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Die Kirchenpräsidentin der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) Christiane Tietz hat die besondere Rolle der Seelsorge in Krisenzeiten betont. Tietz besuchte am Gründonnerstag (2. April) das Team der Frankfurter Flughafenseelsorge aus 25 haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden vor Ort. Sie besichtigte dabei die im Bau befindliche Kapelle im neuen Terminal 3. Ihr Rundgang gehört zum Auftakt eines bundesweiten Themenschwerpunktes, mit dem die evangelischen Kirchen die Arbeit der Seelsorge stärker sichtbar machen wollen.
Gerade in Ausnahmesituationen wie dem aktuellen Krieg im Iran mit den daraus resultierenden Rückholaktionen, aber auch bei anderen Stress- und Notsituationen sei das Seelsorgeteam des Flughafens gefragt, so Tietz. Insgesamt mehr als 3000 Menschen, die aus der Krisenregion ausgeflogen wurden, hat die Flughafenseelsorge gemeinsam mit anderen psychosozialen Betreuungsteams seit dem Ausbruch des Kriegs im Iran in Empfang genommen.
Kirchenpräsidentin Christiane Tietz würdigte dieses Engagement: „Ich danke allen, die haupt- und ehrenamtlich in der Seelsorge am Frankfurter Flughafen tätig sind, für ihr großartiges Engagement. Ich bin sicher, dass viele Reisenden ruhiger fliegen und die Zurückgebliebenen leichter Abschied nehmen konnten, weil Sie für die Menschen da sind. Und gerade dann, wenn Sie diejenigen unterstützen, die große Ängste um Angehörige in Krisenregionen haben, wie es aktuell der Fall ist, leisten Sie einen unersetzlichen Beitrag für unsere Gesellschaft.“
Gott steht den Menschen zur Seite
Im Zusammenhang mit Karfreitag, an dem an das Leiden und Sterben Jesu erinnert wird, verwies Kirchenpräsidentin Tietz darauf, dass Gott bei den Menschen ist, auch in allem, was ihnen Sorgen und Angst bereitet und sie leiden lässt. Denn Gott selbst habe sich in Jesus auf das Leid und die Angst der Menschen eingelassen. In den Seelsorgeangeboten zeige sich: „Gott ist für die Menschen da. Er teilt den Schmerz und das Leid mit den Menschen und steht an ihrer Seite.“
Die Seelsorgenden des Frankfurter Flughafens sind für alle da, die vor Ort ihre Unterstützung brauchen. Rund um die evangelische Pfarrerin Bettina Klünemann und den katholischen Pastoralreferenten Peter Schwaderlapp sind hauptamtlich und ehrenamtlich Tätige für die Anliegen aller Menschen am Flughafen im Einsatz. „Ich bin viel unterwegs und weiß, wie schnell am Flughafen aus einer Reise ein schwieriger Moment werden kann – sei es durch einen Trauerfall oder einfache Orientierungslosigkeit. Mein kirchliches Engagement gibt mir den Antrieb, in solchen Situationen präsent zu sein und zugleich zu zeigen, wie wichtig Menschlichkeit für das Gesamtbild des Flughafens ist“, sagt Klaus Mittorp, ein Ehrenamtlicher des Seelsorgeteams am Frankfurter Flughafen.
Seelsorge – unverzichtbarer Beitrag für die Menschen
Regelmäßig finden am Flughafen Andachten und Gottdienste in den vor Ort verfügbaren Andachtsräumen und Kapellen statt. „Die christliche Seelsorge am Flughafen Frankfurt leistet einen unverzichtbaren Beitrag für die Menschen, die hier täglich unterwegs sind – sei es als Reisende, Mitarbeitende oder Besucher. Mit ihrer einfühlsamen Unterstützung und ihrem offenen Ohr schafft sie einen Raum der Ruhe und Zuversicht mitten im geschäftigen Alltag des Flughafens. Wir als Fraport AG schätzen diese wertvolle Arbeit sehr und danken allen Seelsorgerinnen und Seelsorgern für ihr Engagement“, so Matthias Vollmer von der Fraport AG. Er ist dort Ansprechpartner für interreligiöse Angelegenheiten. Die Flughafen-Seelsorgerin Bettina Klünemann ist für die Menschen vor Ort da: „Unsere Erfahrung ist: An die Flughafenseelsorge wenden sich alle – egal welcher Religion jemand angehört, welche Nationalität ein Mensch hat. Wenn Mitarbeitende einen Raum für Gespräche suchen und Beratung brauchen, hilft es ihnen, dass sie das direkt am Flughafen finden, vor oder nach ihrer Schicht.“
Schwerpunktthema Seelsorge
Mit einer bundesweiten Seelsorgekampagne stellt die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) ab Ostern die Seelsorge bewusst in den Fokus von Kirche und Öffentlichkeit. Was sonst in der Regel im Hintergrund wirkt, wird sichtbar gemacht.
In jeder Gemeinde der EKHN stehen Pfarrerinnen und Pfarrer sowie viele andere Haupt- und Ehrenamtliche zahlreichen Menschen in Seelsorgegesprächen zur Seite. Sie sind ansprechbar und haben ein offenes Ohr für das, was Menschen bedrückt und belastet. Darüber hinaus gibt es in der EKHN mehr als 140 spezialisierte Seelsorgestellen, davon begleiten über 50 Seelsorgende Menschen und deren Angehörige in Krankenhaussituationen – in über 50 Klinken von Heppenheim über Worms bis nach Gießen. Auch in Altenheimen, Schulen sowie Hochschulen und ebenso für Inhaftierte, Schaustellende und Geflüchtete sind Mitarbeitende der Seelsorge im Einsatz. Ein weiterer wichtiger Bereich ist die Telefonseelsorge, der von der EKHN angeboten wird. Knapp 5 hauptamtliche und rund 340 ehrenamtliche Mitarbeitende halfen rund 50.000 Anrufenden im Jahr 2025 mit Gesprächsangeboten weiter.
Die EKHN stellt ihre Seelsorgeangebote auf der Homepage, www.ekhn.de, vor und weist bis Ende Mai mit Themen-Radaren (s.u.) auf besondere Aktivitäten hin.
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