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Evangelischer Gruß zu Rosch Haschana: „Wir stehen an Ihrer Seite gegen Judenfeindschaft“
veröffentlicht 09.09.2026
von Pressestelle der EKHN
Kirchenpräsidentin Tietz und Bischöfin Hofmann schreiben jüdischen Gemeinden.
Zum jüdischen Neujahrsfest Rosch Haschana, das in diesem Jahr am Freitagabend, 11. September, beginnt, haben Kirchenpräsidentin Christiane Tietz von der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) und Bischöfin Beate Hofmann von der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) den jüdischen Verbänden und Gemeinden in Hessen ihre herzlichen Grüße übermittelt. Angesichts zunehmender Anfeindungen und Bedrohungen bekräftigen sie zugleich ihre Verbundenheit mit Jüdinnen und Juden und ihren Einsatz gegen Antisemitismus.
Evangelische Kirchen an der Seite jüdischer Gemeinden
Tietz und Hofmann nehmen in ihrem Gruß die Situation vieler Jüdinnen und Juden in Deutschland besonders in den Blick. Das zurückliegende Jahr sei von vielen Herausforderungen geprägt gewesen, insbesondere durch zunehmende Anfeindungen und Bedrohungen, so die beiden Leitenden Geistlichen. Sie machen deutlich: „Wir als Kirche stehen an Ihrer Seite und stellen uns gegen jede Form von Judenfeindschaft.
Gewachsene christlich-jüdische Beziehungen
Zugleich heben sie die Bedeutung der gewachsenen christlich-jüdischen Beziehungen hervor: „Als evangelische Christinnen und Christen sind wir dankbar für die vertrauensvolle Weggemeinschaft mit Ihnen im vergangenen Jahr.“ Als Glaubende stünden Jüdinnen und Juden sowie Christinnen und Christen gemeinsam vor Gott in der Verantwortung, zu einem gelingenden und friedlichen Zusammenleben in der Gesellschaft beizutragen. „Auch im neuen Jahr wollen wir den Weg verlässlich an Ihrer Seite weitergehen – im Vertrauen auf den Ewigen und in der Hoffnung auf seinen Frieden“, erklären Tietz und Hofmann abschließend. Ihr gemeinsamer Wunsch lautet: „Ein süßes und fröhliches Neues Jahr 5787, Schana towa!“
Hintergrund: Rosch Haschana – das jüdische Neujahrsfest
Rosch Haschana bedeutet auf Hebräisch „Kopf des Jahres“ und bezeichnet das jüdische Neujahrsfest. Im Jahr 2026 wird es von Freitagabend, 11. September, mit Sonnenuntergang bis Sonntagabend, 13. September, gefeiert. Mit dem Fest beginnt das Jahr 5787 des jüdischen Kalenders.
Rosch Haschana ist zugleich der Auftakt zu einer Zeit der Besinnung und Umkehr, die zehn Tage später in Jom Kippur, dem Versöhnungstag, ihren Höhepunkt findet. Eine zentrale Rolle spielt der Klang des Schofars, eines Widderhorns, das zur inneren Einkehr aufruft. Traditionell werden zu Rosch Haschana süße Speisen gegessen, beispielsweise in Honig getauchte Äpfel. Sie stehen für die Hoffnung auf ein gutes und „süßes“ neues Jahr. Der traditionelle Neujahrsgruß lautet „Schana towa“ – „Ein gutes Jahr“.
Dokumentation: Brief im Wortlaut
Zu Rosch Haschana grüßen wir Sie herzlich im Namen der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau und im Namen der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck.
Von Herzen wünschen wir Ihnen, Ihren Familien und der Gemeinde ein gesegnetes neues Jahr 5787. Möge der Ewige Sie behüten und Ihnen Frieden und Zuversicht schenken.
Der Schofar lädt ein zu Besinnung und innerer Einkehr, wenn das neue Jahr beginnt. Der Schall des Instruments klingt im übertragenen Sinn auch für uns als Christinnen und Christen nach, die wir uns dem Judentum eng verbunden wissen. Das neue Jahr beginnt auf einer Schwelle, wir blicken zurück und nach vorn. Was waren die guten und schweren Ereignisse des vergangenen Jahres? Was wird das neue Jahr bringen? Worauf dürfen wir hoffen? Was wird uns zugemutet werden?
Das letzte Jahr war von vielerlei Herausforderungen geprägt, für Sie als Jüdinnen und Juden durch immer mehr Anfeindungen und Bedrohungen. Wir als Kirche stehen an Ihrer Seite und stellen uns gegen jede Form von Judenfeindschaft. Als evangelische Christinnen und Christen sind wir dankbar für die vertrauensvolle Weggemeinschaft mit Ihnen im vergangenen Jahr. Als Glaubende stehen wir gemeinsam vor Gott in der Verantwortung, zu einem gelingenden und friedlichen Zusammenleben in unserer Gesellschaft beizutragen.
Ein Psalmwort begleitet Sie und auch uns in diesen Tagen: „Der HERR ist mein Licht und mein Heil; vor wem sollte ich mich fürchten?“ (Psalm 27,1) Die Antwort auf diese nachdenkliche Frage ist einerseits leicht – denn allein das Vertrauen auf Gottes Zuwendung zählt –, was in den süßen Speisen an diesem Feiertag auch zu schmecken ist. Andererseits ist die Wirklichkeit in unserer Welt eine andere und Furcht manchmal ein weiser Ratgeber. Bei allem ist es wichtig, aufmerksam zu sein, genau hinzuschauen und die Offenheit für Vertrauen nicht zu verlieren.
Auch im neuen Jahr wollen wir den Weg verlässlich an Ihrer Seite weitergehen – im Vertrauen auf den Ewigen und in der Hoffnung auf seinen Frieden.
Ein süßes und fröhliches Neues Jahr 5787, Schana towa!
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