
© Fundus, Klaus Neumeier
Weihnachtsbotschaft - „Wir sind nicht allein“
veröffentlicht 16.12.2025
von Stellvertretender Kirchenpräsidentin Ulrike Scherf
Weihnachtsbotschaft 2025 von Stellvertretender Kirchenpräsidentin Ulrike Scherf
„Ich steh an deiner Krippe hier” – so beginnt eines der innigsten Weihnachtslieder des großen evangelischen Dichters Paul Gerhardt. Ich mag dieses Lied sehr, denn es lädt ein, ganz nah zu kommen – an das Kind in der Krippe, an das Geheimnis von Weihnachten.
Für Paul Gerhardt war dieses Kind mehr als ein neugeborenes Baby. In ihm wurde für ihn der Himmel greifbar. Gott bleibt nicht auf Abstand – er kommt mitten ins Leben. Diese Nähe hat Paul Gerhardt Kraft gegeben – und die brauchte er dringend. Sein Leben mitten im 30-jährigen Krieg war geprägt von Tod, Krankheit, Trauer. Vier seiner fünf Kinder starben, auch seine Frau. Und doch hat er Lieder voller Vertrauen geschrieben.
Seine Worte wirken fast trotzig gegen alles Dunkel. Paul Gerhardt wusste: Schatten gehören zum Leben. Das merken wir auch heute: Kriege, Krisen, bedrückende Nachrichten, die uns tagtäglich begegnen. Doch mitten in all dem klingt seine Botschaft: Gott ist nah.
Ich spüre das nicht immer. Es gibt Tage, da scheint Gott weit weg – irgendwo im Himmel. Dann sehe ich vor allem meinen Alltag, meine Sorgen. Gerade an solchen Tagen hilft mir dieses Lied, mich zu erinnern: Gott ist nicht fern. Er ist Mensch geworden – in einem Kind, ganz nah bei uns.
Weihnachten heißt: Wir sind nicht allein.
Egal, wie unsere Tage aussehen. Ob festlich oder still, fröhlich oder schwer. Gott kennt uns. Er will in unserem Leben sein. Und er verspricht: Frieden. Hoffnung. Licht.
„Ich sehe dich mit Freuden an und kann mich nicht sattsehen” – so heißt es in dem Weihnachtslied weiter. Vielleicht kennen Sie diesen Moment: ein Blick, der wärmt. Ein Lächeln, das trägt. Ein fast verblichenes Foto im Portemonnaie, das in dunklen Zeiten Trost spendet. So fühlt sich Weihnachten an: Ein Hoffnungsbild für unser Herz.
Ich wünsche Ihnen hoffnungsvolle, erfüllte und gesegnete Weihnachten!
Ihre Ulrike Scherf, Stellvertretende Kirchenpräsidentin
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