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Stefan Claaß

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Als Professor für Homiletik und Liturgik hat Stefan Claaß angehende Pfarrerinnen und Pfarrer ausgebildet
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Stefan Claaß: Leidenschaftlicher Predigtlehrer geht in den Ruhestand

veröffentlicht 21.08.2026

von Volker Rahn

Nach mehr als 40 Jahren im kirchlichen Dienst ist Stefan Claaß in den Ruhestand verabschiedet worden. Zwölf Jahre lang lehrte er am Theologischen Seminar in Herborn Homiletik und Liturgik und prägte zahlreiche Vikarinnen und Vikare. Darüber hinaus war er einem breiten Publikum als Sprecher des „Wortes zum Sonntag“ bekannt.

Stefan Claaß ist am Freitag (21. August 2026) in Herborn in den Ruhestand verabschiedet worden. Nach mehr als 40 Jahren im kirchlichen Dienst blickt der evangelische Theologe auf vielfältige Stationen in Gemeinde, Ausbildung und Rundfunk zurück. Seit 2012 war Stefan Claaß Professor für Homiletik und Liturgik am Theologischen Seminar in Herborn, an dem angehende Pfarrerinnen und Pfarrer ausgebildet werden. Zuvor war er mehr als 20 Jahre als Gemeindepfarrer in Mainz tätig – zunächst in Finthen und Drais, später in der Auferstehungsgemeinde.

Als Professor Predigt und Gottesdienst lebensnah vermitteln

Claaß wechselte 2012 als Lehrer für Predigt und Gottesdienst vom Gemeindedienst in Mainz nach Herborn – und das mit zwei Gefühlen: „Respekt und Vorfreude“. So erinnert er sich in einem Interview auf der Homepage des Dekanats an der Dill. Als Professor für Homiletik und Liturgik habe Claaß vor allem die Frage beschäftigt, wie Menschen heute verständlich und lebensnah vom Glauben sprechen können. „Am einfachsten lässt sich vom Glauben reden, wenn wir ehrliche und echte Erfahrungen erzählen, die wir mit Gott und mit unserem Glauben gemacht haben“, sagt er.

Schwerpunkt: Ausbildung von Vikarinnen und Vikaren

Ein Schwerpunkt seiner Arbeit war die Ausbildung von Vikarinnen und Vikaren. Dabei ging es ihm nicht allein um fachliche Kompetenz, sondern auch um eine authentische Haltung in Predigt und Gottesdienst, die er den angehenden Pfarrerinnen und Pfarrern vermitteln wollte. Predigt verstand Claaß als einen „Trialog“ zwischen biblischem Text, Predigenden und Hörenden. Entscheidend sei, dass das Evangelium im Leben der Menschen ankomme: „Es gelingt, wo Zuhörer merken: Das Gehörte hat Relevanz für mich.“

Stefan Claaß als Sprecher des „Wortes zum Sonntag“ bekannt

Einer breiten Öffentlichkeit ist Stefan Claaß vor allem durch seine Arbeit für den Rundfunk bekannt. Von 1998 bis 2006 war er zunächst für „Kirche im Rundfunk“ beim SWR tätig, von 2006 bis 2015 als Sprecher beim „Wort zum Sonntag“ in der ARD. Seit 2017 engagiert er sich bei „Kirche im HR“ mit Verkündigungsbeiträgen im Radio.

Wichtig war Claaß auch die Arbeit mit Prädikantinnen und Prädikanten, die ehrenamtlich Gottesdienste gestalten und die er bereits ab 1998 begleitete. Von 2014 bis 2021 war Claaß zudem Vorsitzender der Internationalen Konferenz der Predigerseminare.

Ulrike Scherf würdigt Vertrauen in Menschen

In ihrer Würdigung zur Verabschiedung hob die Stellvertretende Kirchenpräsidentin der EKHN, Ulrike Scherf, besonders Claaß’ Blick auf die Menschen hervor. Er habe „Entwicklung gesehen. Nicht das Fertige. Nicht das Perfekte, sondern die Menschen auf ihren jeweiligen Wegen“.

Scherf griff auch ein Bild auf, das Claaß selbst für seinen Ruhestand gewählt hatte: Er gehe mit einem „vollen Tank der Dankbarkeit“. Diese Dankbarkeit gelte auch umgekehrt, sagte Scherf: „Wir danken Dir für Deinen Dienst. Für Deine große Fachlichkeit. Für Deine Offenheit. Für Deine Neugier. Für Deine Zugewandtheit. Für Dein Vertrauen in Menschen.“

Ruhestand mit Wehmut und Vorfreude

Seinen Ruhestand wird Stefan Claaß künftig in Berlin verbringen, wo er näher bei seinen Kindern und Enkelkindern wohnen wird. Er gehe deshalb mit Wehmut, aber auch mit Vorfreude in Pension. 

Und wie geht es in Herborn mit der Predigtlehre weiter? Sigrun Welke-Holtmann, die Leiterin des Protestantischen Predigerseminars der pfälzischen Kirche in Landau, wird in einem Teilauftrag die Vertretung seiner Aufgaben übernehmen. Künftig wollen die Ausbildungsstätten der Pfalz und der EKHN enger zusammenarbeiten.

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