
© medio.tv/schauderna
500 Jahre Reformation in Hessen: Synodaler Studientag zur Zukunft der Kirche
veröffentlicht 23.10.2026
von Pressestelle der EKHN
Beim gemeinsamen Studientag der evangelischen Synoden von EKHN und EKKW ging es 500 Jahre nach der Reformation in Hessen um neue Wege, alte Fragen – und darum, was die Kirche von morgen aus der Reformation lernen kann.
Wie kann Kirche in Zukunft offen, geistlich und demokratisch bleiben? 500 Jahre nach der Homberger Synode von 1526 haben sich die beiden evangelischen Landeskirchen in Hessen in Homberg (Efze) getroffen, um über die Zukunft der Kirche zu beraten. Bei einem gemeinsamen Studientag am Freitag, 23. Oktober 2026, diskutierten die Landessynoden der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) und der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) über neue Gemeindeformen, demokratische Mitbestimmung und die geistliche Gestaltung kirchlicher Veränderungen.
500 Jahre Homberger Synode: Gemeinsam auf dem Weg
Der Ort des Studientags war bewusst gewählt: In Homberg (Efze) wurde mit der historischen Homberger Synode ein wichtiger Grundstein für die Reformation in Hessen gelegt. 500 Jahre später wurde die Stadt erneut zum Schauplatz gemeinsamer Beratungen über die Zukunft der Kirche. Begonnen hatte der Studientag mit einem Gottesdienst in der Stadtkirche St. Marien, einem zentralen Ort der hessischen Reformationsgeschichte. Von dort machten sich die Mitglieder der beiden Synoden gemeinsam auf den Weg zur Stadthalle. Ein symbolträchtiges Bild: Zwei Kirchenparlamente, die sich gemeinsam auf den Weg machen, um über Veränderungen, Herausforderungen und Perspektiven ihrer Kirchen zu beraten. Seitens der EKHN waren unter anderem Präses Birgit Pfeiffer und Kirchenpräsidentin Christiane Tietz nach Homberg / Efze gekommen.
Kirche der Zukunft: Neue Gemeindeformen und demokratische Mitbestimmung
Wie kann Kirche Menschen auch künftig erreichen? Welche Formen von Gemeinde braucht es? Und wie lassen sich tiefgreifende Veränderungen so gestalten, dass Menschen mitgenommen werden und Kirche ein Ort des Glaubens, der Begegnung und der Mitbestimmung bleibt? Den inhaltlichen Impuls setzte der Theologe Sándor Fazakas aus Debrecen (Ungarn). In seinem Vortrag beleuchtete er das Zusammenspiel von Synodalität, Demokratiebildung und kirchlicher Transformation aus europäischer Perspektive. In anschließenden Workshops diskutierten die Teilnehmenden über neue Gemeindeformen, die geistliche Begleitung von Veränderungsprozessen, offenere kirchliche Räume und unterschiedliche Zukunftsmodelle für Kirchengemeinden.
Kirchenpräsidentin Tietz: Kirche muss vor autoritären Tendenzen warnen
EKHN-Kirchenpräsidentin Christiane Tietz zog eine positive Bilanz des gemeinsamen Studientags: „Es war sehr inspirierend, gemeinsam über die Bedeutung der Homberger Synode für unsere Kirche heute nachzudenken.“ Besonders wichtig sei ihr der Impuls gewesen, dass Kirche aufgrund ihrer Freiheit und Unabhängigkeit eine besondere Verantwortung gegenüber Staat und Gesellschaft habe. „Sie kann und soll vor autoritären und totalitären Tendenzen warnen“, betonte Tietz. Der Austausch in den Workshops habe zudem gezeigt, wie ähnlich die Herausforderungen beider Landeskirchen seien. „Da tat es gut, von den Antworten der anderen zu hören.“
„Wir müssen reden“: Warum synodaler Dialog heute wichtig ist
Wie aktuell das Erbe der Reformation bis heute ist, hatte der Präses der EKKW-Landessynode, Dr. Michael Schneider, bereits in seiner Predigt im Eröffnungsgottesdienst zum Treffen herausgehoben. „Wir müssen reden“ – aus diesem Impuls heraus sei vor 500 Jahren die Homberger Synode entstanden. Auch heute komme es darauf an, unterschiedliche Positionen hörbar zu machen, miteinander um Lösungen zu ringen und gemeinsam tragfähige Entscheidungen zu treffen. Synodale Beratungen seien damit nicht nur ein wesentliches Element evangelischer Kirchenleitung, sondern könnten auch einen Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt leisten. Schneider zeigte sich überzeugt: „Der synodale Weg, die Art wie wir miteinander reden, ist ein Erfolgsprinzip, nach dem sich andere sehnen – in der Kirche und in der Welt.“
Das könnte dich auch interessieren

Video-Aufzeichnung: Wahl der Kirchenpräsidentin
Auf der Sondersynode am 28. September 2024 wurde die neue Kirchenpräsidentin der EKHN, Christiane Tietz, gewählt. Zuvor haben sich alle Kandidierenden für das Amt vorgestellt. Das Video zeigt die Aufzeichnung der gesamten Synodentagung im September 2024.






