Evangelische Kirche in Hessen und Nassau
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© Peter Bongard

Pfarrerin Ulrike Scherf, Stellvertretende Kirchenpräsidentin der EKHN
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Erntedank lebt von Gemeinschaft und Zusammenhalt

veröffentlicht 18.10.2026

von Pressestellen des Hessischen Bauernverbands und der EKHN

Hessischer Bauernverband und Evangelische Kirche in Hessen und Nassau feiern Landeserntedankfest in Büdingen-Wolferborn

Im Mittelpunkt des diesjährigen Landeserntedankfestes des Hessischen Bauernverbandes (HBV) auf dem Betrieb von Kai Ruppel in Büdingen-Wolferborn stand die Bedeutung von Gemeinschaft, Zusammenhalt und gegenseitiger Unterstützung. Vertreterinnen und Vertreter aus Landwirtschaft, Politik, Kirchen und Gesellschaft kamen zusammen, um für die Ernte des Jahres zu danken und die Menschen zu würdigen, die täglich Verantwortung für die Versorgung der Bevölkerung und die Zukunft der ländlichen Räume übernehmen. Der von der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) gestaltete Erntedankgottesdienst bildete den geistlichen Höhepunkt der Veranstaltung. Dabei standen Dankbarkeit, Verantwortung und das Miteinander der Menschen im Mittelpunkt.

Das Landeserntedankfest stand zugleich im Zeichen eines besonderen Jubiläums: Der Hessische Bauernverband blickt in diesem Jahr auf sein 80-jähriges Bestehen zurück. Seit acht Jahrzehnten setzt er sich für die Interessen der hessischen Landwirtschaft ein und begleitet die Entwicklung der ländlichen Räume in Hessen.

Landwirtschaft und Gemeinschaft gehören zusammen

„Die Landwirtschaft ist fest in den Dörfern und Gemeinden verwurzelt. Erntedank erinnert uns daran, dass gutes Leben auf dem Land dort gelingt, wo Menschen Verantwortung füreinander übernehmen, sich ehrenamtlich engagieren und Gemeinschaft gestalten. Dieser Zusammenhalt macht unsere ländlichen Räume stark und zukunftsfähig“, sagte Karsten Schmal, Präsident des Hessischen Bauernverbandes. „Erntedank steht für den Dank der Menschen für die Gaben der Natur und die Arbeit, die hinter ihrer Erzeugung steckt. Landwirtschaft leistet weit mehr als die Produktion von Nahrungsmitteln: Landwirtschaftliche Familien prägen das Leben in den Gemeinden, engagieren sich in Vereinen, bringen sich in Kirchengemeinden ein und übernehmen Verantwortung für ihre Regionen. Damit tragen sie wesentlich dazu bei, dass ländliche Räume lebendig und zukunftsfähig bleiben. Eine starke Landwirtschaft und starke Gemeinden gehören zusammen. Wo Menschen zusammenhalten, können Herausforderungen besser gemeistert werden. Das gilt für unsere Höfe ebenso wie für unsere Dörfer und Städte“, betonte Schmal.

„Das diesjährige Erntedankfest ist mehr als der Dank für die Ernte“, ergänzte Ulrike Scherf, Stellvertretende Kirchenpräsidentin der EKHN. „Es zeigt uns auf, in welchem größeren Zusammenhang wir Menschen miteinander stehen. An vielen Orten der Welt stellen Dürre und Unsicherheit große Herausforderungen für die Landwirtschaft dar, und das kann niemand alleine bewältigen.“ In ihrer Predigt im Rahmen des Festes erinnerte sie an die biblische Geschichte von der Speisung der Viertausend, in der Jesus sieht, was die Menschen brauchen, und ihre Not lindert. Scherf sagte: „Wo geteilt wird, wächst Gemeinschaft. Dafür ist die Landwirtschaft ein wunderbares Beispiel.“

Zwischen Dankbarkeit und Realität: Ernte und wirtschaftliche Lage

Die Ernte des Jahres fiel regional und je nach Kultur sehr unterschiedlich aus. Während manche Betriebe zufriedenstellende Erträge einfahren konnten, setzten Trockenheit und Wetterextreme anderen Höfen spürbar zu. Dankbarkeit für das Geerntete und die Sorge um die wirtschaftliche Zukunft liegen für viele Familien deshalb nah beieinander: Hohe Kosten für Betriebsmittel wie Dünger, Futter und Energie treffen auf stark schwankende Erzeugerpreise. „Wer Verantwortung für Boden, Tiere und Region trägt, braucht verlässliche wirtschaftliche Perspektiven. Gerade deshalb ist es wichtig, dass die Leistungen unserer Höfe auch im Ladenregal und am Markt angemessen wertgeschätzt werden“, so Karsten Schmal. Der Zusammenhalt in den Dörfern und die Unterstützung untereinander seien dabei eine wichtige Stütze, um auch schwierige Jahre zu meistern. 

Frauen stärken Höfe, Familien und Dörfer

Neben dem Thema Gemeinschaft lag ein weiterer thematischer Schwerpunkt des Festes auf der Rolle von Frauen für Landwirtschaft, Familien, Gemeinden und Dörfer. Viele Aufgaben, die das Zusammenleben tragen, werden von Frauen gestaltet und zusammengehalten. Sie übernehmen Verantwortung auf den Höfen, in den Familien, im Ehrenamt und in den Regionen. Ihr Engagement prägt das Leben in den ländlichen Räumen maßgeblich und ist eine wichtige Grundlage für lebendige Dorfgemeinschaften.

Gemeinsam Verantwortung für die Zukunft übernehmen

Der enge Zusammenhang zwischen Landwirtschaft, ländlichem Raum und gesellschaftlichem Zusammenhalt wurde auch von den politischen Gästen des Landeserntedankfestes hervorgehoben. Hessens Landwirtschaftsminister Ingmar Jung betonte die Bedeutung einer starken Landwirtschaft als Grundlage für lebendige Dörfer und Gemeinden. „Erntedank erinnert uns daran, dass gute Lebensmittel, volle Regale und eine gepflegte Kulturlandschaft keine Selbstverständlichkeit sind. Dahinter stehen unsere Landwirte, ihre Familien, ihre Arbeit und ihr Mut, weiter zu investieren. Dafür brauchen unsere Betriebe praxistaugliche Regeln, Vertrauen und Planungssicherheit. Deshalb werden wir weiter daran arbeiten, eine hessische Landwirtschaft zu erhalten, die stark ist, regional verwurzelt bleibt und in die Zukunft investieren kann."

Mit dem Landeserntedankfest wurde ein sichtbares Zeichen für den Wert von Landwirtschaft, Ehrenamt und gesellschaftlichem Zusammenhalt gesetzt. Die Veranstaltung machte deutlich, dass gute Ernten ebenso wie starke Gemeinschaften nicht von allein entstehen. Beides braucht Menschen, die Verantwortung übernehmen, füreinander einstehen und gemeinsam an einer guten Zukunft arbeiten. Genau darin liegt die besondere Botschaft des Erntedankfestes: Gemeinschaft wächst dort, wo Menschen füreinander da sind.

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