Evangelische Kirche in Hessen und Nassau
Bunte, stilisierte Papierfiguren von Menschen in verschiedenen Farben stehen im Kreis und halten sich an den Händen, symbolisieren Gemeinschaft, Vielfalt und Zusammenhalt auf hellem Hintergrund.

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Gewerkschaften und evangelische Kirchen fordern Stärkung des sozialen Zusammenhalts

veröffentlicht 16.01.2026

von Peter Bernecker

Bei einem Spitzengespräch in Mainz appellierten am Freitag (16. Januar 2026) Vertreter*innen des DGB, seiner Mitgliedsgewerkschaften und der evangelischen Kirche an Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft, den sozialen Zusammenhalt zu stärken.

„Um die Demokratie ‑ gerade im Wahljahr in Rheinland-Pfalz ‑ zu festigen und vor Angriffen von rechten Populisten zu schützen, brauchen wir armuts-feste Löhne, eine zuverlässige soziale Sicherung und Beteiligung. Darin sind sich Gewerkschaften und Kirche einig. Genauso wie darüber, wie wichtig Präventionsmaßnahmen gegen Einsamkeit sind. Gemeinsam müssen wir konsequent jeder Form von Menschenfeindlichkeit die Rote Karte zeigen“, so Susanne Wingertszahn, Vorsitzende des DGB Rheinland-Pfalz / Saarland.

Die Kirchenpräsidentin der Evangelischen Kirche der Pfalz, Dorothee Wüst, betonte die Aufgabe der Kirchen zur Stärkung der Demokratie: „Als Kirche ist es uns wichtig, im engagierten Austausch mit anderen zu sein und gemeinsam nach gerechten Wegen und verlässlichen Perspektiven für die Menschen in unserer Gesellschaft zu suchen. Das stärkt Vertrauen und Zusammenhalt, zentrale Voraussetzungen für eine lebendige und widerstands-fähige Demokratie.“

Prof. Dr. Christiane Tietz, Kirchenpräsidentin der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, unterstrich die Eigenverantwortung jedes Einzelnen: „Wenn wir uns in unserer Gesellschaft wieder mehr als Menschen wahrnehmen, die ganz ähnliche Sorgen und Ängste, Wünsche und Hoffnungen haben, dann wächst die Mitmenschlichkeit und der gesellschaftliche Zusammenhalt, da bin ich sicher.“

Dr. Frank Vogelsang, Leiter der Stabsstelle Gesellschaftliche Verantwortung bei der Evangelischen Kirche im Rheinland, wies darauf hin, dass Einsamkeit in der Gesellschaft immer mehr zunehme: „Einsamkeit ist eng mit Armut verbunden. Es ist ein Wechselverhältnis: Armut kann Einsamkeit bewirken und Einsamkeit kann arm machen.“

Kirche und Gewerkschaften betonen gemeinsame Werte

Die Vertreter*innen betonten darüber hinaus gemeinsamen Werte wie Solidarität, Gerechtigkeit, Respekt und Unantastbarkeit der Würde des Menschen. „Als Kirche und Gewerkschaften stehen wir an der Seite der Menschen – in Betrieben und Gemeinden. Wir schaffen Räume für Begegnung, Beteiligung und solidarisches Handeln“, so die Teilnehmer*innen.

Der Wandel der Wirtschaft war weiteres Thema der Gespräche. Die Transformation, gerade die Digitalisierung mit der wachsenden Bedeutung künstlicher Intelligenz, dürfe nicht allein unter Profitinteressen betrachtet werden. Die Menschen müssten mitgenommen und der Wandel ethisch gestaltet werden. Mit zunehmendem Zeit- und Leistungsdruck, prekären Arbeitsverhältnisse und Digitalisierung steige das Gefühl der Einsamkeit der Menschen. Dem seien Mitbestimmung, Begegnung und soziale Sicherheit entgegenzusetzen, wofür Gewerkschaften und Kirchen stehen.

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