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Johannistag: Die Halbzeit des Jahres feiern
veröffentlicht 24.06.2026
von Rita Haering
Nach dem hellsten Tag des Jahres werden die Tage wieder kürzer – daran erinnert die Sommersonnenwende. Drei Tage später feiern Christinnen und Christen den Johannistag am 24. Juni. Während des EKD-Johannisempfangs rief die Ratsvorsitzende zum gesellschaftlichen Zusammenhalt auf.
Die zweite Halbzeit beginnt, wenn die Sommersonnenwende den längsten Tag des Jahres markiert. Die Tage werden wieder kürzer, das Licht nimmt langsam ab. Seit Jahrhunderten feiern Menschen diesen Wendepunkt. Seit Jahrhunderten feiern Menschen die Zeit rund um die Sommersonnenwende: In vorchristlicher Zeit mit Feuer, Kräutern und Ritualen, die Glück bringen sollten. Einiges davon lebt bis heute weiter: Johannisfeuer gehören in vielen Regionen noch immer dazu.
Johannistag als christliche Mittsommerfest
Drei Tage nach der Sommersonnenwende erinnert der christliche Johannistag daran, dass die wachsende Dunkelheit nicht das Entscheidende bleibt. Der Johannistag, eine Art christliche Mittsommerfest, wird meist draußen gefeiert. Es erinnert an den Geburtstag Johannes der Täufers, denn zu seinen Ehren gibt es den Johannistag. Johannes hat Jesus als einen angekündigt, der Licht in die Dunkelheit bringt.
Markus Müsebeck, Gemeindepfarrer in Bürstadt, erklärt, worum es geht: „Johannis und Midsomar sind so etwas wie die Halbzeit-Pause beim Fußballspiel: Da wird analysiert, was war, und angespornt, was noch passieren muss. Auf der Mitte des Jahres innehalten, zurückschauen und nach vorne schauen und dafür gestärkt werden durch Gottes Wort.“
Statement auf Johannisempfang
Viele Kirchengemeinden laden in diesen Tagen zu Tauffesten unter freiem Himmel ein und einige evangelische Einrichtungen richten Johannisempfänge oder Open-Air-Andachten aus. Während des Johannisempfangs der EKD 2026 äußerte sich die Ratsvorsitzende Bischöfin Kirsten Fehrs zur aktuellen gesellschaftlichen Lage und betonte die Bedeutung des Zusammenhalts. Sie betonte: „Im Namen Jesu stehen wir für den Nächsten ein. Jeder ist jemand.“ Angesichts des Umbaus des Sozialstaats rief sie zu einer “Renaissance des Gemeinsinns” auf.
Zur Bedeutung des Johannistages
Die Bedeutung des Johannistages leitet sich von dessen Bezeichnung ab: Christinnen und Christen erinnern an diesem Tag an die Geburt von Johannes dem Täufer. Johannes ist eine biblische Persönlichkeit aus dem Neuen Testament, die ein halbes Jahr vor Jesus geboren wurde. Als Erwachsener forderte er seine Zeitgenossen auf, ein ethisch einwandfreies Leben zu führen. Außerdem gilt er als Wegbereiter Jesu, den er auch getauft hat. Aufgrund seiner Bedeutung gilt der Johannistag auch als Festtag in der evangelischen Kirche. In Deutschland ist er allerdings kein gesetzlicher Feiertag. In Hessen-Nassau feiern die Menschen den Johannistag mit Märkten und Veranstaltungen vor allem in Mainz und in Lorsch.








