Evangelische Kirche in Hessen und Nassau
Weiße Friedenstaube vor schwarzem Rauch

© Getty Images, bazilfoto, zlotysfor

Mit Friedensgebeten Worte finden, wenn angesichts des Entsetzens Sprachlosigkeit herrscht (Symbolbild)

Friedensgebete angesichts der Eskalation im Nahen Osten

veröffentlicht 28.02.2026

von Online-Redaktion der EKHN

Die Kämpfe im Nahen Osten lassen viele Menschen in Angst und Ungewissheit zurück. Millionen sind von Gewalt, Verlust und Erschöpfung betroffen. Friedensgebete schenken Worte für Klage und Hoffnung und halten die Sehnsucht nach Frieden wach.

Auch konkrete Hilfe ist möglich: Spenden der evangelischen Hilfsorganisationen "Diakonie Katastrophenhilfe" mit ihren Partnern in den Krisenregionen tragen dazu bei, die Not leidende Zivilbevölkerung mit Nahrungsmitteln und medizinischer Grundversorgung auszustatten.

Nie wieder Krieg!“ – dieser eindringliche Ruf der Überlebenden des Zweiten Weltkriegs hallt bis heute nach. Und doch erleben Menschen weltweit erneut Angst, Zerstörung und Tod: In der Ukraine, im Nahen Osten und in vielen anderen Regionen herrschen Krieg, Gewalt und Unsicherheit. Die anhaltenden Drohungen und gewaltsamen Auseinandersetzungen  hinterlassen Angst, Tod, Verletzungen und tiefe Spuren in den Seelen der Betroffenen.

Die jüngste Eskalation im Nahen Osten hat die Lage weiter verschärft. Die Angst vor Vergeltung, weiterer Gewalt und einer Ausweitung des Konflikts ist groß. Millionen Menschen leben in Unsicherheit, viele bangen um Angehörige oder suchen Schutz.

Gebete für den Frieden – Worte in der Sprachlosigkeit

Wenn Worte fehlen, kann das Gebet für den Frieden ein Raum sein: zum KlagenBittenSchweigen – und zum Hoffen. Inmitten von Leid und Ohnmacht helfen Friedensgebete, das Unfassbare zu verarbeiten, Mitgefühl zu zeigen und sich mit den Leidenden zu verbinden. Christinnen und Christen vertrauen darauf, dass Gott an der Seite der Schwachen steht – bei den Verletzten, den Trauernden und den Toten.

Die folgenden christlichen Friedensgebete laden dazu ein, Worte zu finden, wo Sprachlosigkeit herrscht. Sie bieten spirituelle Impulse für persönliche Andachten, gemeinsames Gebet in der Gemeinde oder stille Momente der Einkehr. In einer Welt voller Konflikte sind sie Ausdruck unserer Hoffnung auf Frieden, Menschlichkeit und Heilung.

Friedens-, Klage- und Fürbittengebete:

Gebet eines Christen aus dem Iran

Barmherziger und allmächtiger Gott,
du bist unsere Zuflucht und Stärke,
ein Helfer in Zeiten der Not.

Wir bringen dir das Volk des Iran,
die Unterdrückten, die in Angst leben
und die sich nach Gerechtigkeit und Freiheit sehnen.

Herr, erbarme dich.
Stärke deine Kirche in diesem Land,
jene, die im Verborgenen beten,
die mutig Zeugnis ablegen und
um Christi willen Not ertragen.
Sei ihr Schutz und ihr Friede.
Halte das Böse zurück.

O Herr, und steh den Unterdrückten bei.
Tröste die Trauernden,
beschütze die Schwachen
und bringe Licht in jedes Dunkel.
Schenke uns treue Herzen,
damit wir im Gebet und in Solidarität zusammenstehen
und auf deine Gerechtigkeit und unendliche Liebe vertrauen.
Durch Jesus Christus, unseren Herrn.

Amen.

(Aus der Evangelisch-Presbyterianische Kirche im Iran)

Gebet einer Christin aus dem Libanon

Gott,
ich komme zu Dir
nicht als jemand Starkes,
sondern als junger Mensch an einem Ort,
der sich schwer anfühlt.

Du kennst unsere Ängste, Kämpfe, Herausforderungen;
die Angst vor dem Lärm von Flugzeugen und Bomben
und die stillen Sorgen, die wir mit uns tragen.

Herr, halte uns fest und erinnere uns daran,
dass wir nicht allein sind.
Gib uns Mut, die Hoffnung nicht aufzugeben,
Güte statt Wut,
Geduld statt Angst und
Hoffnung statt Verzweiflung zu wählen.

Lass Deinen Frieden hier im Libanon herrschen
und von diesem kleinen Ort aus sich über den Nahen Osten
und die leidende Welt ausbreiten.
Nimm uns,
damit wir ein Licht, Zuhörende
und Träger Deines Friedens werden.

Amen.

(aus der Armenian Evangelical Church of Nor Marash)

Gebetsruf nach Heilung aus dem Libanon

O Gott des Erbarmens,
wir treten voller Hoffnung vor Dich
und legen den Nahen Osten Deiner liebevollen Fürsorge an.

Wir beten für alle Verletzten.
Schenke ihnen Heilung an Leib, Seele und Geist.

Wir gedenken der Verstorbenen.
Nimm sie in Deinen ewigen Frieden auf
und tröste die Trauernden.

Wir vertrauen Dir alle Leidenden an,
die Vertriebenen, die Ängstlichen, die Erschöpften, die Trauernden.

Lass Deine Gerechtigkeit sich erheben,
Deine Barmherzigkeit fließen und
Dein Friede in jedem Land Wurzeln schlagen.

Amen

(von der Orthodoxen Jugendbewegung des Griechisch Orthodoxen Patriarchats von Antiochien)

Gebet angesichts der Eskalation im Nahen Osten

Ewiger Gott,
wir gestehen Dir unsere Ratlosigkeit ein
angesichts der vielen weiteren Eskalationen
in den Kriegsgebieten des Nahen Ostens.

Barmherziger Gott, wir denken vor allem an die Familien,
die sich in Bunkern verstecken
oder auf offener Straße vor den Raketen fliehen müssen.

Wir beten für die Familien,
für die Kinder und die Erwachsenen,
die nicht wissen, wie ihre Zukunft aussieht,
die Angst haben und traumatisiert sind.

Großer Gott,
wir beten für die Verantwortlichen,
für die internationale Gemeinschaft.
Lass sie Schritte zu einem gerechten Frieden
in Israel und Palästina, im Iran, im Nahen Osten
und in so vielen Ländern deiner Welt finden.
Alles hängt miteinander zusammen.

Liebender Gott,
fülle unser aller Herzen mit deinem Frieden.
Aus deiner Liebe und deinem Frieden leben wir. Zu ihm wollen wir beitragen.
Im Kleinen wie im Großen.

Amen

(Peter Noss, Zentrum Oekumene der EKHN und EKKW)

Gebet nach Angriffen in Nahost

Traurig sind wir und verzagt.
Kommen zu dir und suchen den Frieden
in uns und miteinander und in der Welt.
Zwischen dem Iran und Israel,
zwischen Israelis und Palästinensern,
zwischen Ukraine und Russland.
Ach Gott, so viel Zwietracht und Leid.

Amen

(Pfarrerin Sabine Müller-Langsdorf)

Hunger nach Frieden

Menschen hungern nach Frieden.
Für alle Menschen im Nahen Osten bitten wir dich um Frieden.
Hilf den Menschen, einen Frieden zu schließen,
der sie ins Leben zurückbringt und der wachsen kann.
Hilf denen, die trauern, denen, die Traumata zu bewältigen haben,
denen, die alles verloren haben.
Sei auch bei den Menschen in der Ukraine,
die Krieg seit mehr als dreieinhalb Jahren erleiden.

Gott, Brot des Lebens,
dir vertrauen wir uns an, denn unsere Welt hungert.

Amen

(Ausschnitt aus: Fürbitten zum Brot des Lebens von "Brot für die Welt")

Vier Jahre Krieg: Fürbitte für Frieden in der Ukraine

Gott, es gibt so vieles, was uns auf der Seele liegt:
Seit 4 Jahren, seit dem Überfall Russlands auf die Ukraine
werden Menschen gequält, ermordet, verschleppt, vertrieben.
Kein Ort ist sicher vor den Gewalttaten des russischen Aggressors.
Wir bitten dich: Sei du die Kraft, die Menschen brauchen,
um am Leben zu bleiben,
gib Schutz in aller Unsicherheit.

4 Jahre, das sind 1.461 Tage.
Seitdem die Menschen in der Ukraine keinen normalen Alltag mehr kennen
und auch für diejenigen, die fliehen mussten, ist nichts mehr so, wie es war.
Die Familie, die Freunde und das Zuhause zurücklassen zu müssen,
den Arbeitsplatz, die Schule, alles,
was bisher das eigene Leben ausgemacht hat:
Wie können Menschen das ertragen?
Wir bitten dich: Schick ihnen den Segen des Himmels,
der sie begleite, umhülle, schütze.

Komm, Gott des Himmels und der Erde,
komm und mach du dem brutalen Treiben der Tyrannen ein Ende,
komm und breite Menschenfreundlichkeit und Frieden aus.

Amen

(Ausschnitt aus der Fürbitte in der EKD‑Publikation „Schweig nicht zu meinen Tränen!“)

Gott, siehst du die Menschen in der Ukraine?

Du bist ein Gott, der sieht.
Siehst du die Menschen in der Ukraine, Gott? ...
Die Menschen ohne Obdach,
die Alten in zerstörten Häusern,
die Kinder in bebenden Kellern?
Siehst du, Gott, die Soldaten im Gefecht,
und in den Wäldern die Deserteure?
Wo bist du, Gott? Sieh! 

Amen.

(nach Friedensandacht Jahreslosung 2023, Zentrum Oekumene EKHN EKKW)

Gebet für den Frieden in der Ukraine

Gott,
um gut miteinander leben zu können, braucht es Frieden.
Das wissen wir und doch gibt es Krieg.
Seit Jahren schon in der Ukraine.
Seit Menschengedenken auf der ganzen Welt.
Wann hört das auf?

Dein Friede Gott ist größer als unsere Vernunft.
Größer und weiter und höher als alle Grenzen, alle Macht und aller Hass.
Deshalb bitten wir dich.
Für alle Menschen, die im Krieg leiden und sich nach Frieden sehnen.
Die auf der Flucht sind.
Die verletzt sind an Leib und Seele.
Die Angst haben um ihre Angehörigen.
Die um ihre Toten trauern.

Wir bitten für alle, die ihre Türen öffnen, um Geflüchtete aufzunehmen,
die für Menschenwürde einstehen und Gastfreundschaft leben.
Wir bitten für alle, die nach Lösungen suchen.
Für alle, die politische und humanitäre Hilfe anbieten
und Verantwortung übernehmen.
Gott, wir bitten dich,
nimm Du dich ihrer an.

Amen

(Pfarrerin Pia Baumann, Zentrum Verkündigung der EKHN)

Gebet für den Frieden

Gott, um gut miteinander leben zu können, braucht es Frieden.
Das wissen wir und doch gibt es Kriege.
Seit Menschengedenken auf der ganzen Welt.
Wann hört das auf?

Dein Friede Gott ist größer als unsere Vernunft.
Größer und weiter und höher als alle Grenzen, alle Macht und aller Hass.
Deshalb bitten wir dich.
Für alle Menschen, die im Krieg leiden und sich nach Frieden sehnen.
Die auf der Flucht sind.
Die verletzt sind an Leib und Seele.
Die Angst haben um ihre Angehörigen.
Die um ihre Toten trauern.

Wir bitten für alle, die ihre Türen öffnen, um Geflüchtete aufzunehmen,
die für Menschenwürde einstehen und Gastfreundschaft leben.
Wir bitten für alle, die nach Lösungen suchen.
Für alle, die politische und humanitäre Hilfe anbieten
und Verantwortung übernehmen.
Gott, wir bitten dich,
nimm Du dich ihrer an.

Amen

(Pia Baumann, Referentin für Gottesdienst im © Zentrum Verkündigung der EKHN)

Klagegebet angesichts der Kriege

Traurig sind wir und verzagt.
Kommen zu dir und suchen den Frieden
in uns und miteinander und in der Welt.
Zwischen dem Iran und Israel,
zwischen Israelis und Palästinensern,
zwischen Ukraine und Russland.
Ach Gott, so viel Zwietracht und Leid.

Amen

(Pfarrerin Sabine Müller-Langsdorf)

Fürbittgebet

Gott, sei bei den Trauernden und bei den Versehrten.
Sei bei den Hilfsbereiten und Sorgenden.
Die bei den Mächtigen und Ohnmächtigen.
Sei bei den Toten und bei den Lebenden.

Krieg macht so müde. Krieg kostet so viel Kraft.
Krieg kostet Liebe und andere kostbare Ressourcen.
Lass uns investieren in Verständigung und Vertrauen.
Damit die Waffen schweigen.
Damit Menschen heil werden.
Damit deine Schöpfung erhalten bleibt,
bis Christus wiederkommt.

Amen

(Sabine Müller-Langsdorf, Zentrum Oekumene EKHN und EKKW)

Gebet der Vereinten Nationen

Gott,
unsere Erde ist nur ein kleines Gestirn im großen Weltall.
An uns liegt es,
daraus einen Planeten zu machen,
dessen Geschöpfe nicht von Kriegen gepeinigt werden,
nicht von Hunger und Furcht gequält,
nicht zerrissen in sinnlose Trennung nach Rasse,
Hautfarbe oder Weltanschauung.

Amen

(Ausschnitt aus dem Gebet der Vereinten Nationen)

Die mit Tränen säen

Gott,
Frieden gabst du schon, Frieden muss noch werden,
wie du ihn versprichst uns zum Wohl auf Erden.
Hilf, dass wir ihn tun, wo wir ihn erspähen -
die mit Tränen säen, werden in ihm ruhn.
AMEN

(aus: "Komm, Herr, segne uns" von Propst Dieter Trautwein, geb. 1928, gest. 2002)

Vom inneren Zorn zum inneren Frieden

Zorn über Gott

Gott, ich verstehe dich nicht.
Abwenden möchte ich mich von dir.
Mich verbergen in meinem Zorn.

So wie du dich verbirgst.
Und doch kann ich nicht anders – ich muss reden.
Reden mit dir.

Damit der Zorn sich nicht in die Seele frisst.
Damit das Herz nicht eng wird und ängstlich.
Damit die Wut nicht zur Rache drängt.

Und ich bitte dich, du unbegreiflicher Gott:
Höre die Toten.
Höre die Trauernden.
Höre unsere Sorge um den Frieden.
Amen.

(Joachim Storch, Pfarrer im Zentrum Verkündigung der EKHN)

Friedensgebet

Das Gebet des Heiligen Franziskus

Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens,
dass ich liebe, wo man hasst;
dass ich verzeihe, wo man beleidigt;
dass ich verbinde, wo Streit ist;
dass ich die Wahrheit sage, wo Irrtum ist;
dass ich Glauben bringe, wo Zweifel droht;
dass ich Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält;
dass ich Licht entzünde, wo Finsternis regiert;
dass ich Freude bringe, wo der Kummer wohnt.

Herr, lass mich trachten,
nicht, dass ich getröstet werde, sondern dass ich tröste;
nicht, dass ich verstanden werde, sondern dass ich verstehe;
nicht, dass ich geliebt werde, sondern dass ich liebe.

Denn wer sich hingibt, der empfängt;
wer sich selbst vergisst, der findet;
wer verzeiht, dem wird verziehen;
und wer stirbt, der erwacht zum ewigen Leben.

Gebet für den Frieden

Von London ausgehende Gebetskette zur Mittagszeit

Führe mich vom Tod ins Leben, aus dem Trug in die Wahrheit.
Führe mich aus Verzweiflung in die Hoffnung, aus Angst ins Vertrauen.
Führe mich vom Hass zur Liebe, vom Krieg zum Frieden.
Lass Frieden unser Herz erfüllen, unsre Erde und das All.
Amen.

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