Evangelische Kirche in Hessen und Nassau
Zwei Hände räumen das Obst und Gemüse aus einer Einkaufstasche aus

© gettyimages, Zuraisham Salleh

Erntedank - sich einen Moment der Dankbarkeit gönne - für das Obst, das Gemüse und all die Nahrungsmittel, die wir zum Leben brauchen
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Erntedank 2025: Was feiern wir – und warum?

veröffentlicht 19.08.2025

von Online-Redaktion der EKHN, [Britta Jagusch / Björn Raddatz / Matthias Braun / RH

Ein Apfel auf dem Tisch, ein Brot vom Bäcker, ein Kaffee am Morgen – vieles scheint selbstverständlich. Das Erntedankfest lädt dazu ein, innezuhalten und bewusst „Danke“ zu sagen: für die Ernte, für die Versorgung mit Lebensmitteln und für das, was trägt – in der Natur, in der Gemeinschaft und im Glauben. 2025 wird das Fest rund um den 5. Oktober gefeiert.

Was ist Erntedank?

Erntedank ist ein christlicher Feiertag, der die Dankbarkeit für die Ernte und die Versorgung mit Lebensmitteln in den Mittelpunkt stellt. Es ist ein Moment der Wertschätzung – gegenüber der Natur, den Menschen in der Landwirtschaft und dem Schöpfer. Es wird in vielen Kirchengemeinden mit Gottesdiensten, geschmückten Altären und Aktionen für soziale Einrichtungen gefeiert.

Wann ist Erntedank 2025?

In Deutschland wird Erntedank 2025 am Sonntag, 5. Oktober gefeiert - in einigen Weinbaugebieten etwas später. Das Erntedankfest wird vielerorts am ersten Sonntag im Oktober begangen – unabhängig vom amerikanischen Thanksgiving, das erst im November gefeiert wird.
Erntedank ist in Deutschland kein offizieller, gesetzlicher Feiertag. Das Erntdankfest wird am Sonntag gefeiert, einem Tag, der im evangelischen Kirchenjahr als kirchlicher Feiertag gilt.

Warum feiern wir Erntedank?

Erntedank lädt dazu ein, innezuhalten: für das, was wächst, was nährt, was trägt. Es erinnert daran, dass Nahrung nicht selbstverständlich ist und somit ist und somit ist Erntedank ein bewusster Moment der Dankbarkeit – gegenüber der Natur, den Menschen in der Landwirtschaft und dem Schöpfer. Das Fest zeigt auch, dass Dankbarkeit auch Verantwortung bedeutet.

Erntedank und soziale Verantwortung

Erntedank ist mehr als ein Ritual. Es ist ein Impuls für gerechte Verteilung, nachhaltiges Wirtschaften und die Bewahrung der Schöpfung. Denn nicht jeder Mensch kann sich täglich hochwertigen Lebensmitteln leisten - selbst hierzulande. Initiativen wie die die Tafeln oder die evangelische Hilfsaktion Brot für die Welt zeigen, wie Teilen bedürftige Menschen tatsächlich unterstützt.

Was hat das mit mir zu tun?

Dankbarkeit stärkt nicht nur die Verbindung zu Gott, sondern auch das eigene Wohlbefinden. Studien zeigen: Wer bewusst dankt, lebt achtsamer. Erntedank lädt dazu ein, das Alltägliche neu zu sehen – und das Leben mit offenen Augen zu feiern.

epd-Video: Warum feiern wir Erntedank?

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Häufig gestellte Fragen zu Erntedank

Exkurs: Ist Thanksgiving das Gleichewie Erntedank?

Tatsächlich handelt es sich um zwei unterschiedliche Feste mit ähnlichem Kern, aber verschiedener Ausprägung. Thanksgiving wird in den USA traditionell am vierten Donnerstag im November gefeiert und ist dort ein staatlicher Feiertag mit starkem gesellschaftlichem Gewicht. Im Mittelpunkt stehen Familie, Gemeinschaft und ein festliches Mahl – meist mit Truthahn, Süßkartoffeln und Kürbiskuchen. Die Ursprünge reichen bis ins 17. Jahrhundert zurück, als die sogenannten Pilgerväter gemeinsam mit den Wampanoag ein Erntedankfest begingen.

Obwohl Thanksgiving und das deutsche Erntedankfest beide den Dank für die Früchte des Feldes teilen, unterscheiden sie sich deutlich in ihrer kulturellen Prägung. Thanksgiving ist Teil einer Zivilreligion, die die USA als von Gott gesegnetes Land versteht. Die Feier wird konfessionsübergreifend begangen – auch von Menschen ohne religiöse Bindung. Der Truthahn schmeckt im Kreis der Familie, ganz unabhängig vom Glauben.

Das europäische Erntedankfest hingegen hat diese Form der nationalen Selbstvergewisserung nie angenommen. Es bleibt stärker im kirchlichen Kontext verankert und lädt zur Reflexion ein: über das Gelungene und das Fehlende, über Dankbarkeit und Verantwortung. Es fängt die Ambivalenz menschlichen Wirtschaftens und Strebens ein – mit Blick auf die Schöpfung, die Gemeinschaft und das, was uns trägt.

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