Evangelische Kirche in Hessen und Nassau
Eine Grafik mit verschiedenen Personen am Stehtisch auf rosa Hintergrund. Dazu die Frage "zusammen Handy weglegen?" in einer gelben Sprechblase

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    Soziale Medien gegen Einsamkeit – Brücke oder Barriere?

    veröffentlicht 03.06.2025

    von Gabriela Hund, Gemeindepädagogin, Zentrum Seelsorge und Beratung, Eangelische Kirche in Hessen und Nassau, Darmstadt

    Auf einer Konfirmandenfreizeit traf ich am Lagerfeuer auf eine Konfirmandin, die mit bewundernswerter Geschicklichkeit einhändig ihr Stockbrot drehte und mit der anderen Hand Nachrichten in ihr Smartphone tippte. Als ich sie einlud, das Smartphone wegzulegen und ganz bei uns am gemütlichen Feuer zu sein, antwortete sie mit Panik in der Stimme, sie könne unmöglich ihre Freundin „im Stich lassen“.

    „Im Stich lassen“ bedeutete für sie, einfach mal zwei Stunden nicht zu antworten, auch wenn es nur um den Austausch einfacher Statusmeldungen ging. Mich erschreckte, dass sie nicht auf der Konfirmandenfreizeit präsent sein konnte, weil sie sich verpflichtet fühlte, ständig auf WhatsApp verfügbar zu sein. Hier erlebte ich die Social Media-Nutzung als Hindernis für echte Kommunikation.

    Virtuelle Kontakte gegen die Einsamkeit

    In meinem Umfeld sind einige Menschen schwer an Long Covid erkrankt. Ich sehe, wie sich die Betroffenen online vernetzen. Viele sind bettlägerig und zu krank, um Besuch zu empfangen. Nur virtueller Kontakt ist ihnen teilweise noch möglich. Mich beeindruckt sehr, wie diese schwerkranken Menschen es schaffen, sich aus der Einsamkeit ihrer Krankenzimmer heraus online zu vernetzen und gegenseitig zu tragen. Sie zeigen hohe gegenseitige Anteilnahme, tauschen sich über medizinische und sozialrechtliche Fragen aus und organisieren sogar politische Kampagnen.

    schwarzer Mann steht vor einem Tor und schaut auf sein Handy

    © pixabay / pexels

    Studien zum Zusammenhang von Social Media und Einsamkeit liefern uneinheitliche Ergebnisse

    Einige Schlaglichter

    • Virtuelle und persönliche Kontakte ergänzen sich oft.
    • Man unterscheidet meist klar zwischen echten Freunden und ‚Facebook-Freunden‘. Wer diese Unterscheidung verliert, riskiert, zu viel Persönliches an nicht vertrauenswürdige Personen weiterzugeben.
    • Eine nordrhein-westfälische Studie zur Einsamkeit unter Jugendlichen zeigt, dass vor allem Jugendliche aus finanziell schwachen Verhältnissen fast ausschließlich Medien nutzen, ohne persönliche Verabredungen zu treffen. Das liegt oft daran, dass das Geld für Freizeitaktivitäten fehlt.

    Hier einige weniger bekannte Social Media, die einen Beitrag gegen Einsamkeit leisten

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    Social Media

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