher Zusammenhalt ist – und dass gelebter Respekt und Kooperation noch Entwicklungspotenzial haben. Das erfahren besonders Menschen mit anderer Hautfarbe oder mit Migrationsgeschichte. Um diese Situation zu verbessern, setzt sich die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) für eine rassismuskritische und diskriminierungsfreie Kirche ein.
Christliche Glaubensgrundlage
Im Rahmen des Werkstatttages „(Anti)rassistische Kirche!?“ im Juni 2026 in Hanau hatten die beiden Kirchenleitenden der EKHN und der EKKW die Grundlage für diese Haltung im christlichen Glauben beschrieben. Kirchenpräsidentin der EKHN, Prof. Dr. Christiane Tietz, hatte erklärt: „Als Kirche sind wir überzeugt davon, dass jeder Mensch Gottes Ebenbild ist. Dieser Glaube verpflichtet uns, auch bei uns selbst genau hinzusehen. Wir wollen als evangelische Kirche deshalb rassistisches Handeln und Nicht-Handeln noch klarer benennen, diskriminierende Strukturen noch besser erkennen und sie noch konsequenter überwinden als bisher.“
Die Bischöfin der EKKW, Dr. Beate Hofmann, hob im Rahmen des Treffens hervor: „Wir haben bislang viel über das Konzept der safer spaces in der Kirche gesprochen. Heute nehme ich mit, dass es genauso braver spaces braucht, in denen wechselseitige Irritationen stattfinden dürfen.“

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Was jede und jeder Einzelne tun kann: Alltagsrassismus erkennen und verhindern
Rassistische Vorurteile können sich unbemerkt in das eigene Denken einschleichen – durch Medien, Alltagserfahrungen oder überlieferte Sprachbilder. Viele Menschen mit Migrationsgeschichte und People of Colour erleben regelmäßig Rassismus. Rassismusforscher Prof. Dr. Lorenz Narku Laing zeigt in einem epd‑Video, wie wir das Miteinander verbessern können:
- Sich mit den Lebensrealitäten von Menschen auseinandersetzen, die anders aussehen oder glauben – z. B. durch Bücher, Filme oder Podcasts.
- Menschen freundlich begegnen, sie begrüßen, Nächstenliebe leben.
- Diskriminierung im Alltag ansprechen und nicht stehen lassen.
- Eigene Privilegien teilen, damit People of Colour gleiche Chancen erhalten – auch in Vereinen, Gremien oder Leitungsfunktionen.
- Erzählungen von Betroffenen ernst nehmen.
- Keine Parteien unterstützen, die rassistische Positionen vertreten.
epd-Video: Was gegen Alltagsrassismus hilft
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Empfehlungen und Engagement für eine offene, vielfältiger, antirassistischer und demokratische Kirche
Einrichtungen wie das Zentrum Oekumene EKHN/EKKW möchten zu einer rassismuskritischen und diskriminierungssensiblen Kirche beitragen. Ebenso setzten sich die Teilnehmenden der Werkstatttage „(Anti)rassistische Kirche!?“ zusammen, um Erfahrungen auszutauschen, Herausforderungen zu benennen und konkrete Schritte für eine rassismuskritische Kirchenentwicklung zu diskutieren. 2026 betonte einer der Mitwirkenden, der Marburger Theologiestudent Mawuli Assimadi: „Kirche braucht Safer Spaces, in denen Menschen geschützt sprechen können – und mutige Räume, in denen wir die Reproduktion rassistischer Denk- und Handlungsmuster ehrlich reflektieren und bearbeiten.“ Die Bildungsreferentin für Rassismus und Kirche der Vereinten Evangelischen Mission (VEM), Sarah Vecera unterstrich: „Echte Veränderung entsteht erst dort, wo wir strukturelle Augenhöhe schaffen und Kirche gemeinsam gestalten.“
Auch die Publikation „Antirassismus und Antidiskriminierung – Verhaltenskodex für Mitarbeitende“ ermutigt zu einer rassismuskritischen und diskriminierungssensiblen Kirche:
- Eigene Denk‑ und Verhaltensweisen kritisch zu reflektieren und aktiv zu lernen.
- Diskriminierendes Verhalten nicht zu tolerieren und klar dagegen vorzugehen.
- Diskriminierende Sprache zu vermeiden – in Gesprächen wie in Veröffentlichungen.
- Teilhabe und Mitwirkung von BIPoC (Black, Indigenous, People of Color) zu fördern.
- Betroffenen Solidarität zu zeigen und die Kirche als sicheren Ort erfahrbar zu machen.
- Die Mitarbeitendenvertretung (MAV) einzubeziehen, wenn diskriminierendes Verhalten auftritt.
Weitere Hintergrundinformationen, den vollständigen Verhaltenskodex und eine vorgeschlagene, freiwillige Selbstverpflichtung Sie in der Broschüre:



