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Kirchenvorstand: Engagement für das Evangelium
veröffentlicht 09.08.2023
von Martin Reinel, Jessica Lindert (update 30.7.2026)
Ehrenamtliche Mitarbeit im Kirchenvorstand bedeutet: Viel Engagement für den Glauben, die Heimatgemeinde und das Evangelium.
Mitarbeiten im Kirchenvorstand lohnt sich
Mehrere Tausend Menschen sind in den Kirchenvorständen der EKHN ehrenamtlich aktiv. Sie wurden von den Gemeindemitgliedern gewählt und haben Verantwortung für das Gemeindeleben übernommen. Mitglieder im Kirchenvorstand finden in ihrem Engagement Wertschätzung und Anerkennung. Denn das Amt stellt einen großen „Wert“ dar: Der Kirchenvorstand ist das Leitungsgremium der Gemeinde und hat zentrale Bedeutung. Der Kirchenvorstand gestaltet die Aktivitäten in der Kirche, im Gemeindehaus und drum herum entscheidend mit. Die Arbeit im Kirchenvorstand kann ein persönlicher Gewinn sein.
Für den "Sinn der Gemeinde" arbeiten
Das freiwillige Engagement von Menschen in unserer Gesellschaft verändert sich. Es gibt nicht „den Ehrenamtlichen an sich“. Vielmehr bringen sich viele Menschen unterschiedlichen Alters und aus verschiedenen Gründen mit ihren jeweiligen Möglichkeiten und Begabungen ehrenamtlich ein. Sie arbeiten da mit, wo sie einen Sinn sehen. „Sinn der Gemeinde“ kann sein: Gemeinschaft, Gottesdienst, Glaube, Unterstützung für andere, Engagement in der Welt.
Kirche gemeinsam weiterentwickeln
Kirche befindet sich im Wandel. Weniger finanzielle Mittel, sinkende Mitgliederzahlen und gesellschaftliche Veränderungen stellen Kirchengemeinden vor neue Herausforderungen. Gleichzeitig entstehen dadurch neue Möglichkeiten: Gemeinden arbeiten enger zusammen, haben ihre rechtliche Form der Zusammenarbeit im Nachbarschaftsraum angepasst, bündeln ihre Ressourcen und entwickeln gemeinsam Ideen für die Zukunft. Dabei verlaufen die Veränderungsprozesse nicht überall gleich. Manche Gemeinden wachsen schrittweise zusammen, andere erproben neue Formen der Zusammenarbeit oder gestalten bereits gemeinsame Strukturen.
Gerade in dieser Zeit sind engagierte Kirchenvorsteher:innen unverzichtbar. Sie kennen ihre Gemeinde und wollen ihr eine Zukunft in neuer Struktur ermöglichen, bringen unterschiedliche Perspektiven ein und helfen dabei, Veränderungen so zu gestalten, dass das kirchliche Leben vor Ort lebendig bleibt.
Mitbestimmen und viel bewegen
In der evangelischen Kirche hat sich eine Kultur der Wertschätzung etabliert. Ehrenamtliche in der Kirche wissen: Für viele Fragen gibt es Ansprechpartner:innen, und Hauptamtliche arbeiten partnerschaftlich mit Ehrenamtlichen zusammen.
Kirchenvorstände gestalten die Zusammenarbeit im Nachbarschaftsraum mit, entwickeln gemeinsame Schwerpunkte und übernehmen Verantwortung dafür, dass vorhandene Kräfte und Mittel sinnvoll eingesetzt werden und es Gemeindeleben vor Ort weiterhin gibt . Dadurch können sie die Zukunft der Kirche unmittelbar mitprägen.
Verantwortung vor Ort bleibt wichtig
Auch wenn Gemeinden enger zusammenarbeiten, bleibt das Leben vor Ort unverzichtbar. Deshalb entstehen vielerorts neue Formen der Beteiligung, etwa Ortsausschüsse oder Patinnen und Paten für einzelne Orte oder Gemeindeteile. Sie sorgen dafür, dass die Anliegen der Menschen vor Ort gehört werden und das Gemeindeleben in den Dörfern und Stadtteilen lebendig bleibt. Kirchenvorstände tragen dazu bei, diese Beteiligung zu ermöglichen und miteinander zu vernetzen.
Der Glaube wächst beim Mitmachen
Früher dachte man oft, nur besonders „gläubige“ oder religiöse Menschen arbeiten ehrenamtlich in einem Kirchenvorstand mit. Aber die Formel „erst Glaube, dann Ehrenamt“ gilt nicht mehr. Studien über den Zusammenhang zwischen Ehrenamt und Glauben haben anderes herausgefunden. Inzwischen weiß man: Menschen, die sich ehrenamtlich einbringen und erleben, dass sie gebraucht und geschätzt werden, wachsen im Glauben und Frömmigkeit. Das Engagement für die Kirchengemeinde verändert die persönliche Einstellung zu Religion und lässt den eigenen Glauben wachsen.
Mit Freude dabei für die eigene Gemeinde und darüber hinaus
Viele Kirchenvorsteher:innen engagieren sich über Jahre hinweg im Kirchenvorstand ihrer Heimatgemeinde. Und die meisten schätzen die Arbeit im Kirchenvorstand sehr – das gemeinsame Tun, das Miteinander von Jung und Alt, das verbindende christliche Werteverständnis.
Kirchenvorstände haben weitreichende Befugnisse und einen großen Gestaltungsspielraum. Gemeinsam mit Pfarrer:innen, Kirchenmusiker:innen und Gemeindepädagogen:innen in den Verkündigungsteams leiten sie die Gemeinde und gestalten zugleich die Zusammenarbeit mit anderen Gemeinden. Die EKHN ist bis heute eine „Kirche von unten“. Das heißt, die Gemeindeglieder können sich selbst einbringen und in Wahlen entscheiden, wen sie im Kirchenvorstand sehen möchten.
Wer heute im Kirchenvorstand mitarbeitet, gestaltet nicht nur das Gemeindeleben der Gegenwart. Er oder sie wirkt daran mit, wie Kirche in Zukunft Menschen erreicht, Gemeinschaft ermöglicht und ihren Auftrag in einer sich verändernden Gesellschaft erfüllt.
Eine Kirchenvorsteherin aus dem Odenwald sagt über ihr ehrenamtliches Engagement: „Evangelisch zu sein, bedeutet für mich, für andere Menschen da zu sein, Heimat zu haben und anderen ein Heimatgefühl zu geben.“


