Evangelische Kirche in Hessen und Nassau
Vier Personen laufen auf den Fotografen zu. Sie tragen Uniformen der Notfallseelsorge. Im Hintergrund steht ein Feuerwehrfahrzeug vor der Brandwache.

© Peter Bongard / fundus-medien.de

Einrichtung

Notfallseelsorge in der EKHN

Infos

  • notfallseelsorge-ekhn.de/

  • notfallseelsorge@ekhn.de

  • +49 611 422673

  • Ev. Notfallseelsorge der EKHN

    Butterblumenweg 6

    65201 Wiesbaden

In den ersten Stunden einer Notsituation wie beispielsweise einem schweren Unfall begleiten und stabilisieren Nofallseelsorgende die Betroffenen. 

Statistische Zahlen zur Notfallseelsorge für 2025

  • 20 Notfallseelsorge-Systeme in kirchlicher Trägerschaft oder mit kirchlicher Beteiligung auf dem Gebiet der EKHN
  • Einsätze: 2.500, davon ca. 1.800 im innerhäuslichen Bereich

Alarmierungen:

  • Rund 1.100 Alarmierungen, die Rettungsdienste/Notarztwagen ausgelöst haben.
  • Die Polizei hat ca. 490-mal alarmieren lassen.
  • Die Feuerwehr hat 110-mal alarmieren lassen.
  • Alle anderen Alarmierungen haben die Disponenten der Leitstelle nach Einschätzung der Lage veranlasst.

Wichtig: alle Alarmierungen erfolgen über die Leitstellen. Die Notfallseelsorge kann nicht direkt alarmiert werden. Als Beispiel: Ein Notarzt wird zu einer Reanimation gerufen. Nachdem er die Situation eingeschätzt hat, ruft er die Leistelle an und bitte, diese möge die Notfallseelsorge alarmieren. Die Leitstelle alarmiert.

Einsatzindikationen:

  • Betreuung nach Todesfall: 1.300
  • Überbringung einer Todesnachricht: 300
  • suizidale Krisen: 200
  • Unfälle: 175
  • Straftaten: 25
  • Notfälle mit Kindern: 50
  • Betreuung Einsatzkräfte: 100
  • Sonstiges (wie z.B. Beziehungskonflikte, außerhäusliche Einsätze usw.): 350

Mitarbeitende:

  • insgesamt: 520
  • Ehrenamtliche: 460
  • Hauptamtliche: 60

Plötzlich ist der da: Der schlimmste Moment des bisherigen Lebens. Wenn ein Familienmitglied oder Freund plötzlich durch einen Verkehrsunfall, eine Naturkatastrophe oder ein Verbrechen stirbt, ist nichts ist mehr so, wie es einmal war. Genau in diesem Moment leistet die evangelische Nofallseelsorge „erste Hilfe für die Seele“. Eine Notfallseelsorgerin oder ein Notfallseelsorger kommt zum Einsatz bei plötzlichen Todesfällen, schweren Unfällen, Suiziden oder dem Überbringen von Todesnachrichten durch die Polizei. Ziel ist es, Betroffene in den ersten Stunden nach einem belastenden Ereignis emotional zu stabilisieren und ihnen das Gefühl zu geben, nicht allein zu sein. Das Angebot richtet sich an alle Menschen – unabhängig von Religion oder Weltanschauung.

Notfallseelsorge im Bereich Hessen-Nassaus

Die Notfallseelsorge ist ein ökumenisches Angebot der EKHN und der Bistümer Mainz und Limburg, das Menschen in akuten Krisensituationen beisteht. Sie nimmt Kontakt auf auch zu Menschen außerhalb der Kerngemeinde und trägt dazu bei, das Profil der evangelischen Kirche durch die Hinwendung zu notleidenden Menschen zu prägen. In der EKHN wurde der erste Verein für Notfallseelsorge 1993 gegründet. Die Gruppe in Wiesbaden zählte auch bundesweit zu den Vorreitern. Zu den beiden Gründungsmitglieder gehören der inzwischen verstorbene Pfarrer Andreas Mann und Detlef Nierenz, die echte Pionierarbeit geleistet haben.

Was macht die Notfallseelsorge?

Die Notfallseelsorgerinnen und Nofallseelsorger:

  • sind speziell ausgebildete Fachkräfte – seltener Hauptamtliche, aber umso mehr Ehrenamtliche mit seelsorglicher Zusatzqualifikation,
  • arbeiten eng mit Rettungsdiensten, Feuerwehr und Polizei zusammen und werden über deren Leitstellen alarmiert,
  • begleiten Angehörigen und das unmittelbare Umfeld bei plötzlichen Todesfällen,
  • überbringen Todesnachrichten,
  • stabilisieren die Betroffenen, indem sie ihre Reaktionen aushalten und mitfühlen,
  • bieten Zuwendung, Unterstützung und Zeit,
  • öffnen den Blick der Betroffenen für eine neue Perspektive,
  • geben vorsichtige Impulse, damit der Betroffene das Ereignis selbst in seinem Leben einordnen kann,
  • unterstützen Betroffene dabei, die eigene, hilfreiche Antwort zu finden, um das Geschehene einzuordnen,
  • richten sich ebenso an Einsatzkräfte, die selbst belastende Situationen erleben. Auch sie erhalten Unterstützung durch die Notfallseelsorge.

Auf dem Gebiet der EKHN gibt es 22 Notfallseelsorgegruppen, die jährlich viele hunderte Einsätze leisten. Sie bieten unmittelbare, kurzfristige Hilfe zur Orientierung und Stabilisierung. Für langfristige Unterstützung können sich Betroffene an die Psychologischen Beratungsstellen der EKHN wenden.

Wie kann man Notfallseelsorger werden?

Die Notfallseelsorge ist erster Linie ein anspruchsvolles Feld ehrenamtlichen Engagements. Die Ausbildungskurse der „Nofallseelsorge in der EKHN“ richten sich zunächst an Personen, die sich für eine aktive Mitarbeit in der Notfallseelsorge interessieren. Zudem sollten sie für diese Aufgabe als geeignet erscheinen.

Dabei gibt es für die Eignung bzw. eine aktive Mitarbeit sowohl eher „formale“ Kriterien (u.a. Volljährigkeit, polizeiliches Führungszeugnis ohne Einträge, Führerschein für PKW, Bescheinigung über Erste-Hilfe-Kurs nicht älter als 2 Jahre) als auch eher „inhaltliche“ Kriterien (u.a. gesundheitliche und psychische Belastbarkeit, Akzeptanz der christlichen Grundlage von Notfallseelsorge, Teamfähigkeit, berufliche oder ehrenamtliche Qualifikationen, die in der NFS hilfreich sind).
In der EKHN sind mehrere Hundert Notfallseelsorgerinnen und -seelsorgern aktiv. Zudem unterhält die EKHN eine einstellige Anzahl hauptamtlicher Stellen für den Dienst in der Notfallseelsorge.

Hinweis:

Wir erwähnen Suizide ausschließlich, um präventiv zu wirken. Wenn Sie sich selbst belastet fühlen, wenden Sie sich bitte an die TelefonSeelsorge (www.telefonseelsorge.de). Unter den kostenlosen Hotlines 0800‑1110111, 0800‑1110222 oder 116-123 erreichen Sie rund um die Uhr geschulte Beraterinnen und Berater. Auch E‑Mail‑ und Chat‑Beratung stehen dort anonym und kostenfrei zur Verfügung.

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