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Vorbilder heute: Warum Verantwortung und Haltung wichtiger sind als Perfektion
veröffentlicht 13.08.2026
von Volker Rahn
Welche Vorbilder braucht die Gesellschaft heute? Beim traditionellen sommerlichen Abend der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft und Gesellschaft über Verantwortung, Haltung und die Frage, was Menschen zu Vorbildern macht. Einig waren sich die Gäste: Vorbilder müssen nicht perfekt sein. Etwas anderes ist entscheidend.
Welche Vorbilder braucht unsere Zeit?
Was macht Menschen zu Vorbildern? Und welche Vorbilder braucht eine Gesellschaft, die von Krisen, Unsicherheit und Veränderung geprägt ist? Mit diesen Fragen hat sich die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) bei ihrem traditionellen sommerlichen Abend am 12. August mit Unternehmerinnen und Unternehmern aus dem Kirchengebiet beschäftigt.
Vorbild sein heißt: Verantwortung übernehmen
Einen persönlichen Impuls bei dem Treffen im Frankfurter Dominikanerkloster gab Fabienne Michel, DFB-Fußball-Schiedsrichterin des Jahres 2023/2024 und 2025/26. Sie sprach darüber, was es bedeutet, auch unter Druck Verantwortung zu übernehmen, binnen Sekunden Entscheidungen zu treffen, Fehler zuzugeben und dabei Haltung zu bewahren. Fabienne Michel möchte dabei selbst aber als Vorbild keine Ausnahme sein. Ihr Wahlspruch lautet: „Sei ein Beispiel.“ Um das zu erreichen, seien Professionalität und gute Vorbereitung nötig.
Was zeichnet gute Vorbilder aus?
In der anschließenden Gesprächsrunde diskutierten Schiedsrichterin Fabienne Michel, Gerhard Bukenberger, Geschäftsführer der Schuler Service Group aus Klein-Winternheim, und EKHN-Kirchenpräsidentin Christiane Tietz darüber, was Vorbilder heute auszeichnet und welche Verantwortung damit verbunden ist. Manager Bukenberger ist überzeugt, dass Vorbilder weder schnell noch von selbst wachsen. Nötig sei „Charakterbildung“, die Zeit und persönliche Kontakte voraussetze. In Unternehmen sei dies nach wie vor wichtig.
Warum Vorbilder nicht perfekt sein müssen
Für Kirchenpräsidentin Christiane Tietz gehört zum Vorbild-Sein auch, Unsicherheiten und „die Spannung des Menschseins“ zu zeigen. Als Beispiel nannte sie die biblische Figur Hiob, die gerade im Umgang mit Leid zum Vorbild werde. Am Ende des sommerlichen Abends wurde deutlich: Vorbilder müssen nicht perfekt sein. Entscheidend ist vielmehr, ob Menschen bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und Haltung zu zeigen. Erst der Umgang mit Fehlern, Unsicherheiten und Scheitern macht Menschen glaubwürdig und lässt sie zu Vorbildern reifen.








