Todesstrafe für Deutsch-Iraner Jamshid Sharmahd: EKHN setzt sich bei Baerbock ein
veröffentlicht 11.05.2023
von Peter Bernecker
Kirchenpräsident Volker Jung hat sich bei Bundes-Außenministerin Annalena Baerbock für den deutschen Staatsbürger Jamshid Sharmahd eingesetzt: „Tun sie alles in Ihrer Macht Stehende, um die Vollstreckung des Todesurteiles zu verhindern.“
Brief des Kirchenpräsidenten an Baerbock
In einem Brief an die deutsche Außenministerin Annalena Baerbock schreibt Kirchenpräsident Volker Jung, dass die hessen-nassauische Kirche „entsetzt über das Todesurteil eines sogenannten Revolutionsgerichts gegen den in Hannover aufgewachsenen Deutsch-Iraner Jamshid Sharmahd“. Sei. Dies sei im Rahmen der im April tagenden Frühjahrssynode deutlich zum Ausdruck gebracht worden. Nachdem „das grob unfaire Urteil, das offenbar unter anderem auf einem erzwungenen Geständnis basiert, in der vergangenen Woche vom Obersten Gericht im Iran bestätigt wurde, fürchten wir, dass es jetzt schnell vollstreckt werden könnte“, heißt es weiter.Vollstreckung des Todesurteils verhindern
Jung bitte Baerbock deshalb, alles in Ihrer Macht Stehende zu tun, um die Vollstreckung des Todesurteiles zu verhindern.“ Die EKHN habe begrüßt, „dass Sie dieses Urteil als 'absolut inakzeptabel' bezeichnet und die iranische Regierung aufgefordert haben, es unverzüglich rückgängig zu machen.“ Jung: „Wir setzen darauf, dass Sie und die Bundesregierung dieser Einschätzung nun auch deutlich spürbare diplomatische Konsequenzen folgen lassen.“Tochter Sharmahds kämpft gegen Hinrichtung
Auch zahlreiche Politikerinnen und Politiker europaweit hatten sich für eine Aufhebung der Todesstafe gegen den deutschen Staatsbürger ausgesprochen. Weltweit laufen Porteste unter dem Hashtag #saveSharmahd. Gleichzeitig hatte die Tochter des Verurteilten, Gazelle Sharmahd, die Bundesregierung Medienberichten zufolge dafür kritisiert, zu langsam zu handeln. „Ich habe seit 1000 Tagen davor gewarnt, dass das passiert. Dass mein Vater jetzt hingerichtet werden soll, ist das Resultat der Untätigkeit unserer Regierung“, sagte sie zuletzt der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ).Das könnte dich auch interessieren

Demokratie stärken im Kirchenvorstand: Handreichung für verantwortliches Handeln
Die neue EKHN‑Handreichung zeigt, wie Kirchenvorstände demokratische Werte im Gemeindeleben fördern können. Die Publikation bietet Orientierung für Leitungsgremien, benennt zentrale Leitlinien und zeigt, warum Leitungsämter an klare Werte gebunden sind.

„Wir brauchen die Kirche, gerade jetzt" – Kirchenpräsidentin Tietz zur Rolle der EKHN in der Demokratie
Kirchenpräsidentin Christiane Tietz verdeutlichte vor das Synode, dass gerade in Zeiten gesellschaftlicher Verunsicherung die Rolle der Kirche wichtiger werde – als Ort der Begegnung, des Vertrauens und des Handelns.

