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Die schönsten Ostertraditionen und -bräuche: Von Feuerräderlauf bis Osterkerze
veröffentlicht 27.03.2026
von Rita Haering
Ostern ist weit mehr als die Suche nach bunten Ostereiern. Traditionen wie die Osternacht, das Osterlamm, kunstvolle Ostereier‑Deko oder sogar der Ostereierweitwurf zeigen, wie besinnlich, kreativ und erlebnisreich das Fest sein kann. Gemeinsame Rituale verbinden Menschen und schenken neue Zuversicht. Hier erfährst du, wie Menschen in Hessen, Rheinland Pfalz und ganz Deutschland Ostern heute feiern.
Die Zeit rund um Ostern lädt mit verlängertem Wochenende und Osterferien dazu ein, alte und neue Osterbräuche bewusst zu erleben. Viele Traditionen in Deutschland schaffen Momente, die Menschen verbinden: wenn Familien Eier färben, Kinder auf Ostereiersuche gehen, Nachbarn am Osterfeuer zusammenstehen oder ganze Orte ihre Brunnen schmücken. Solche Rituale stärken das Miteinander in Familien, Freundeskreisen und Nachbarschaften und bieten oft die Gelegenheit für neue Begegnungen.
Gleichzeitig sind viele Bräuche an Ostern eine spirituelle Bereicherung, gerade in Zeiten, in denen Menschen Orientierung oder Zuversicht suchen. Christliche Traditionen wie die Osternacht, das Entzünden der Osterkerze oder das Osterlamm erzählen von Hoffnung, Neubeginn und Licht. Dabei tragen Bräuche nicht die Osterbotschaft selbst, aber sie weisen darauf hin. Denn die christliche Hoffnung speist sich aus Gottes Handeln in der Auferweckung Jesu.
Eher weltlich ausgerichtete Bräuche laden dazu ein, gemeinsam in den Frühling aufzubrechen.
Hier lassen sich Osterbräuche, die Hessen, Rheinland‑Pfalz und Deutschland zelebriert werden:
Ostereier färben und gestalten

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Bunte Ostereier bringen bringen sofort Farbe auf den Tisch und das Färben macht Kindern wie Erwachsenen einfach Spaß. Die Tradition reicht weit zurück: Schon in frühen Kulturen und der Antike galt das Ei als Symbol für Leben, Fruchtbarkeit und Neubeginn. Im Frühling wurden in der Antike zur Tag- und Nachtgleiche bunte Eier aufgehängt und verschenkt. Auch im Judentum spielt das hartgekochte Ei eine Rolle: Es gehört bis heute zum Sedermahl an Pessach.
Ostereier sind aus christlicher Perspektive ein schönes Hoffnungszeichen, aber kein eigentlicher, Glaubensinhalt. Dennoch wurden sie später vereinzelt als österliches Symbol aufgenommen: So soll das Küken, das die Schale durchbricht, an Christus erinnert haben, der das Felsengrab verlässt. Bereits im 10. Jahrhundert schenkten sich koptische Christinnen und Christen zu Ostern bemalte Eier. Anfangs färbte man Ostereier vor allem rot – als Hinweis auf das vergossene Blut Jesu. Später kamen weitere Farben und kunstvolle Gestaltungen hinzu. In der katholischen Kirche wurden Eier geweiht, durch die Weihe wurde ein gewöhnliches Ei zum „Osterei“, das durch die farbige Gestaltung kenntlich gemacht wurde. In manchen Regionen war es üblich, dass Paten ihren Patenkindern gefärbte Eier schenkten.
Die Eierbräuche an Ostern hatten auch eine praktische Seite: Denn seit dem 7./8. Jahrhundert war es während der Fastenzeit verboten, Eier zu essen, da sie als „flüssiges Fleisch“ galten. So sammelten sich viele Eier an, die ab Ostern endlich wieder verzehrt werden durften. Für viele Pächter waren Eier zudem ein üblicher Pachtzins, der am Gründonnerstag fällig wurde.
Die Reformatoren standen vor allem gegenüber Fastengeboten und Bräuchen kritisch gegenüber, die fast magisch verstanden wurden. Und so hatte das Eierfärben in evangelischen Gebieten seinen Platz in weltlichen Bräuchen. Die evangelische Praxis verzichtet außerdem darauf, Ostereier zu weihen. Heute zieren allerdings wieder bunt gefärbte Eier einige Grünanlagen rund um evangelische Kirchen und Gemeindehäuser.
In Hessen sind besonders die kurhessische Orte Erfurtshausen und Mardorf für ihre filigrane Wachsreservetechnik bekannt. In uralter Tradition entstehen dort Eier mit feinen Mustern, Sinnsprüchen und Symbolen – vom Sonnenrad über Pflanzenmotive bis hin zu christlichen Zeichen. Präsentiert werden die Kunstwerke auf dem Erfurtshäuser Ostereiermarkt. Bekannt sind auch die kunstvollen sorbischen Ostereier aus dem Osten Deutschlands, deren Muster tief in der Kultur der Sorben verwurzelt sind.
Wer selbst kreativ werden möchte, findet heute unzählige Möglichkeiten: Naturfarben, moderne Stifte, Sticker, Wachs, Kratztechniken – Ostereier gestalten ist ein Brauch, der sich immer wieder neu erfinden lässt.
Osterhase zur Dekoration aufstellen oder naschen

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Der Osterhase gehört für viele einfach dazu: als Schokohase im Osternest, als Dekofigur auf dem Fensterbrett oder als heimlicher Eierverstecker im Garten. Doch wie kam es zu der Idee, dass ausgerechnet ein Hase die Ostereier bringt?
Schon in vorchristlicher Zeit galt der Frühling als Zeit des Neubeginns und der Fruchtbarkeit. Der Hase, der sich schnell vermehrt, galt auch bei den Römern als Sinnbild für Fruchtbarkeit und Lebenskraft.
Im Christentum taucht der Hase nur am Rande beispielsweise in byzantinischen Darstellungen auf, er ist aber nicht in der Ostergeschichte biblisch verankert. Im Mittelalter und der frühen Neuzeit taucht der Hase immer wieder in Ostertraditionen auf. So soll es den Brauch gegeben haben, ein Osterbrot mit der Form eines Hasen zu verzieren – oft mit einem Ei in der Mitte. Der Mediziner und Botaniker Georg Franck berichtete im 17. Jahrhundert schließlich, dass sich der Osterhasen‑Brauch besonders in protestantischen Regionen wie dem Elsass und der Pfalz verbreitete. Kindern wurde erzählt, der Hase verstecke bunte Eier im Gras und hinter Sträuchern.
Bis heute künden zahllose Osterhasen an, dass Ostern nicht mehr weit ist.
Ostergrüße verschicken

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Wenn Ostern näher rückt, verändert sich oft schon die Atmosphäre im Alltag. In Geschäften, auf dem Markt oder im Treppenhaus hört man plötzlich ein herzliches „Frohe Ostern!“ – ein kleiner Gruß, der gute Stimmung verbreitet. Ostergrüße sind eine schöne Gelegenheit, sich bei Familie, Freundinnen und Freunden zu melden, die weiter entfernt wohnen – per Anruf, digital oder ganz klassisch per Karte.
Neben dem Wunsch nach frohen Festtagen können kleine Einblicke ins eigene Leben, stärkende Gedanken oder eine interessierte Frage an die Empfänger den Gruß lebendiger machen.
Im christlichen Kontext hat der Ostergruß eine besondere Bedeutung. Traditionell rufen sich Gläubige zu: „Der Herr ist auferstanden!“ – und antworten: „Er ist wahrhaftig auferstanden!“ Dieser uralte Ruf der Hoffnung wird im evangelischen Gottesdienst sogar gesungen (EG 118). Er erinnert daran, dass Ostern ein Fest des Neubeginns ist, das Menschen über die Jahrhunderten miteinander verbindet.
Ob spirituell, persönlich oder einfach herzlich – Ostergrüße sind eine wunderbare Möglichkeit, Verbundenheit zu zeigen und ein Stück Zuversicht weiterzugeben.
Ostergarten oder Passionskrippe aufstellen

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Ein Ostergarten oder eine Passionskrippe kann dabei begleiten, sich innerlich auf Ostern einzustimmen und die biblische Geschichte sichtbar werden zu lassen. Oft zeigt sie die leere Grabesgrotte mit dem weggerollten Stein – ein Bild, das von Hoffnung und Neubeginn erzählt. Mit kleinen Figuren lassen sich Szenen der Passionsgeschichte nachzeichnen, eine Tradition, die bis ins 14. Jahrhundert zurückreicht.
Wer eine Krippe oder einen Ostergarten aufstellt, schafft einen kleinen Ort der Besinnung im eigenen Zuhause. Eine sicher daneben platzierte Kerze unterstreicht die hoffnungsvolle Botschaft der Auferstehung. Viele Familien oder Gemeinden können ihre Krippe gemeinsam gestalten: mit Naturmaterialien, einfachen Figuren oder selbst gebastelten Elementen. Andere greifen auf fertig gefertigte Modelle zurück, die Jahr für Jahr wieder hervorgeholt werden.
Osterzopf, Osterkranz, Osterbrot oder Osterfladen backen

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Traditionelles Ostergebäck an den Osterfeiertagen signalisiert: Die Fastenzeit ist vorbei. Das meist süße Hefegebäck in Form von Zopf, Kranz, Brot oder Fladen gehört vielerorts zum Osterfrühstück oder wird nachmittags mit Butter und Marmelade genossen. In vielen Regionen Deutschlands hat sich dieser Brauch über Generationen hinweg gehalten – ob als Familienrezept, als gemeinsames Backen oder als Klassiker aus der örtlichen Bäckerei.
Früher wurden Kinder und Jugendliche am Karsamstag losgeschickt, um ältere oder kranke Menschen zu besuchen und ihnen ein Osterbrot zu bringen, ein Zeichen der Fürsorge und Verbundenheit. Die Wurzeln des Gebäcks reichen weit zurück; vermutlich gab es Hefefladen bereits in vorchristlicher Zeit.
Das Osterbrot erinnert an die besondere Bedeutung des Brotes im Christentum. Jesus sagt von sich: „Ich bin das Brot des Lebens“ (Joh 6,48). Ein Kranz aus Hefeteig kann die Sonne symbolisieren – ein Bild für Christus als „Licht der Welt“.
Osterbrunnen schmücken

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Rund um Ostern verwandeln sich in einigen Orten in Hessen-Nassau die Brunnen in farbenfrohe Schmuckstücke. Ehrenamtliche, von Landfrauen über Vereine bis zu Schulklassen, dekorieren sie meist ab der Karwoche mit bunten Eiern, Blumen, Girlanden und einer Krone aus grünen Zweigen. Für manche Brunnen werden mehrere hundert Eier aufgefädelt, teils kunstvoll bemalt oder mit christlichen Motiven versehen.
Der Brauch stammt aus der Fränkischen Schweiz und entstand Anfang des 20. Jahrhunderts. Gründe waren vermutlich die Wasserknappheit, aber auch der Wunsch, Besucher anzuziehen. Heute findet man Osterbrunnen weit über Bayern hinaus, etwa im Raum Gießen, im Odenwald und in Südhessen, aber auch in Rheinland-Pfalz, Mittel- und Süddeutschland.
Brunnen erinnern an die Bedeutung des Wassers: Es steht für Leben, Erneuerung und Hoffnung. Die Bibel greift dieses Bild immer wieder auf – etwa wenn Gott „dem Durstigen von der Quelle des lebendigen Wassers“ geben will (Offb 21,6). Auch in der christlichen Taufe hat das Wasser eine zentrale Bedeutung. So wird der Osterbrunnen zu einem sichtbaren Zeichen dafür, dass neues Leben wachsen kann.
Osterlamm entdecken
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Zu Ostern tauchen überall kleine Lämmer auf – als Tierkinder auf der Weide, als Gebäck, als Figur oder als Symbol in der Kirche. Das Lamm wirkt friedlich und schutzbedürftig und genau dieses Bild greift die Bibel auf: Jesus wird dort „Lamm Gottes“ genannt. Gemeint ist, dass er sein Leben hingibt, um Schuld und Trennung zu überwinden, wie das epd-Video zeigt. Gleichzeitig geht das Christentum davon aus, dass mit Jesus ist kein Tieropfer mehr nötig ist: Im christlichen Glauben wird Jesu Hingabe als endgültiges Heilshandeln Gottes verstanden.
Auch im Gottesdienst begegnet uns das Bild, etwa im Gesang „Christe, du Lamm Gottes“. Im katholischen Raum trägt das Osterlamm oft eine kleine weiße Fahne mit rotem Kreuz – ein Zeichen dafür, dass Leben und Liebe stärker sind als der Tod.
Das Lamm hat auch eine Bedeutung beim jüdischen Pessachfest, das an Befreiung und Neuanfang erinnert. Nach christlichem Verständnis gilt Jesus als „Lamm Gottes“, der ein für alle Mal Versöhnung und neues Leben ermöglicht. Auch die biblische Offenbarung greift das Bild des Lammes auf und führt es weiter. Dort steht das Lamm für die enge Verbundenheit mit Gott, für Erfüllung, Hoffnung, Frieden und für Jesus Christus.
Und so ist das gebackene Osterlamm besonders beliebt: ein freundlicher, vegetarischer Klassiker auf vielen Familientafeln, aber entscheidend bleibt Christus selbst und nicht die Figur auf dem Tisch.
Am Osterfeuer treffen

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Bevor die Osternacht beginnt, zieht es viele Menschen erst einmal zum Osterfeuer – eine gute Gelegenheit, alte Schulfreunde oder Bekannte aus dem Ort wiederzusehen. Auf einer Festwiese, bei Getränken und kleinen Snacks, lassen sich Neuigkeiten entspannt vor lodernder Kulisse austauschen. So entsteht ein besonderes Gemeinschaftsgefühl, das viele mit dem Osterwochenende verbinden.
Heute werden vielerorts am Karsamstag oder vor der Osternacht die Feuer entzündet, oft organisiert von Vereinen, der freiwilligen Feuerwehr oder Burschen- und Mädchenschaften. In einigen Orten in Mittelhessen, im Odenwald, im Westerwald und Rheinhessen gehören sie fest zum Jahreslauf.
Die geselligen Osterfeuer haben eine lange Geschichte. Vermutlich gehen sie auf vorchristliche Frühlingsfeuer zurück, die den Winter vertreiben sollten. Im Frankenreich wurde dieser Brauch bereits um 750 christlich umgedeutet; seit dem 11. Jahrhundert sind Osterfeuer auch in Deutschland nachweisbar.
In manchen Gemeinden wird vor dem Osternachtsgottesdienst an einem solchen Feuer die Osterkerze entzündet. Sie wird anschließend in die dunkle Kirche getragen, ein Zeichen für Christus als „Licht der Welt“.
Wichtig bleibt der verantwortungsvolle Umgang mit dem Brauchtumsfeuer: Abfälle dürfen nicht verbrannt werden und bei Waldbrandgefahr gelten besondere Vorsichtsmaßnahmen.
Osternacht feiern

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Nach einer Krise oder einem schweren Verlust kann der Moment kommen, in dem fast unbemerkt wieder Zuversicht einzieht. Die Osternacht greift genau diese Situation auf: den Übergang zwischen Dunkelheit und neuem Licht.
Für viele ist die Osternacht einer der eindrucksvollsten Gottesdienste des Jahres. Sie bildet den Übergang von der Karwoche zum Osterfest und erzählt in einer besonderen Liturgie vom Weg aus der Nacht in den Morgen. Die Feier beginnt meist im Dunkeln. Vor der Kirche wird an einem kleinen Osterfeuer die Osterkerze entzündet und in die dunkle Kirche getragen. Mit dem Ruf „Christus – Licht der Welt“ zieht das Licht ein und wird in der Gemeinde weitergegeben. Lesungen sowie das Osterevangelium folgen, und zum ersten Mal seit der Passionszeit erklingt wieder das „Halleluja“. Traditionell gehört auch die Taufe oder ein Taufgedächtnis zur Osternacht.
Je nach Gemeinde beginnt die Feier am späten Karsamstagabend, ab Mitternacht oder am frühen Ostermorgen. Entscheidend ist immer ein Moment des Übergangs: Mitternacht oder der erste Lichtschein des Tages.
In der frühen Christenheit wurde Ostern ausschließlich in der Osternacht gefeiert – oft die ganze Nacht hindurch. Erst ab dem 4. Jahrhundert entstanden zusätzliche Gottesdienste an Gründonnerstag, Karfreitag und Ostersonntag. Dadurch verlor die Osternacht an Bedeutung. Im 20. Jahrhundert wurde sie wiederentdeckt und wird heute vielerorts als besonders intensiver Gottesdienst geschätzt.
Osterkerze anzünden

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In der Osternacht, wenn die Kirche noch im Dunkeln liegt, wird auf dem Platz vor dem Eingang die Osterkerze entzündet. Sie ist ein Zeichen dafür, dass mit Christus „das neue Licht“ in die Welt gekommen ist, das die Dunkelheit überwindet. Viele Gemeinden geben dieses Licht weiter: Besucherinnen und Besucher können eine kleine Kerze daran entzünden und mit nach Hause nehmen.
Wer mag, gestaltet seine Osterkerze selbst – etwa mit Serviettentechnik, KerzenPens oder modernen Tattoo‑Motiven. Typische Symbole sind Kreuz, Alpha und Omega sowie die Jahreszahl, die die Osterbotschaft mit dem eigenen Leben verbindet.
Der Brauch reicht bis ins 4. Jahrhundert zurück und knüpft an alte Feuertraditionen an: Die Kerze ist gewissermaßen ein kleines Osterfeuer, das Hoffnung schenkt und durchs Jahr begleitet. Die Osterkerze ist ein liturgisches Zeichen für den auferstandenen Christus.
Ostergottesdienste besuchen als zentraler christlicher Brauch

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Zwischen Vorbereitungen, Familienplänen und Feiertagstrubel bieten die Gottesdienste der Karwoche und an Ostern Momente zum Innehalten. Sie erzählen von Leid und Hoffnung, von Neubeginn und der Kraft, die das eigene Leben tragen kann. In den Ostergottesdiensten wird die zentrale Aussage des Festes, die Auferstehung Jesu, gefeiert. Was sie für die Menschen heute bedeuten kann, wird in Liturgie, Musik und Predigt spürbar. Der Besuch eines Ostergottesdienstes ist somit das Zentrum des Osterfestes. Viele erleben diese Gottesdienste als besonders stärkend.
Die Feierformen sind vielfältig: von der stillen Andacht am Karfreitag bis zum festlichen Ostergottesdienst am Sonntagmorgen. Wer nicht vor Ort teilnehmen kann oder möchte, findet auch im Fernsehen und online spirituelle Angebote. Unter ostergottesdienste.de lassen sich bundesweit Oster- und Passionsgottesdienste entdecken – ob in Präsenz oder medial übertragen.
Ostereiersuche: Kleine Geschenke finden

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Für viele Kinder ist es der Moment, auf den sie tagelang hinfiebern: Am Ostersonntag untersuchen sie das Wohnzimmer, spähen in Sofaritzen, stürmen in den Garten und spähen hinter Büsche - immer auf der Suche nach bunten Eiern und kleinen Überraschungen. Die Ostereiersuche schafft Augenblicke, in denen Familien noch näher zusammenrücken.
Früher bekamen Patenkinder in vielen Regionen vor allem hartgekochte, gefärbte Eier geschenkt. Heute liegen neben Schokoladeneiern oft kleine Aufmerksamkeiten im Gras: Stifte, Mini‑Puzzles, Bücher, Bastelsets oder Spielzeug für draußen. Viele Familien setzen bewusst auf Zeitgeschenke – ein gemeinsamer Zoobesuch, eine Mal‑Aktion am Küchentisch oder ein Ausflug in den Frühling. Solche Erlebnisse bleiben oft länger im Herzen als jedes Spielzeug.
Die Ostereiersuche wurzelt nicht im Christentum. Die Idee, an Ostern kleine Aufmerksamkeiten zu verstecken, erinnert aber an einen Brauch im Judentum: Zum Pessachfest wird ein Stück Matze versteckt, das später wiedergefunden wird. Im Sinne der Nächstenliebe ist es dennoch eine schöne Tradition, an Ostern für freudige Überraschungen zu sorgen.
Osterspaziergang unternehmen

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Wenn an den Ostertagen endlich die Sonne scheint und sich die ersten Frühlingsblumen ihre Blüten öffnen, nutzen viele Menschen die Gelegenheit, draußen aufzutanken. Die Natur lädt zum Entdecken ein – und in Tierparks, Freilichtmuseen oder auf Höfen gibt es oft kleine Osteraktionen für Familien.
Der Brauch hat Tradition: Goethe beschreibt im „Osterspaziergang“ die befreiende Kraft des Frühlings – „Vom Eise befreit sind Strom und Bäche …“. Auch die Bibel kennt einen solchen Weg. Der Evangelist Lukas erzählt von zwei Jüngern, die am Ostertag von Jerusalem nach Emmaus gingen. Unterwegs begegnete ihnen der auferstandene Jesus, zunächst unerkannt. Erst beim Brechen des Brotes erkannten sie ihn (Lukas 24,13-35). Der biblische Osterspaziergang zeigt, wie unterwegs aus Hoffnunglosigkeit der Osterglaube entstehen kann, wie sich unerwartet neues Leben und Orientierung zeigen können.
Wer den Spaziergang mit einer spirituellen Erfahrung verbinden möchte, findet im EKHN‑Gebiet zahlreiche Pilgerwege, die zu kurzen oder längeren Etappen einladen.
Ostereierweitwerfen in Aschbach

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Hier fliegen die Ostereier durch die Luft: Im südhessischen Aschbach im Odenwald pflegen die Bewohnerinnen und Bewohner einen besonderen Brauch: das Ostereierwerfen. Dabei wirft ein Werfer einem Fänger ein rohes Ei zu. Die Chancen stehen nicht schlecht, dass die Schale dabei nachgibt. Erfahrene Teilnehmende wissen, wie sie sich schützen: Selbst bei Sonnenschein greifen viele zur Regenjacke.
Beim österlichen Wettbewerb machen Kinder und Erwachsene mit. Den besten Werferinnen und Werfern gelingt eine Wurfdistanz von über 25 Metern. Eine lange spirituelle Tradition hat der Brauch nicht, hier geht es vor allem um den Gemeinschaft stiftenden Spaß. Und tatsächlich ist er noch recht jung: Das Ostereierwerfen gibt es erst seit 1995 und findet in der Regel am Ostersonntag statt.
Feuerräderlauf in Melsungen‑Günsterode bestaunen

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Im kurhessischen Melsungen‑Günsterode gehört ein spektakulärer Anblick zu Ostern: Bei Einbruch der Dunkelheit rasen brennende, rund 250 Kilo schwere Räder mit bis zu 70 km/h den Kehrenbacher Hang hinunter. Die Metallräder sind dicht mit Stroh gefüllt, das beim Entzünden Temperaturen von bis zu 400 °C erreicht. Ein zuvor entfachtes Osterfeuer signalisiert den Start.
Der Brauchtumsverein Günsterode organisiert das Ereignis und sorgt mit klar verteilten Aufgaben für Sicherheit: Am Start richtet der Räderhalter das Rad aus, ein Räderläufer begleitet die ersten Meter und hält es mit langen Stangen auf Kurs.
Das Feuerrad steht symbolisch für den Sieg des Lichts über die Dunkelheit – ein Motiv, das sowohl in vorchristlichen Frühlingsritualen als auch im christlichen Osterfest eine Rolle spielt. Wiederbelebt wurde der Brauch vermutlich von Einheimischen, die später als Bergleute aus Nordrhein‑Westfalen zurückkehrten und die großen Räder aus dem Ruhrgebiet mitbrachten.
Heute zieht der Feuerräderlauf viele Menschen an, die das eindrucksvolle Schauspiel gemeinsam erleben möchten.
Osterbräuche und christlicher Glaube
Es gibt viele schöne Osterbräuche, manche alt, manche jünger, Nicht jeder Brauch hat eine tiefe Beziehung zum eigentlichen Geschehen, kann aber auf das Eigentliche hinweisen. Social-Media-Pfarrer Lutz Neumeier betont: "Ostern lebt nicht von Symbolen, sondern vom Evangelium: Jesus Christus ist auferstanden. Bräuche können Türen öffnen, begleiten und veranschaulichen - aber sie sind nicht der Kern des Glaubens: Mit Gott ist neues Leben möglich!"
Quellen:
- Fachliche Beratung: Pfarrer Lutz Neumeier
- Sonntagsblatt.de: Osterbrunnen: Tradition in der Fränkischen Schweiz ehrt das Wasser
- Hessenschau.de: Die Feuerräder von Günsterode
- Dietz-Rüdiger Moser: Bräuche und Feste durch das ganze Jahr
- Eckhard Bieger: Das Kirchenjahr zum Nachschlagen
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Welche Bedeutung hat Ostern wirklich?
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