Evangelische Kirche in Hessen und Nassau
Gruppenbild mit Schülerinnen

© CBCA

Eine Gruppe Schülerinnen erhält Informationen zum Schutz gegen den Ebola-Virus von Henriette Malinyota (rechts außen)
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Ebola-Ausbruch im Kongo: VEM und deutsche Landeskirchen sagen kongolesischer Kirche Nothilfe in Höhe von 50.000 Euro zu

veröffentlicht 01.06.2026

von Evangelische Pressestellen

Steigende Infektionszahlen in Ituri und Nord-Kivu erfordern dringend weitere Unterstützung zur Eindämmung der gefährlichen Infektion

Angesichts des jüngsten Ebola-Ausbruchs in der Demokratischen Republik Kongo (DRK) sagen die Evangelische Kirche im Rheinland, die Evangelische Kirche von Westfalen, die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck, die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau sowie die Vereinte Evangelische Mission (VEM) der kongolesischen Baptistenkirche CBCA (Communauté Baptiste au Centre de l'Afrique) eine Nothilfe in Höhe von insgesamt 50.000 Euro zu.

Von der oftmals tödlich verlaufenden Infektionskrankheit sind vor allem die Provinzen Ituri und Nord-Kivu im Osten des Landes betroffen. Die dort ansässigen Gemeinden der VEM-Mitgliedskirche sind bereits durch kriegerische Konflikte, Vertreibung und Armut stark belastet. Das Wiederaufflammen von Ebola in der Region stellt eine weitere ernsthafte Bedrohung für Leib und Leben der Menschen da, zumal der Zugang zur Gesundheitsversorgung oftmals stark eingeschränkt ist.

„Notlagen erfordern schnelles und bedachtes Handeln. Die Kirche im Ost-Kongo arbeitet unter Bedingungen, die für uns schwer vorstellbar sind: andauernde kriegerische Handlungen haben viele Menschen dort zu Flüchtlingen im eigenen Land werden lassen. Umso wichtiger ist es, inmitten der Ebola-Bedrohung verlässlich aufzuklären und gegen Falschinformationen vorzugehen. Für die Weltgemeinschaft zeigt sich, wie wertvoll multilaterale Zusammenarbeit ist – auch im Kleinen, wie sie die VEM ermöglicht“, erläutern Christina Schnepel und Diethelm Meißner, verantwortlich für die Oekumene in EKHN und EKKW. Beide Landeskirchen sind Mitglieder der VEM.

Nach Angaben der Gesundheits- und Diakonieabteilung der Baptistenkirche haben sich viele Menschen durch Gemeinschaftskontakte während traditioneller Bestattungsbräuche oder bedingt durch die hohe Bevölkerungsmobilität und -dichte in Bergbaugebieten wie Mongbwalu infiziert.

Verschärft wird die Lage durch schlechte Infrastruktur, eingeschränkte Kommunikation, Falschinformationen und teilweisen Widerstand gegen Schutzmaßnahmen, ausgelöst durch Angst, Traumata und mangelndes Wissen über die Krankheit.

Nothilfe bringt entscheidende Entlastung

„Die CBCA ist von dem Ebola-Ausbruch schwer getroffen“, erklärt Henriette Malinyota, die die Frauenarbeit der Kirche koordiniert und Ratsmitglied der VEM ist. „Unsere Kirche ist vor allem in den Provinzen Ituri, Nord-Kivu und Süd-Kivu tätig – Regionen, die bereits offiziell als vom Virus betroffen erklärt wurden. Die Gemeinden dort sind nicht nur mit den direkten gesundheitlichen Risiken einer Ansteckung konfrontiert, sondern auch mit den schwerwiegenden sozialen und wirtschaftlichen Folgen: Familien trauern, das Gesundheitspersonal steht unter enormem Druck, und die lokalen Ressourcen sind weit über ihre Grenzen hinaus beansprucht.“

Malinyota weiter: „In dieser Situation ist die Solidarität der VEM-Familie von entscheidender Bedeutung. Sie erinnert uns daran, dass wir in unserem Einsatz nicht allein sind. Praktische Unterstützung und Begleitung im Gebet durch unsere Schwestern und Brüder stärken unsere Fähigkeit, zu reagieren, unsere Gesundheitsdienste aufrechtzuerhalten und den in Angst lebenden Gemeinschaften Hoffnung zu bringen. Diese Einheit in Christus verwandelt Verzweiflung in Widerstandskraft und zeigt der Welt die Kraft des gemeinsamen Glaubens und Mitgefühls.“

Alarmierende Zahlen und neue Virusvariante ohne verfügbaren Impfstoff

Laut WHO-Berichten für April und Mai 2026 wurden bislang 575 Verdachtsfälle registriert, darunter 148 Todesfälle und 51 bestätigte Infektionen. Besonders stark heimgesucht sind die Regionen Mongbwalu mit 309 Verdachtsfällen und Rwampara in Ituri mit 154 Fällen.

Besorgniserregend ist zudem, dass es sich um eine neue Ebola-Variante handelt, für die weder ein zugelassenes Medikament noch ein Impfstoff verfügbar ist. Prävention und Aufklärung sind derzeit die einzig wirksamen Mittel zur Eindämmung.

Kongolesische Baptistenkirche entwickelt Notfallplan

Die CBCA hat einen Notfallplan entwickelt, der in den Städten Bunia, Bukavu, Butembo und Goma umgesetzt werden soll. Die geplanten Maßnahmen zur Senkung der Infektions- und Todesraten umfassen unter anderem:

  • Medizinische Schutzausrüstung wie Einmalschutzanzüge und Materialien zur Isolierung von infizierten Personen in Krankenstationen
  • Aufklärungskampagnen durch Flugblätter und Radiomeldungen in den betroffenen Gemeinden sowie unverzügliche Gegenmaßnahmen im Verdachtsfall
  • Verteilung von Lebensmitteln, Hygienematerialien und lebensnotwendigen Gütern
  • Besondere Unterstützung von Kindern, Frauen und Menschen mit Behinderung
  • Psychosoziale, spirituelle und seelsorgerliche Begleitung betroffener Familien

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