Evangelische Kirche in Hessen und Nassau
Ausschnitt aus einem Gruppenbild, Gespräch

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Kirchenpräsidentin Christiane Tietz (vorne links) zeigte großes Interesse für die Erfahrungen der Geistlichen aus den anderen europäischen Ländern

Europäische Kirchen in Darmstadt: Gemeinsam für Demokratie und Frieden

veröffentlicht 14.09.2026

von Volker Rahn

Demokratie unter Druck: Hochrangige Vertreterinnen und Vertreter europäischer Kirchen haben über ihren Beitrag zu Frieden und Verständigung beraten. Kirchenpräsidentin Christiane Tietz setzt dabei auf die Rolle der Kirchen, „Menschen zusammenzubringen und Orte der Begegnung zu schaffen“.

Was können Kirchen tun, wenn Demokratie und gesellschaftlicher Zusammenhalt unter Druck geraten? Welche Verantwortung haben sie angesichts von Krieg und Flucht und welche Rolle spielen die Kirchen in einem zunehmend säkularen Europa? Darüber haben sich hochrangige Vertreterinnen und Vertreter europäischer Kirchen in Darmstadt ausgetauscht.

Europäische Kirchen beraten über Demokratie und Frieden

Zu dem Treffen kamen unter anderem Erzbischof Nikitas von Thyateira und Großbritannien, Präsident der Konferenz Europäischer Kirchen (CEC), sowie Erzbischof Gintaras Grušas aus Vilnius, Präsident des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE), in die Kirchenverwaltung nach Darmstadt, wie die Öffentlichkeitsarbeit am Montag (14. September) mitteilte.

Bei ihrem Treffen berieten CEC und CCEE über eine stärkere ökumenische Kooperation. Sie riefen auch zu Frieden, Gerechtigkeit und Versöhnung auf und bekundeten ihre Solidarität mit verfolgten Christinnen und Christen sowie mit den Menschen, die unter den Kriegen und Konflikten in der Ukraine, im Nahen Osten und im Heiligen Land leiden.

Gruppenbild

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Zwei Geistliche im Gespräch

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Menschen an einem Konferenztisch

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Zwei Geistliche im Gespräch

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Menschen an einem Konferenztisch

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Zwei Geistliche im Gespräch

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Menschen an einem Konferenztisch

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Hochrangige Vertreterinnen und Vertreter europäischer Kirchen tauschten sich über die Rolle der Kirchen vor dem Hintergrund aktueller Entwicklungen in vielen Demokratien aus

Großer Bedarf an Austausch hatten die Vertreter der europäischen Kirchen

Konferenz in Darmstadt mit leitenden Geistlichen aus Großbritannien, Litauen, Luxemburg, Serbien, Deutschland und anderen europäischen Ländern

Christiane Tietz: „Die Demokratie in Europa steht unter Druck“

Hessen-Nassaus Kirchenpräsidentin Christiane Tietz betonte bei der Zusammenkunft die gemeinsame Verantwortung der Kirchen für die Demokratie. Angesichts des Erstarkens nationalistischer und rechtsextremer Kräfte müssten sich die Kirchen in Europa entschieden für demokratische Werte einsetzen. Die jüngsten politischen Entwicklungen in Deutschland zeigten, wie stark demokratische Institutionen und gesellschaftlicher Zusammenhalt unter Druck geraten könnten. Nationalismus sei dabei kein rein deutsches Phänomen, sondern eine europäische Herausforderung.

Tietz verwies auf die so genannte „Charta Oecumenica“. Darin haben sich die europäischen Kirchen unter anderem verpflichtet, demokratische Grundwerte zu verteidigen und sich einer Instrumentalisierung von Religion und Kirche für ethnische oder nationalistische Zwecke zu widersetzen.

„Die Demokratie in Europa steht unter Druck“, sagte Tietz. Umso wichtiger sei die Möglichkeit der Kirche, Menschen zusammenzubringen und Orte der Begegnung zu schaffen. Gemeinsam gelte es, die Bedeutung von Menschenwürde, Minderheitenschutz und einem solidarischen Europa erlebbar zu machen.

Ökumene soll nicht nur reden, sondern gemeinsam handeln

Auch Stellvertretende Kirchenpräsidentin Ulrike Scherf hob die gesellschaftliche Verantwortung der Kirchen hervor. Krieg und Flucht, Klimakrise und rascher technologischer Wandel wie Künstliche Intelligenz stellten Europa vor große Herausforderungen. In ihrer Andacht zum Treffen betonte Scherf, wie wichtig es sei, in der Ökumene nicht nur über Gemeinsamkeiten zu sprechen, sondern gemeinsam zu handeln.

Über Länder- und Konfessionsgrenzen hinweg könnten sich Kirchen für Frieden und Menschenwürde einsetzen, Menschen auf der Flucht unterstützen und zur Bewahrung der Schöpfung beitragen. Auch den Umgang mit Künstlicher Intelligenz und neuen Technologien gelte es kritisch zu begleiten.

Gerade in gesellschaftlich angespannten Zeiten könne die Ökumene Zusammenhalt stärken und insbesondere jüngeren Menschen Orientierung geben. „Europa braucht heute Menschen, die Brücken bauen. Europa braucht Menschen, die Hoffnung verkünden und leben. Und Europa braucht Kirchen, die gemeinsam Zeugnis geben“, sagte Scherf.

CEC und CCEE im gemeinsamen Gespräch

Dem Besuch in der EKHN war eine gemeinsame Tagung der Spitzenvertretungen von CEC und CCEE in Frankfurt am Main vorausgegangen. Im Mittelpunkt standen aktuelle politische und gesellschaftliche Herausforderungen in Europa und die Frage, welchen gemeinsamen Beitrag die Kirchen zu Frieden, Verständigung und gesellschaftlichem Zusammenhalt leisten können.  

Neben Christiane Tietz und Ulrike Scherf nahmen von Seiten der EKHN unter anderem der Leiter der Kirchenverwaltung Lars Fuchs-Esterhaus, Dezernent André Witte-Karp und Pröpstin Henriette Crüwell an dem Gespräch in Darmstadt teil. Zu den europäischen Teilnehmenden gehörten unter anderem die CEC-Vizepräsidenten Bischof Frank Kopania von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und die schottische Bischöfin Dagmar Winter. Für den CCEE nahmen außerdem unter anderem die Vizepräsidenten Kardinal Ladislav Nemet, Erzbischof von Belgrad, und Kardinal Jean-Claude Hollerich, Erzbischof von Luxemburg, teil.

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