Evangelische Kirche in Hessen und Nassau
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© Renate Hoyer, MDHS

Würdigten die "Bibel in gerechter Sprache": von links: Die stellvertretende Kirchenpräsidentin Ulrike Scherf, Pfarrer Nulf Schade-James, Evangelische Kirchengemeinde Frieden und Versöhnung, Pfarrerin Ulrike Hofmann, Verein zur Förderung Feministischer Theologie in Forschung und Lehre, Birgit Pfeiffer, Präses der EKHN, Ute Knie, Verein Fem. Theologie, Gisela Matthiae alias Frau Adele Seibold, Theologin und Clownin
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20 Jahre Bibel in gerechter Sprache: Anlass zur Freude und zum Weiterdenken

veröffentlicht 29.10.2026

von Bettina Behler, Online-Redaktion der EKHN

Rund 200 Gäste versammelten sich zum Gottesdienst, zum Debattieren und zu Geselligkeit. Im Mittelpunkt stand die Würdigung der „Bibel in gerechter Sprache“ und ihrer Verfasserinnen und Verfasser.

2006 wurde am Reformationstag die “Bibel in gerechter Sprache” vorgestellt. 20 Jahre später flimmern über der Leinwand im Altarraum der Friedenskirche im Frankfurter Gallus zahlreiche Portraits von Menschen, die dabei waren, damals, als die „Bibel in gerechter Sprache“ erstmals veröffentlicht wurde: der frühere Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau Professor Peter Steinacker, beispielsweise, die Theologin Hanne Köhler, die EKHN - gab ihr damals eine Projektstelle für das Mammutwerk, Heidi Rosenstock, 1996 Gründerin des Vereins für feministische Theologie und eine der Initiatorinnen der Bibelfassung, Ute Knie, lange Vorsitzende des Vereins, Christa Kirschbaum, damals Kirchenmusikdirektorin in NRW, später Landeskirchenmusikdirektorin der EKHN, tauchten in dem Kurzfilm auf. 

Einige der Gezeigten sind inzwischen verstorben, die feministische Theologin Eva Renate Schmidt beispielsweise wurde in dem Film gewürdigt, auch der 2015 verstorbene Steinacker oder der Erziehungswissenschaftler Micha Brumik. Viele der Gezeigten feierten jedoch glücklicherweise mit, Professorin Claudia Janssen beispielsweise, sie sprach ein Grußwort, leitete auch einen Workshop zu „Diversität im Römerbrief - Aufregend damals und heute“. Pfarrer Nulf Schade-James freute sich, erneut Gastgeber zu sein.

Stellvertretende Kirchenpräsidentin Scherf lobt Einbeziehung christlich-jüdischen Dialogs

„Die BigS hat Widerstände ausgelöst und Mut zum Widerspruch gegeben“, sagte die stellvertretende Kirchenpräsidentin der EKHN, Ulrike Scherf, in ihrem Grußwort zum 20. Jubiläum am 25. Oktober 2026 in der Friedenskirche in Frankfurt-Gallus. Scherf, aber auch andere erwähnten, dass die BigS sich neben Geschlechterfragen mit Engagement weiteren Themen widme. Sie nehme beispielsweise Erkenntnisse des christlich-jüdischen Dialogs auf und korrigiere antisemitische Muster, äußerte Scherf. „Gerade angesichts wachsenden Antisemitismus ist mir das wichtig.“ Wenige Wochen vor dem Jubiläum hatte sie bereits diese Bibelübersetzung gewürdigt: „Das Jubiläum der Bibel in gerechter Sprache zeigt, dass die Fragen von vor 20 Jahren keineswegs erledigt sind: Gerechtigkeit, Teilhabe und die Frage, wer gehört wird, bleiben hochaktuell.“

Anja Schwier-Weinrich, Geschäftsführende Pfarrerin der Evangelischen Frauen in Hessen und Nassau, hatte einen intensiven Blick in Kinderbibeln geworfen. Sie würdigte, dass es  heutzutage zunehmend Darstellungen gebe, die realistisch die Figuren zeigten „wie man aussieht im östlichen Bereich des Mittelmeerraums“. Als ein Beispiel für eine zeitgemäße Fassung nannte sie Andrea Karimés „Alle-Kinder-Bibel“.

Mehr als ein Jubiläum – Ausdruck von dem Wunsch nach konstruktiven Debatten

Kinder sollten ein Fokus des Jubiläums sein. Nicht nur als Rückblick, sondern als Weiche in die Zukunft war der Nachmittag geplant. Unter anderem repräsentiert durch eine Gruppe Studierender der Goethe-Universität. Zwei Studierendenpfarrerinnen leiteten in der Friedenskirche Workshops, Kerstin Söderblom, Mainz, zu „Divers und queer mit Gottespoesie“. Ilona Klemens, Frankfurt, lud zusammen mit ihrer Studierenden Maxima Dickhaut ein, sich über „Diversity in der Seelsorge“ auszutauschen. 

Die Themen haben sich gewandelt seit 2006, der Blick darauf, aber auch die Medien, in denen die Bibel kommentiert wird. Wenn in den Sozialen Medien, Bibelstellen herangezogen werden für Meinungsäußerungen, bleibe außer Acht, dass es eine Reihe an Übersetzungen gibt, so Pfarrer Wolfgang Prawitz, Mitglied der Kirchenleitung der EKHN. 

Veit Dinkelaker, Direktor des am Frankfurter Museumsufer ansässigen Bibelhaus Erlebnis Museums, sagte in seinen Fürbitten, „wir sehnen uns nach konstruktiven Debatten“ und nach einer Forschung und Wissenschaft, in der Machtmissbrauch aufgedeckt werde. Birgit Pfeiffer, Präses der EKHN, meinte beim Hinausgehen, „Ich nehme viel Segen mit“, Ute Knie, die maßgeblich an den Vorbereitungen beteiligt war, ließ beim Finale ein paar bunte Federn rieseln – ein inhaltsstarker und zugleich heiter-beschwingter Jubiläumsnachmittag.

Jubiläumsausgabe

Gefeiert wird die Bibel in gerechter Sprache auch mit einer Sonderausgabe. Die Jubiläumsgabe ist am 9. September 2026 im Gütersloher Verlagshaus erschienen, sie kostet 20 Euro.

 

Evangelische Frauen: Veranstaltungen fokussieren Rollen der Maria Magdalena

Auch der Landesverband Evangelische Frauen in Hessen und Nassau nimmt das Jubiläum zum Anlass, gemeinsam mit Kooperationspartnerinnen zu weiteren Veranstaltungen einzuladen, die unterschiedliche Zugänge eröffnen. Dabei wird der Blick auf Maria Magdalena und ihre Rolle für das frühe Christentum gerichtet, die in den Hintergrund aufgrund vergangener Zuschreibungen geraten ist. Denn das Bild von Maria hat sich häufig gewandelt: von der büßenden Sünderin, der reuigen Prostituierten bis zur engen Vertrauten Jesu und einer selbbestbestimmten Frau.

  • Maria Magdalena zwischen Text und Tradition - 20 Jahre Bibel in gerechter Sprache
    19. November 2026, 19-20:30 Uhr, online
  • Ausstellungsführung „Maria Magdalena: Sin. Pray. Love.“
    28. November 2026, 14:15 bis 16:30 Uhr, im Frankfurter Städel Museum

Rund um die "Bibel in gerechter Sprache"

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