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Kirchliche Stimmen nach der Wahl: Sorge um Zusammenleben, Engagement für Zusammenhalt
veröffentlicht 07.09.2026
von Evangelische Pressestellen, Online-Redaktion der EKHN
Die AfD hat die meisten Stimmen bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hinter sich versammelt. Leitende Geistliche der Kirchen zeigen sich in einer Erklärung besorgt darüber „wie groß die Unzufriedenheit“ sei. Sie fordern dazu auf, sich weiterhin für Zusammenhalt zu engagieren.
Die AfD hat die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt mit deutlichem Vorsprung vor den anderen Parteien gewonnen. Zum Wahlergebnis äußern sich auch Stimmen aus den Kirchen: die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischöfin Kirsten Fehrs, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Heiner Wilmer, sowie der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK), Reverend Christopher Easthill. Sie erklären: „Wir nehmen zur Kenntnis, dass die AfD in Sachsen-Anhalt mit deutlichem Abstand die stärkste Partei wurde. Schlimme Befürchtungen sind wahrgeworden, aber das Ergebnis ist zu akzeptieren. Die Sorge der Kirchen gilt dabei vor allem dem Zusammenleben und Miteinander der Menschen in Sachsen-Anhalt sowie insbesondere der Achtung der von Gott gegebenen Menschenwürde, die bedingungslos jedem zusteht.“
Kirchenpräsidentin Christiane Tietz: Weiterhin für Menschenwürde-Demokratie einsetzen
Zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September hat sich auch die Kirchenpräsidentin der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), Christiane Tietz, geäußert und ihrer Erschütterung Ausdruck verliehen: „Als Christin bin ich zutiefst erschüttert. Menschenwürde, der Schutz von Minderheiten und der Rechtsstaat stehen nicht zur Wahl. Deshalb setze ich mich für unsere Menschenwürde-Demokratie ein und schweige nicht, wenn ich sie bedroht sehe.“
Engagement für Zusammenhalt weiterhin stärken
Laut dem Statement der EKD, der ACK und der Deutschen Bischofskonferenz zeige das Wahlergebnis, wie groß die Unzufriedenheit und der Vertrauensverlust sei: „Das ist ernst zu nehmen“, betonen die leitenden Geistlichen. Dabei gäbe es aber weiterhin viele Menschen, die Verantwortung übernehmen und das Gemeinwesen tragen. Deren Einsatz, Hilfsbereitschaft und Zuversicht wollten die Kirchen weiterhin unterstützen: „Zusammen werden wir weiter arbeiten für eine Gesellschaft, die zusammenhält – in Verantwortung vor Gott und den Menschen“
Die leitenden Geistlichen weisen darauf hin, dass die Menschenwürde, aber die freiheitlich-demokratischen Grundordnung auch in Sachsen-Anhalt weiterhin gelte. Deshalb sagen sie: „Wir fordern die Wahlsieger auf, die Landesverfassung sowie das Grundgesetz uneingeschränkt zu achten und die Würde aller Menschen unabhängig von Herkunft, Religion, Lebensweise, Leistung oder Position zu wahren.“ Die Geistlichen betonen, dass die Kirchen nicht wegsehen werden und „wir werden nicht schweigen, wenn die Würde des Menschen verletzt, unsere Demokratie aufs Spiel gesetzt oder der Rechtsstaat ausgehöhlt wird.“
Offene Kirchentüren in Sachsen-Anhalt
Einige Kirchengemeinden in Sachsen-Anhalt kündigten an, in den kommenden Tagen ihre Türen für Gebet und Einkehr zu öffnen. So war bereits am Sonntagabend etwa in Köthen in St. Jacob eine Andacht zusammen mit dem Kirchenpräsidenten der Evangelischen Landeskirche Anhalts, Karsten Wolkenhauer, geplant. Pfarrer Martin Olejnicki unterstich: „Gerade an einem Abend, an dem Zahlen, Balken und Prozente die Nachrichten bestimmen, wollen wir Raum schaffen für Gebet, Besinnung und die Sorge um unser gemeinsames Zusammenleben.“
Schlauraff: Stehen für Nächstenliebe
Die Magdeburger Regionalbischöfin Bettina Schlauraff äußerte sich auf Social-Media: „Es wird sich nichts daran ändern: Kirche steht weiter für Menschenwürde ein. Kirche widerspricht weiter der Abwertung von Menschen aufgrund von Geschlecht, sexueller Orientierung, Religion, Herkunft oder körperlicher Beschaffenheit. Kirche ist weiter an der Seite von freier Bildung, Kulturschaffenden und Demokratieprojekten." Wahlergebnisse würden nicht daran ändern, dass Kirche weiter für christliche Werte einstehen werde.



