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Mit Quiz: Wie hält es die evangelische Kirche mit der Gleichstellung?
veröffentlicht 07.03.2025
von Rita Haering
Der neue Gleichstellungsatlas bietet einen Überblick über die Verteilung der Geschlechter in der evangelischen Kirche. Ein Quiz führt ins Thema ein. Und: Wie steht es um die Gleichstellung speziell in Hessen-Nassau?
Der neu erschienene „Atlas zur Gleichstellung in der evangelischen Kirche in Deutschland“ zeigt, wie die Geschlechter in der evangelischen Kirche vertreten sind - im Haupt- und im Ehrenamt, in Leitungsgremien von Gemeinden, Kirchenkreisen, Landeskirchen und EKD, im Theologiestudium und im kirchlichen Leben. Zum Einstieg ins Thema motiviert ein Quiz auf der Website des „Studienzentrums der EKD für Genderfragen“, die auch den Bericht zum Download anbietet.
Weiteres Engagement notwendig - vor allem in der mittleren Ebene
Die Ergebnisse des Berichts zeigen, dass es in den letzten zehn Jahren vor allem in der mittleren Leitungsebene Veränderungen gab: Die aktuelle Auflage von 2025 weist einen Anstieg des Frauenanteils um zehn Prozentpunkte auf 31 Prozent aus. Für Kirsten Fehrs, Vorsitzende des Rates der EKD, ist dies jedoch kein Grund zur Zufriedenheit. Sie interpretiert die Zahlen so: „Sie sollen als Ansporn verstanden werden, im Engagement für mehr Geschlechtergerechtigkeit auf keinen Fall nachzulassen.“ Das gilt auch für Hessen-Nassau: Hier sind die leitenden Ämter der mittleren Ebene nur zu 32 Prozent mit Dekaninnen besetzt.
Höherer Frauenanteil im Ehrenamt und höheren Leitungsfunktionen
Besonders hoch ist der Anteil der Frauen im Ehrenamt, hier beträgt er in Hessen-Nassau 69 Prozent. Dies zeigt, dass Frauen maßgeblich zu einem lebendigen kirchlichen Leben beitragen und viele Aufgaben ohne Entgelt übernehmen. Beispielsweise beteiligen sich viele von ihnen an der Organisation der Weltgebetstagsgottesdienste vor Ort. Auch in anderen Bereichen spielen die Frauen eine stärkere Rolle: In Leitungsämtern auf höherer Ebene, also den Propsteien, sind Frauen in Hessen-Nassau zu 60 Prozent vertreten. Im Bereich der geistlichen Leitung hat die aktuelle Entwicklung die Angaben des Gleichstellungsatlasses überholt: Inzwischen steht eine Frau an der Spitze, seit Anfang des Jahres 2025 ist Prof. Christiane Tietz die Kirchenpräsidentin der EKHN.
Ein differenziertes Bild ergibt sich auch im Bereich der ehrenamtlichen Leitung: Unter den Vorsitzenden der Kreissynoden gibt es deutschlandweit einen Frauenanteil von 25 Prozent, während er in den Dekanatssynoden Hessen-Nassaus immerhin bei 40 Prozent liegt.
Im Pfarrberuf sind Frauen zunehmend stark vertreten: Deutschlandweit beträgt der Frauenanteil bei Vikarinnen 52 Prozent, bei Theologiestudierenden sogar 61 Prozent.
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