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Landesposaunentag 2026: Wenn Mainz zur Klangbühne wird
veröffentlicht 28.09.2026
von Nicole Weisheit-Zenz, Online-Redaktion der EKHN
Rund 250 Musikerinnen und Musiker haben beim Landesposaunentag in Mainz mit ihren Konzerten zahlreiche Menschen begeistert. Beim Abschlussgottesdienst betonte Kirchenpräsidentin Prof. Dr. Christiane Tietz die Kraft der Gemeinschaft: Menschen bringen unterschiedliche Fähigkeiten mit, jeder ist wichtig und wertvoll.
Ein besonderer Tag mit Begegnungen, neuen Impulsen und gemeinsamem Musizieren: Beim Landesposaunentag kamen über 250 Musikerinnen und Musiker aus der Region und darüber hinaus zusammen. Das Besondere dabei: Seit 2004 konnte die große Veranstaltung nun wieder in der Form stattfinden. Unter dem Motto „Zeit für Einklang, Zeit für Vielklang“ wurde die evangelische Christuskirche zum Treffpunkt für eine riesige „Bläserfamilie“ am 26. September 2026.
Begeisterung für Musik teilen
Eröffnet wurde der klangreiche Tag mit einer Andacht auf dem Vorplatz, bei bestem Wetter. Eike Klein, Referent für Posaunenchorarbeit in der EKHN, übernahm die musikalische Leitung wie auch die Gesamtorganisation. Dekan Andreas Klodt teilte die Freude über diesen Tag mit Gästen aus nah und fern. Das Lied „Vertraut den neuen Wegen“ passte auch symbolisch zu neuen Anregungen und Gelegenheiten, andere wiederzutreffen oder kennenzulernen, die die Begeisterung für Musik teilen. Für viele ist dies ein Hobby, das sie seit ihrer Jugend begleitet.
Zusammenwirken einzelner Fähigkeiten
Den Abschluss des Landesposaunentages bildete der Gottesdienst mit vielen Gästen, auch aus weiteren Posaunenwerken, und Kirchenpräsidentin Prof. Dr. Christiane Tietz. In ihrer Predigt spannte sie gedanklich den Bogen vom Zusammenwirken der Körperteile zum gemeinsamen Musizieren im Posaunenchor. Mal steht eine Stimme stärker im Vordergrund, mal ist es wichtig, sich etwas zurückzunehmen. Diese Einheit in der Vielfalt lässt sich auch auf die Gemeinschaft übertragen: Menschen bringen unterschiedliche Fähigkeiten mit, jede und jeder ist wichtig und wertvoll. Das wurde auch in Gemeindeliedern wie „Komm, sag es allen weiter“ oder „Verleih uns Frieden“ deutlich, begleitet von Dekanatskantor Arno Krokenberger an der Orgel und Bläsern.
Workshops haben mit praxisnahen Tipps begeistert
Zuvor hatten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Laufe des Landesposaunentages auf sechs Workshops verteilt. Dabei ging es um musikalische Stilrichtungen, das gelungene Zusammenspiel und praktische Tipps für das eigene Musizieren: Jürgen Hahn leitete „Pop und Rock für Bläser“, Eike Klein und Anna Myasoedova beschäftigten sich mit der Kombination „Bläser und Orgel“, Matthias Grabisch stellte ein Komponistenporträt vor. Thomas Keßler widmete sich Barock und Romantik, Sören Fischer lud zu „Jazz and more“ ein, für Jungbläser gab es ein Angebot mit Klaus-Jörg Borger.
Gerade für musikalische Neulinge ging es zunächst darum, mit dem Körper und dem Instrument vertraut zu werden: Tief einatmen, die Luft spüren und den Bauch wie einen Ballon füllen, dann geräuschvoll ausatmen, später mit dem Mundstück, Tempi und Tönen arbeiten. Auch erfahrene Bläser konnten einiges ausprobieren. Mal wurden Rhythmen zunächst gemeinsam gesprochen, bevor die Instrumente dazukamen, mal ging es darum, die Stimmen gut zusammenzuführen. Professionelle Anleitung und ermutigende Rückmeldungen halfen dabei, Neues zu erproben.
Platzkonzerte vermittelten den Passantinnen und Passanten die Freude an Musik
Nachmittags wurde die Musik in die Stadt getragen. Im Sinne von „Klingendes Mainz“ fanden vier Platzkonzerte statt: nahe St. Peter und dem Landtag, vor der Römerpassage, am Rheinufer und vor der Christuskirche. Die Musikerinnen und Musiker spielten zur Freude derjenigen, die dort gerade unterwegs waren und gern verweilten. Beifall gab es für Stücke wie „Gott gab uns Atem“ oder „Lobe den Herrn, meine Seele“.
Zwischen schwebender Weltkugel und Christusfigur: Spirituelle Atmosphäre unterstreicht musikalische Wirkung
Danach erfüllte bei der großen gemeinsamen Probe mit Eike Klein und Anna Myasoedova die Musik den gesamten Kirchenraum. Die Christusfigur im Altarraum und derzeit auch die riesige, scheinbar schwebende Weltkugel der Installation „Gaia“ bildeten den optischen Rahmen. Zum Zuhören und Genießen war dann ein Konzert gedacht: Die „Special Little Big Band“ mit Jürgen Hahn, Sören Fischer und Matthias Grabisch zeigte, dass Bigband-Sound auch in einer kleinen Besetzung begeistern kann. Mit Trompete, Posaune und Bassposaune ging es durch Dixieland, Swing und Jazz. Spielfreude war auch bei eigenen Stücken des Ensembles spürbar, etwa zur biblischen Figur Jona, lautmalerischen oder rasanten Titeln zum Mitklatschen und Schnipsen.
Dankbarkeit für anregenden Austausch und Mainzer Gastfreundschaft
Der Dank der Veranstalter galt dem Dekanat und der Stadt Mainz für die Gastfreundschaft sowie allen, die im Vorfeld und am Veranstaltungstag zum Gelingen beigetragen haben. Der Landesposaunentag hat gezeigt, wie viel Begeisterung entstehen kann, wenn Menschen ihre Fähigkeiten miteinander teilen – auch über die Musik hinaus. Viele Anregungen werden nun in die Posaunenchöre mitgenommen. Auch die Gespräche mit Gleichgesinnten aus verschiedenen Generationen, vom Jugend- bis zum Seniorenalter, haben die Teilnehmenden nachhaltig bereichert.
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